Bernhard Peter
Was ist Japanische Encephalitis?

(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit hrem Arzt)

 

Wie bekommt man Japanische Encephalitis?

Japanische Encephalitis - hierzulande kein Thema! Doch den Südostasien-Reisenden konfrontiert dieses ernstzunehmende Risiko. Immerhin erkranken in Asien jährlich 50 000 Menschen an dieser Infektion, es sterben 10 000 bis 15 000 Menschen daran, vor allem Kinder. Wer sie überlebt, trägt mit hoher Wahrscheinlichkeit Folgeschäden im Nervensystem davon. Grund genug, sich vor einer Reise nach Asien mit dieser Krankheit und insbesondere mit der Vorbeugung und Vermeidung auseinanderzusetzen. Japanische Encephalitis ist eine Viren-Erkrankung. Sie werden durch Stechmücken (Culex spec. etc.) übertragen. Eigentlich ist die Infektion des Menschen ein Versehen der Natur, denn die natürliche Vermehrung der Viren findet in Watvögeln und vor allem in Schweinen statt. Da diese Tiere von Myriaden Stechmücken geplagt werden, ist das Risiko einer zufälligen Übertragung in deren Umgebung besonders hoch.

 

Wo und wann ist das Risiko am größten?

Länder: Die Erkrankung tritt in China, Südostasien (Thailand, Myanmar, Bangladesh, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Brunei, Indonesien, Philippinen, Neuguinea) Indien, Sri Lanka, Japan, Korea, Inseln der Torres Strait vor Australien, Ostsibirien und Guam auf. Hyperendemiegebiet (Gebiet mit außergewöhnlich häufigem Auftreten) ist Myanmar. Das tropische Afrika oder Mittel- und Südamerika sind dagegen frei.

Jahreszeit: In tropischen Regionen sind die Stechmücken prinzipiell das ganze Jahr über aktiv. Besonders gehäuft treten sie aber während und kurz nach der Regenzeit auf. In Ländern mit ausgeprägterem Wechsel von Trocken- und Regenzeit wie in Korea, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und Kambodscha ist die Hauptaktivität der Mücken auf Mai bis Oktober begrenzt.

Örtlichkeit: In Regionen mit großen Wasserflächen (Tümpel, überflutete Reisfelder!) als Brutgebiete für Stechmücken sowie Schweinehaltung tritt die Erkrankung besonders häufig auf. Entscheidend ist das Zusammentreffen von vielen Mücken und Schweinehaltung: Denn vor allem in Schweinen vermehren sich die Viren rasant, dann werden sie von Stechmücken aufgenommen und auf den Menschen übertragen. Wer sich auf dem Lande aufhält, ist also generell einem höheren Risiko ausgestzt als die Stadtbevölkerung. Epidemien treten demnach vorwiegend in ländlichen Gebieten auf.

Tageszeit: Die betreffenden Mücken stechen vor allem während der Dämmerung sowie nachts.

 

Gebiete der Welt, in denen Japanische Encephalitis auftritt:

Süd- und Ost-China, Thailand, Myanmar (Birma), Bangladesh, Pakistan, Laos, Osttimor, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Brunei, Indonesien, Philippinen, Papua-Neuguinea, Indien, Sri Lanka, Japan, Korea, Inseln der Torres Strait vor Australien, Nordspitze Australiens, Ostsibirien und Guam

 

Wie verläuft eine Erkrankung an japanischer Encephalitis?

Die Inkubationszeit beträgt 5-15 Tage. Die anfänglichen Beschwerden sind allgemeine Schwäche, Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Übelkeit, bei Kindern häufig Bauchschmerzen. In leichten Fällen klingen die Beschwerden nach 1-2 Wochen wieder ab. In schweren Fällen vermehren sich die Viren im zentralen Nervensystem. Die dadurch hervorgerufenen Beschwerden sind Bewußtseinstrübungen und Bewegungsausfälle. Tod ist möglich. Jede Erkrankung an jap. Encephalitis gehört in ärztliche Behandlung!

 

Was macht japanische Encephalitis zu einer gefährlichen Tropenkrankeit?

 

Gibt es eine Impfung gegen japanische Encephalitis?

Ja, es gibt eine Impfung. Der Impfstoff ist zur Zeit nicht in Deutschland zugelassen, wohl aber in den USA und in Kanada. Für die meisten Reisenden, insbesondere für Pauschaltouristen, die sich nicht abseits touristischer Pfade bewegen, ist das Risiko gering, sofern man konsequenten Mückenschutz betreibt. Eine Impfung ist jedoch sinnvoll, wenn man vorhat, sich ständig im Freien aufzuhalten (Camper, Trekking), oder wenn man länger als 4 Wochen in Gebieten gehäuften Auftretens bleibt. Impfungen erfolgen beispielsweise an den Tagen 0, 7 und 30, bzw. spätestens an den Tagen -40, -33 und -10 vor der Abreise. Auffrischungen sind bei weiter bestehendem Risiko nach 1 Jahr und dann alle 3 Jahre sinnvoll.

 

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