Bernhard Peter
Höhenkrankheit

(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit Ihrem Arzt)

 

Wie entsteht Höhenkrankheit?

Ursache ist der geringere Luftdruck und der dadurch verminderte Sauerstoffgehalt in der Luft in großen Höhen. Der menschliche Körper versucht, den Sauerstoffmangel mit einer höheren Atemfrequenz und einem beschleunigten Puls auszugleichen. Weiterhin versucht der Körper, die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen. Die große Zellanzahl im Blut erhöht wiederum das Risiko für Durchblutungsstörungen, Ödeme und Thrombosen. Besonders gefährliche Folgen sind das Höhenhirnödem bzw. das Lungenödem. Bei ersterem handelt es sich um ein Anschwellen des Gehirns infolge des erhöhten Blutflusses. Beim Lungenödem tritt vermehrt Flüssigkeit aus den Lungengefäßen ins Lungengewebe über, was den Gasaustausch beeinträchtigt und den Sauerstoffmangel verstärkt.

 

Ab welcher Höhe?

Die Beschwerden können bereits ab 2500 m auftreten. Etwa 30% der Bergwanderer in Höhen über 3000m leiden bereits an einer milden Form der Höhenkrankheit. Entscheidend ist die langfristig gehaltene Höhe, also auch die Höhe des Schlafplatzes. Während des Tages ist das Erreichen höherer Lagen problemlos, wenn abends ein entsprechend niedriger Schlafplatz aufgesucht wird.

 

Gibt es Risikofaktoren?

 

Was sind die Anzeichen für akute Höhenkrankheit?

Achtung: Selbst leichte Anzeichen einer Höhenkrankheit stellen ein erhöhtes Risiko dar, weil die Trittsicherheit nachläßt, weil es zu kurzen Blackouts kommen kann, was in schwierigem Gelände erhöhte Unfallgefahr bedeutet und lebensbedrohlich für die ganze Mannschaft werden kann!

 

Was tun beim Auftreten der genannten Beschwerden?

Das Wichtigste: Achten Sie auf die genannten Beschwerden und verschweigen Sie diese nicht Ihren Mitwanderern gegenüber! Mit jedem Höhenmeter wird sonst das Risiko für Sie und die Gruppe größer! Die meisten Zwischenfälle ereignen sich auf organisierten Touren, wo der Druck, ein bestimmtes Ziel innerhalb einer bestimmten Zeit zu erreichen, relativ hoch ist.

Wenn sich die ersten Symptome zeigen: Einen Ruhetag einlegen, keinesfalls weiter aufsteigen! Gegen die Kopfschmerzen können 600mg Ibuprofen eingenommen werden. Ein weiterer Aufstieg sollte erst dann erfolgen, wenn ohne Schmerzmittel Kopfschmerzfreiheit erreicht werden kann.

Wenn sich die Symptome trotz Ruhetag verschlimmern, hilft nur sofortiger Abstieg (außer es stehen Sauerstoffflaschen oder Überdrucksäcke zur Verfügung), mindestens um 500 m, besser unter 2500m. Oder gehen Sie bis auf die Höhe zurück, auf der Sie die letzte beschwerdefreie Nacht verbracht haben. Im Zweifel so schnell wie möglich herunter, dabei aber nie alleine absteigen!

Wenn die Beschwerden so stark sind, daß körperliche Aktivität das Krankheitsbild verschlimmern würde, sollte sich der Betroffene abtransportieren lassen.

Der Oberkörper muß möglichst aufrecht gelagert werden (mindestens 30°, besser sitzende Position), weil so der Druck in der Lungenarterie etwas niedriger ist als in liegendem Zustand. Das gilt auch für den Abtransport auf einer Liege oder Bahre!

Warten Sie nicht auf Rettung (Helikopter) von außen, das kann lange dauern! Wenn Sie es in der Höhe nicht aushalten, steigen Sie in jedem Fall ab!

Zur Behandlung des Höhenlungenödems wird manchmal der Calciumantagonist Nifedipin, zur Behandlung des Höhenhirnödems Dexamethason eingesetzt - wenn Sie kein Arzt sind, lassen Sie die Finger von solchen Experimenten und steigen Sie ab!

 

Wie können Sie selbst vorbeugen?

 

Kommen Sie gesund aus dem Urlaub zurück!

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