Bernhard Peter
Nie mehr blauer Dunst - Aufhören leicht gemacht!

(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt Ihres Vertrauens)

 

"Das Rauchen aufzugeben zählt zu den einfachsten Dingen überhaupt - ich muß es wissen, denn ich habe es tausendmal getan." (Mark Twain)

 

Wie funktioniert ein Nicotinpflaster?

Das Nicotinpflaster führt Ihrem Körper über die Haut Nicotin zu. Dadurch werden Entzugserscheinungen und das zwanghafte Rauchverlangen, die nach einem Rauchstop fast immer auftreten, vermindert. So ist es leichter, das Nichtrauchen zu lernen.

Es gibt verschiedene Systeme, in der Regel ist ein System in drei Stufen (Stärken) aufgeteilt. Zunächst ist die Nicotinmenge, die ein Raucher benötigt, um die Entzugserscheinungen erfolgreich zu unterdrücken, unterschiedlich: Ein starker Raucher beginnt mit einer höheren Einstiegs-Dosierung als ein schwächerer Raucher. Zum anderen ermöglichen die verschiedenen Pflastergrößen ein “ausschleichendes” Beenden der Nicotinzufuhr durch die Haut. Nach einigen Wochen sollten Sie zu dem nächstkleineren Pflaster übergehen und nach einer weiteren Zeitspanne auf das kleinste. Damit führen Sie Ihrem Körper immer geringere Nicotinmengen zu und entwöhnen sich so unauffällig von dem zur Gewöhnung führenden Nicotin.

 

Wie bereiten Sie sich optimal auf den Ausstieg vor?

Der Beginn: Legen Sie ein festes Datum fest, an dem Sie aufhören wollen! Aufschieben und Ausreden gelten ab da nicht mehr!

Legen Sie sich eine Strategie zurecht für schwierige Momente, in denen Sie früher geraucht haben oder in denen Sie in Zukunft Rauch ausgesetzt sein könnten: Was werden Sie tun beim nächsten Kneipenbesuch? Auf der nächsten Party? Bei Streß? Wenn Sie nervös oder frustriert sind? Beim Autofahren, als Beifahrer bei rauchenden Fahrern? Nach dem Essen? Betriebliche Besprechungen? Mit rauchenden Freunden? Legen Sie sich jetzt (vorher) schon eine Lösung zurecht, das ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg!

Werfen Sie Ihre Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge und alles andere weg, was Sie zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Auto an das Rauchen erinnert! Reinigen Sie Kleidung und Vorhänge etc.

Wenn mehrere Personen in der Familie rauchen: Einigen Sie sich auf einen gemeinsamen Ausstieg!

Erzählen Sie Ihrer Familie, Freunden sowie Arbeitskollegen, daß Sie mit dem Rauchen aufhören wollen und bitten Sie diese um Unterstützung. Überlegen Sie selbst, was jeder einzelne tun kann, und sprechen Sie diese Punkte an!

Messen Sie Ihr Gewicht - und kontrollieren Sie es in der nächsten Zeit häufiger!

 

Wie wenden Sie das Pflaster richtig an?

Kleben Sie das Pflaster auf eine trockene, saubere und unbehaarte Stelle Ihres Körpers.

Drücken Sie das Pflaster einige Sekunden lang fest an.

Kleben Sie nach 24 Stunden ein neues Pflaster auf und entfernen das alte. Wirklich jeden Tag, nicht "notfallmäßig" immer mal wieder!

Wechseln Sie unbedingt täglich die Klebestelle, denn sonst könnten Hautreizungen auftreten.

Pflaster nicht selbst zu- oder kleiner schneiden!

