Bernhard Peter
Kribbeln zwischen den Zehen: Fußpilz??

Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt!

Wie erkennen Sie Fußpilz?

Der Fußpilz siedelt sich besonders gern zwischen den Zehen an, aber auch am Fußrand, an der Ferse und auf der Fußsohle. Zunächst macht sich die Infektion durch Juckreiz bemerkbar. Neben dem Juckreiz bilden sich oft kleine Schüppchen oder Bläschen, die Haut beginnt zu nässen, quillt auf und verfärbt sich weißlich. Ohne Behandlung kann es zu schmerzhaften Einrissen kommen. Im einzelnen kann Fußpilz ganz verschieden aussehen:

Zehenzwischenraum-Form: Abschuppung und Weißfärbung der Haut bis hin zu tiefen juckenden bis schmerzhaften Einrissen in den Zehenzwischenräumen, meist durch übermäßiges Schwitzen und Wärmestau in engem und luftundurchlässigem Schuhwerk

Bläschen-Form: Bläschen an Fußkanten und Fußgewölbe, häufig akut bei warmem Wetter oder langen Fußmärschen

Schuppen-Form: Trockene, festhaftende Schuppung der Haut, kaum Rötung oder Juckreiz, insbesondere auf der Fußfläche

 

Wie wenden Sie Antipilzmittel richtig an?

Schon beim ersten Auftreten des Fußpilzes müssen Sie konsequent vorgehen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.

Das heißt frühzeitige und regelmäßige Anwendung der Creme.

Vor der Anwendung waschen Sie die Füße am besten mit sauren Syndets, die die Abheilung fördern und Rezidiven vorbeugen. Danach trocknen Sie die Füße gründlich mit einem separaten Fußtuch ab.

Waschen Sie sich jedesmal nach der Behandlung die Hände, damit Sie die Keime nicht verschleppen.

Die Behandlung muß genau eingehalten und mindestens 3-4 Wochen lang am Stück durchgehalten werden, sonst können die vorhandenen Pilzsporen nach kurzer Ruhepause eine neue Infektion hervorrufen. Auch muß sichergestellt werden, daß in tieferen Hautschichten keine Teile des Pilzes mehr lauern. Setzen Sie die Behandlung also auch dann fort, wenn bereits nach wenigen Tagen der lästige Juckreiz nachgelassen hat oder ganz verschwunden ist.

Fußpilz ist ansteckend: Die Schuhe und Strümpfe aller im selben Haushalt lebenden Personen sollten mitbehandelt werden, auch wenn diese keine Anzeichen einer Erkrankung zeigen.

 

Mit welchen Maßnahmen können Sie selbst die Behandlung unterstützen?

Bettvorleger, Badezimmervorleger etc., d. h. alles, was mit bloßen Füßen betreten wird und nicht in die Kochwäsche kann, werden entweder eingesprüht oder mit einem desinfizierenden Wäschespüler in der Waschmaschine gewaschen.

Strümpfe sollten idealerweise aus kochbarer Baumwolle sein und bei 95°C gewaschen werden, um auch die Pilzsporen abzutöten. Wenn doch einmal nicht kochbare Strümpfe getragen werden, behandelt man diese in der Waschmaschine mit einem entsprechenden Wäschespüler. Zusätzlich können die frischen Strümpfe auch mit einem Antipilzpuder bestäubt werden.

Bei feuchtem Fußklima wirkt ein Antipilzpuder in Schuhen und Strümpfen zusätzlich trocknend.

Während der Behandlungszeit - aber auch danach - sollten Sie nach Möglichkeit keine Turnschuhe aus Kunststoff oder Gummistiefel über längere Zeit tragen. Sie sind meist luftundurchlässig. Gerade Wärme und Fußschweiß begünstigen aber die Vermehrung der Pilzfäden.

Unsere Fußbekleidung ist wesentliche Ursache für die große Durchseuchung mit Fußpilz. Strümpfe sollten täglich gewechselt werden. Schuhe sollten mit Spezialsprays desinfiziert werden.

Verwenden Sie nach Möglichkeit Schuhe und Strümpfe aus Naturmaterialien. Sie schaffen ein pilzabweisendes Hautklima. Turnschuhe aus Plastik sind ein ideales Milieu für die Ausbreitung von Fußpilz.

Tragen Sie lieber weite und bequeme Schuhe. Zu enges Schuhwerk stört die Durchblutung und damit die Hautabwehr.

Eine häufig empfohlene Antipilzdiät hält oft nicht das, was sie verspricht. Bei den meisten Fußpilzerkrankungen ist eine Diät wirkungslos.

 

So beugen Sie einer Fußpilzerkrankung vor:

Jeder Fußpilzträger, der barfuß läuft, streut pilzbefallene Schüppchen und Haare. Gehen Sie deshalb in Hotelzimmern, im Schwimmbad, in der Sauna, in Gemeinschaftswaschräumen, im Fitneßcenter und in anderen Gemeinschaftseinrichtungen auf keinen Fall barfuß, sonst nehmen Sie die ausgestreuten Pilzsporen auf. Die genannten Orte sind die Haupt-Ansteckungsquellen.

Tragen Sie auch keine "Gemeinschaftsschuhe", sondern nur Ihre eigenen.

Verwenden Sie keine fremden Handtücher, Hausschuhe etc.

Waschen Sie regelmäßig die Füße, um möglicherweise eingefangene Pilzsporen sofort zu entfernen.

Reiben Sie die Füße kräftig ab. Vor allem die Zehenzwischenräume müssen Sie sorgfältig abtrocknen, denn Feuchtigkeit schafft besonders gute Lebensbedingungen für die Pilze.

Verwenden Sie gegebenenfalls Fußpuder gegen Pilze.

Wenn Sie eine rauhe, oberflächlich trockene Haut haben, sollten Sie Ihre Füße nach einem Bad immer mit geeigneten Präparaten eincremen. Auch das verhindert das Haftenbleiben oder Eindringen der Pilze.

Von den Fußdesinfektionsanlagen in öffentlichen Bädern sollten Sie keinen absoluten Schutz erwarten. Die Lösungen in diesen Sprayanlagen sind im allgemeinen in der Konzentration zu gering, und die Anwendung müßte mehrere Minuten lang erfolgen, um eine Wirkung zu entwickeln. Außerdem wurden in der Umgebung dieser Anlagen die meisten Pilzsporen gefunden.

Wechseln Sie die Schuhe. Schuhe müssen vor dem erneuten Anziehen Gelegenheit zum Trocknen haben.

Füße müssen lüften! Am besten sind Schuhe mit Perforierungen oder gleich Sandalen. Vermeiden Sie daher Schuhe, in denen Sie schwitzen. Gönnen Sie Ihren Füßen zu Hause ein freieres Leben ohne enge Schuhe!

 

Wann zum Arzt?

Nicht jeder Juckreiz an den Füßen muß ein Fußpilz sein. Es kann auch eine Allergie, Schuppenflechte oder eine bakterielle Infektion dahinterstecken. Deshalb ist die genaue Diagnose der Hautveränderung durch den Arzt wichtige Voraussetzung für die Therapie. Den Hautveränderungen kann man nicht ansehen, um welche Erreger es sich handelt. Das ist der Grund, weshalb der Arzt erst den Erreger ermitteln sollte, damit dann auch gezielt das richtige Arzneimittel angewendet wird.

Auf jeden Fall zum Arzt gehen sollten Sie,