Bernhard Peter
Leise rieselt ...
Über Kopfschuppen und wie man sie los wird!
(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt Ihres Vertrauens)

 

Fettige und trockene Schuppen - wie entstehen sie?

Kopfschuppen sind ein Problem der Haut und nicht der Haare.

Sie entstehen im Zuge der ständigen Erneuerung der Kopfhaut: Die obersten Zellen der Kopfhaut verhornen, sterben und schilfern ab, während darunterliegende sich neu bilden. Das ist ein normaler Vorgang. Erst wenn er beschleunigt abläuft (bis zu dreifache Zellteilungsrate), werden im Übermaß Zellen abgestoßen. Diese ballen sich zusammen und werden als kleine, trockene, weiße, lockere Schuppen sichtbar, sitzen locker im Haar und rieseln nach unten. Das ist das typische Bild bei trockener Haut. Bei den ausgeprägteren Formen ist die Schuppenbildung mit einer leichten Hautentzündung (Rötung), Juckreiz und vermehrtem Talgabfluß verbunden bzw. mit der Bildung von Talg, der in seiner Zusammensetzung verändert ist. Dadurch werden die Haare fettig, die gelblichen und fettigen Schuppen haften an der Kopfhaut und lösen sich kaum ab. Bei starker Talgabsonderung ist der Haarboden von einem Gemisch aus Schuppen und Talg filmartig überzogen. Durch den ständigen Verlust der obersten Schichten wird die Haut dünner, empfindlich, gerötet und juckt. Schlimmstenfalls beginnt die Kopfhaut zu nässen, und die Schuppung breitet sich bis in den Haaransatz aus. Das durch den starken Juckreiz ausgelöste Aufkratzen der Haut kann bakterielle Infektionen nach sich ziehen.

 

Der Übeltäter ist entlarvt: Ein Hautpilz!

Der Pilz Pityrosporum ovale (Teil der normalen Hautflora, anderer Name: Malassezia furfur) ist verantwortlich für die Bildung von Schuppen, und zwar dann, wenn er sich zu stark vermehrt und das natürliche Gleichgewicht der Mikroorganismen auf der Kopfhaut gestört ist. Zu dieser Vermehrung kommt es bei entsprechender erblicher Veranlagung und unter dem Einfluß vieler verschiedener Faktoren wie z. B. Hormone, Klimaveränderungen, Streß und psychisches Ungleichgewicht, ungeeignete Kosmetik, zu aggressive Haarwaschmittel, Schwächung des Immunsystems. Die Beschwerden zeigen eine jahreszeitliche Schwankung und bessern sich in der Regel in den Sommermonaten. Ursache hierfür ist wohl die UV-Bestrahlung, die den Hautpilz hemmt.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Sie?

Waschen mit normalen Shampoos entfernt zwar kurzfristig die sichtbaren Schuppen, löst aber das Problem nicht nachhaltig.

Benutzen Sie daher besser ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo, das gegen die übermäßige Verhornung und das schnelle Nachfetten der Kopfhaut wirkt. Sie haben die Auswahl zwischen pflanzlichen Produkten, solchen, die die Verhornungsstörungen bekämpfen sowie solchen, die die Mikroflora der Kopfhaut wieder normalisieren. Dazu stehen medizinische Kuren mit Anti-Pilz-Mitteln zur Verfügung, die die übermäßige Vermehrung des verursachenden Pilzes wirkungsvoll eindämmen. Fragen Sie uns in der Apotheke danach!

 

Wie können Sie mit richtiger Haarpflege Schuppen vorbeugen?

Ein paar Kopfschuppen auf dem Kragen und im Haar sind hauptsächlich in kosmetischer Hinsicht störend: Wer Schuppen hat, wirkt ungepflegt. Dabei ist es ein Vorurteil zu meinen, Kopfschuppen seien Zeichen mangelnder Haarpflege. Eher das Gegenteil ist der Fall. Zu häufiges Waschen, stark entfettende Kopfhautwäschen, stark alkoholhaltige Haarwässer und zu heißes Haaretrocknen reizen die Kopfhaut und regen die Talg- und Schuppenbildung an. Vermeiden Sie deshalb auch möglichst aggressive Behandlungen beim Friseur (Dauerwelle, Färben). Verwenden Sie pH-neutrale Haarwaschmittel, und spülen Sie das Haar nach jeder Wäsche gründlich aus. Lassen Sie das Haar dann am besten an der Luft trocknen.

 

Wann zum Hautarzt?