Wenn Sie stärkere Pflaster (wenn es sich um 24-Stunden-Pflaster handelt) auch nachts auf der Haut lassen, so wird der Nicotinspiegel im Blut rund um die Uhr gleichmäßig hoch gehalten. Wenn Sie nachts kein Pflaster benutzen (bei 16-Stunden-Pflastern), haben Sie morgens nach dem Aufstehen wahrscheinlich Entzugserscheinungen. Auch wenn Sie sofort ein neues Pflaster aufkleben, halten diese Entzugserscheinungen noch 3-4 Stunden an. Weniger starke Raucher sind davon in geringerem Maße betroffen.

Nehmen Sie sich Zeit! Bleiben Sie lieber ein paar Wochen länger auf ein und derselben Stufe als vorgesehen, als daß Sie zu früh auf die nächstschwächere Stufe übergehen und dann wieder Sehn­sucht nach einer Zigarette bekommen!

Duschen oder Baden: Duschen ist überhaupt kein Problem - das hält das Pflaster aus. Beim Baden kann es sich manchmal ablösen. Benutzen Sie keine rückfettenden Dusch- oder Badezusätze - diese können zur Ablösung des Pflasters führen.

Sie sollten das Pflaster unbedingt über den empfohlenen Zeitraum von mehreren Wochen ohne Unterbrechung benutzen. Schließlich kostet das Pflaster nicht mehr als die tägliche Schachtel Zigaretten. Studien haben gezeigt, daß Entwöhnungswillige, die das Pflaster über einen längeren Zeitraum benutzen, wesentlich bessere Chancen haben, dauerhaft von der Zigarette loszukommen.

Seien Sie konsequent: Ihr erster Tag mit Nicotinpflaster ist zugleich Ihr erster rauchfreier Tag. Es wird nicht mehr zurückgewechselt, klar? Denken Sie daran: Je länger Sie es ohne Zigarette aushalten, desto größer sind Ihre Chancen, für immer mit dem Rauchen aufzuhören.

Rauchen Sie nicht, solange Sie das Nicotinpflaster tragen, sonst ist die Gesamt-Dosis zu hoch! Parallel zum Pflaster sollten auch weder Nicotin-Kaugummis noch Schnupf- oder Kautabak benutzt werden.

 

Und das hilft beim Aufhören-Wollen...

Gemeinsam geht es leichter: Suchen Sie den Kontakt zu anderen Menschen, die den gleichen Vorsatz gefaßt haben! Ihr Wille ist sehr wichtig, und ein gemeinsamer Wille ist stärker!

Schreiben Sie sich auf, warum Sie aufhören wollen (Krankheitsrisiko, Gesundheitszustand, Geld sparen, unangenehmer Geruch nach Zigarettenrauch, Diagnose einer bestimmten Krankheit, Magenprobleme etc). Stellen Sie sich das als Schild dorthin, wo Ihr Aschenbecher stand, wo Ihre Zigarettenschachtel lag etc.! Wenn es wirklich ganz hart für Sie wird, rufen Sie sich Ihre guten Gründe und Argumente in Erinnerung!

Dokumentieren Sie Ihren Erfolg: Notieren Sie jeden Tag ohne Zigarette, zählen Sie die Tage schriftlich zusammen, rechnen Sie aus, wieviel Geld Sie schon inzwischen gespart haben!

Belohnen Sie sich für Ihren Erfolg! Setzen Sie sich Marksteine, setzen Sie sich Ziele (1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr etc.), und belohnen Sie sich mit einem schönen Buch, einer CD, einer Reise o.ä., wenn Sie das selbst gesteckte Ziel erreicht haben!

Mit jeder Zigarette sinkt Ihre Lebenserwartung um ca. 6 Minuten. Wieviel Zigaretten haben Sie vor dem Aufhören geraucht? Multiplizieren die diese Zahl für jeden Tag nach dem Aufhören mit 6, das ist Ihre täglich gewonnene Lebenszeit! Rechnen Sie mit, führen Sie Buch, wieviel Lebenszeit Sie ab dem Zeitpunkt des Aufhörens inzwischen gewonnen haben!

