Bernhard Peter
Klinische Meßwerte -
was sie für Sie bedeuten:
(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt Ihres Vertrauens)

Sie kennen sicher die Situation: Man kommt von der letzten Blutuntersuchung oder man wird aus dem Krankenhaus entlassen, versehen mit einer langen Kolonne unverständlicher Zahlen, und man grübelt voller Sorge, was sie wohl für einen selbst bedeuten, ob sie gut oder schlecht sind. In diesem Handzettel möchten wir Ihnen helfen, die Bot­schaft dieser Zahlen lesen zu können.

 

GLUCOSE
Referenzwerte (nüchtern):
< 65 Jahre: 60-100 mg/dl
> 65 Jahre: 70-155 mg/dl
gesund: < 126 mg/dl
zu hoch = schlecht!
Der Glucose- (=Traubenzucker-) Gehalt des Blutes dient zur Früherkennung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Die Zuckerkrankheit ist besonders durch die veränderten Eß- und Lebensgewohnheiten eine der häufigsten Stoffwechsel­krankhei­ten der Wohlstandsgesellschaft geworden. Dauerhaft erhöhte Glucose - Werte schädigen die Blutgefäße und andere Organe.
HbA1c
Referenzwerte:
Normal: 2.9-4.6 %
Schwangere: 3.2-4.3 %
gut: bis 6%
zu hoch = schlecht
Dieser Wert dient der Diabetes-Kontrolle (Zuckerkrankheit). Er wird auch als Blut­zucker-Langzeitgedächtnis bezeichnet. Selbst wenn Sie momentan einen guten Blutzuckerwert haben, erkennt man an diesem Wert die "Sünden" der letzten 4-6 Wochen, weil zu hohe Blutzuckerwerte ein bestimmtes Molekül (HbA1c ist ein mit Glucose beladenes bestimmtes Hämoglobin) dauerhaft verändern, was man noch Wochen später nachweisen kann. Der Wert ist also ein Maß für die Güte Ihrer Einstellung und damit auch für Ihre Lebensqualität als Diabetiker!
CHOLESTERIN
Referenzwerte:
Frauen, 30 J.: 150-240 mg/dl
Frauen, 60 J.: 195-275 mg/dl
Männer, 30 J.: 150-220 mg/dl
Männer, 60 J.: 175-240 mg/dl
über 200 mg/dl = schlecht!
Die Konzentration des Cholesterins im Blut ist wichtig zur Beurteilung des Stoff­wechsels der Fette. Erhöhte Werte verursachen zwar keine Beschwerden, können aber mit der Zeit zu krankhaften Veränderungen der Gefäße (z.B. Herzkranzgefäße) führen. Die Folgen sind Minderdurchblutung bis zum Verschluß und somit Schädi­gung lebenswichtiger Organe. Werte über 200 mg/dl verstärken das Herzinfarkt­risiko! Zur Vorsorge ist dieser Test wichtig!
HDL-CHOLESTERIN
Normal: über 55 mg/dl
niedriger = schlecht!
Bei Gesamtcholesterinwerten über 200 mg/dl muß das Risiko genauer betrachtet werden. Die HDL-Cholesterin -Werte (sogenanntes “gutes Cholesterin”) sollen über 55 mg/dl (Normgrenze) liegen. Sind diese Werte niedriger als 35 mg/dl (Therapiegrenze), erhöht sich das Risiko des Herzinfarktes auf das 7-fache.
LDL-CHOLESTERIN
Normal: unter 155 mg/dl
höher = schlecht!
Die LDL-Cholesterin -Werte (sogenanntes “böses Cholesterin”) sollen unter 155 mg/dl (Normgrenze) liegen. Sind die Werte zu hoch, erhöht sich das Risiko eines Herzinfarktes.
HERZINFARKT-RISIKO
gering: 4,1
Grenzwert: 4,5
groß: 4,7
je höher, desto schlechter!
Zur Bewertung dieses Risikos wird der Wert des Gesamt-Cholesterins durch dem HDL-Cholesterinwert geteilt.

Den Quotienten können Sie verbessern, wenn Sie den Gesamt-Cholesterinwert (z.B. durch Diät) senken und den HDL-Cholesterinwert durch körperliche Aktivität erhöhen.

TRIGLYCERIDE
Referenzwerte (nüchtern):
< 65 J.: bis 200 mg/dl
> 65 J.: bis 325 mg/dl
über 200 = schlecht!
Die Triglyceride (Neutralfette) werden mit der Nahrung aufgenommen oder im Körper hergestellt. Vermehrte Triglyceride im Blut sind wie Cholesterin ein wichtiger Risikofaktor der Arteriosklerose und des Herzinfarktes. Zur Vorsorge gegen erhöhte Blutfettwerte wird neben der Bestimmung des Cholesterinwertes diese Bestimmung empfohlen.
HARNSÄURE
männl. < 65 J.: bis 7,0 mg/dl