 

Warum ist das Pflaster so empfehlenswert?

Nicotin ist zwar sowohl in der Zigarette als auch im Pflaster. Dennoch gibt es große Unterschiede:

Über die Haut zugeführtes Nicotin macht nicht genauso abhängig wie Zigaretten, denn es erreicht das Gehirn viel langsamer als das Nicotin aus einer Zigarette oder aus einem Nicotinkaugummi und ruft nicht in dem selben Maße angenehme Empfindungen hervor wie diese.

Beim Pflaster gibt es keinen Schub - das Nicotin wird rund um die Uhr gleichmäßig zugeführt. Das ist auch ein wesentlicher Vorteil des Pflasters im Vergleich zum diskontinuierlich angewandten Kaugummi. Ein schubartiges Zuführen macht das Abstandnehmen vom Genußerlebnis schwieriger. Insofern sind die Pflaster bestens geeignet, gar nicht mehr über das Nicotin-"Bedürfnis" nachzudenken und körperliches Bedürfnis einerseits und Gewohnheit bzw. Genuß andererseits zu entkoppeln.

Trotz Nicotinzufuhr vermeiden Sie alle anderen, häufig viel schädlicheren Bestandteile des Zigarettenrauches. Der Rauch einer Zigarette enthält etwa 4000 verschiedene Bestandteile, darunter auch hochgiftige wie Kohlenmonoxid, Blausäure oder das Schwermetall Cadmium oder Arsen. Krebserregend wirken unter anderem Nitrosamine, Teer, Benzopyren (oder andere polyzyklische Aromaten) und Benzol, ein gefährliches Umweltgift, das viele Krebserkrankungen wie z. B. Leukämie verursachen kann. Das Pflaster enthält dagegen nur reines Nicotin, einen der im Vergleich zu den genannten Bestandteilen des Zigarettenrauches ungefährlicheren Stoffe der Zigarette.

Wegen der kontinuierlichen Zufuhr fällt es gar nicht weiter auf, wenn Sie die Dosis verringern. So können Sie langsam aufhören. Das endgültige Absetzen wird kaum noch wahrgenommen.

 

Wie erholt sich Ihr Organismus nach der letzten Zigarette?

 

20 Minuten danach..........

Der Blutdruck fällt wieder auf einen Wert, der dem Wert vor der letzten Zigarette entspricht. Die Temperatur der Hände und Füße steigt wieder auf Normalwerte an.

8 Stunden danach............

Der Kohlenmonoxid-Gehalt des Blutes fällt auf einen Normalwert.

24 Stunden danach..........

Das Herzinfarkt-Risiko wird kleiner.

Nach 2 Tagen..................

Geruchs- und Geschmackssinn sind wahrnehmbar besser

Nach 3 Tagen..................

Die Atmung ist wesentlich besser

2 Wochen bis 3 Monate...

Die Durchblutung verbessert sich. Die Lungenkapazität erhöht sich um bis zu 30%.

1-9 Monate danach..........

Husten, Müdigkeit und Kurzatmigkeit verringern sich. Die Flimmerhärchen in den Bronchien gewinnen ihre normale Funktionsfähigkeit zurück und sind so besser in der Lage, die Lunge zu reinigen und die Gefahr von Infektionen zu verringern.

1 Jahr danach..................

Das Risiko von Herzkranzgefäßerkrankungen ist nur noch halb so groß.

5-16 Jahre danach...........

Das Schlaganfall-Risiko sinkt auf das Niveau eines Nichtrauchers.

10 Jahre danach...............

Das Risiko von Krebserkrankungen in Mund, Speiseröhre, Blase, Halsbereich, Niere und Bauchspeicheldrüse verringert sich.

15 Jahre danach...............

Das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße entspricht dem eines Nichtrauchers.

 

Zurück zur Übersicht Sonstiges
Andere pharmazeutische Seiten
Home

© Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2004
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de