weibl. < 65 J.: bis 5,7 mg/dl
> 65 J.: bis 8.4 mg/dl
zu hoch = schlecht!
Die Harnsäure ist ein Endprodukt des Stoffwechsels. Erbliche Stoffwechselfehler, Nierenfunktionsstörungen sowie falsche Ernährung können zu erhöhten Harnsäure­werten führen. Dadurch nimmt das Risiko einer Gichterkrankung zu. Erhöhte Harnsäurewerte gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren der Arteriosklerose!
GGT, Gamma-GT
Referenzwerte (25 °C):
männl.: 6 - 28 U/l
weibl.: 4 - 18 U/l
je höher, desto schlechter!
Die Gamma-Glutaminyltransferase (GGT) ist ein Enzym, das in vielen inneren Organen vorkommt. Erhöhte GGT- Werte können Anzeichen für Erkrankungen der Leber sein, wie z.B. chronische Leberentzündungen, virus- oder alkoholbedingte Leberschäden. Die GGT ist ein wichtiges Suchenzym bei Lebererkrankungen.
GOT:
Referenzwerte (25 °C):
Frauen: bis 15 U/l
Männer: bis 18 U/l
je höher, desto schlechter!
Die Glutamat-Oxalacetat-Transferase ist vor allem in Zellen von Leber, Muskeln und Nieren vorhanden und wird bei Zellschädigungen freigesetzt. Erhöhte Werte können auf eine Zellschädigung, z. B. eine Leber- oder Nierenerkrankung, hindeu­ten. Auch starker Alkoholkonsum spiegelt sich in erhöhten Werten wider.
HÄMOGLOBIN
männl.: 14 - 18 g/dl
weibl.: 12 - 16 g/dl
außerhalb = schlecht!
Das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen, sorgt im Körper für Sauerstoff- und Kohlendioxid-Transport und ist beteiligt an der Regulierung des Säure-Base-Haushaltes. Bereits die isolierte Bestimmung des Hämoglobins kann Hinweise auf Blutarmut bzw. Eisenmangel geben.
ERYTHROCYTEN
Referenzwerte:
männl.: 4.5-5.9 Mio/µl
weibl.: 4.1-5.1 Mio/µl
außerhalb = schlecht!
Die roten Blutkörperchen sind scheibenförmige Zellen, die den Sauerstofftrans­port im Blut bewerkstelligen. Sie werden im Knochenmark gebildet, leben etwa 120 Tage und werden dann in der Leber abgebaut. Zu hohe Werte deuten auf chronisch verstärkte Blutbildung im Knochenmark. Zu niedrige Werte weisen auf Blutarmut durch verstärkten Abbau, geringere Bildung oder durch zu kurze Lebensdauer hin. Ein Mangel an Eisen und Folsäure oder einseitige vegetarische Ernährung können sich ebenfalls in niedrigen Werten widerspiegeln. Die Folge zu niedriger Werte ist schlechtere Sauerstoff-Versorgung.
LEUKOCYTEN
Referenzwerte Erwachsene:

4400-11300 /µl
außerhalb = schlecht!
Die weißen Blutkörperchen sind wichtige Zellen unseres Immunsystems. Sie wer­den im Knochenmark und in lymphatischen Organen herangebildet und wehren körperfremde Substanzen, Viren oder Bakterien ab und schützen so unsere Gesund­heit. Die Werte sind verändert bei Entzündungen, Blutvergiftung, schweren Erkran­kungen, Knochenmarksschäden, sowie bei Infektionen. Körperliche Belastung und Streß kann die Werte erhöhen.
THROMBOCYTEN
Referenzwerte:
ca. 150000-400000 /µl
außerhalb = schlecht!
Die Blutplättchen sind kleinere Blutbestandteile, die eine wichtige Rolle bei der Gerinnung des Blutes spielen. Zu niedrige Werte bergen das Risiko verstärkter Blutungsneigung, zu hohe Werte das der verstärkten Blutpfropfneigung (Thromboseneigung).
HÄMATOKRIT
Frauen: 0.35-0.47
Männer: 0.40-0.52
außerhalb = schlecht!
Der Hämatokrit ist der Anteil der festen Bestandteile am Blut. Es wird i. d. R. konstant gehalten. Eine dauerhafte Verschiebung des Verhältnisses von flüssigen und festen Blutbestandteilen kann auf eine Erkrankung hinweisen wie z.B. Blutar­mut, Blutzellvermehrung oder auch auf größere Flüssigkeitsverluste.
QUICK-WERT
Normalbereich: 77-120%,
bezogen auf "Normalplasma"
außerhalb = schlecht!
Der Quick-Wert ist die sog. Thromboplastinzeit und ein Maß für die Gerinnungs­neigung des Blutes. Niedrige Werte heißen leichte Blutungen, hohe Werte bedeuten hohe Gerinnungsneigung. Der Test wird vor allem durchgeführt bei der Therapie mit Gerinnungshemmern (Marcumar) - dabei liegen die Werte bei 15-30%
CREATIN-KINASE (25 °C):
CK: Frauen < 70 U/l
CK: Männer < 80 U/l
CK-MB: Erw. < 10 U/l
höher = schlechtes Zeichen!
Creatinkinase gelangt ins Blut beim Absterben von Muskelzellen, z. B. bei einem Herzinfarkt, bei Unfällen oder bei extremem Muskeltraining. Die CK ist ein allgemeines Maß für Zerstörung von Muskelzellen. Die Untersuchung der CK-MB hat ihre Bedeutung in der Feststellung eines Herzinfarktes.

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