Bernhard Peter
Fachchinesisch des Tee-Genusses:

Ein Wegweiser durch den Dschungel der Begriffe und Abkürzungen

Herstellungsverfahren und Farben des Tees:

Weißer Tee: Aus China, die neuen Knospen werden noch gepflückt, bevor sie sich geöffnet haben, und sofort gedämpft und getrocknet. Die gekrümmten Knospen sehen aufgrund der Haare silbrig aus (Silver tip). Aufguß sehr hell, strohfarben.

Grüner Tee: Unfermentierter Tee, meist aus China oder Japan. Die frisch gepflückten Blätter werden (meist ohne Welk-Phase) mit Heißluft behandelt, um die enzymatische Dunkelfärbung zu stoppen.

Gelber Tee: Sehr seltener Tee, ziemlich ähnlich dem grünen Tee von der Herstellung her

Pouchong-Tee: Sehr leicht fermentierter Tee, aus China oder Taiwan, oxidiert noch kürzer als Oolong (s.u.), häufig als Grundlage für Jasmintees oder andere Aromatees.

Oolong-Tee, auch Wu Long Tee: Halbfermentierte Tees, meist aus China oder Taiwan. Zuerst läßt man die Blätter zu 10-20% (China-Oolong) bzw. 60-70% (Formosa-Oolong) oxidieren, dann wird der Prozeß durch Erhitzen (Rösten) gestoppt. Formosa-Oolongs sind daher dunkler als China-Oolongs. In China werden halbfermentierte Wu Longs auch "Blaugrüner Tee" genannt.

Schwarzer Tee: Vollfermentierter Tee, der nach ausgiebigem Welken, anschließendem Rollen, Fermentieren und Trocknen erhalten wird, Farbe kupferfarben bis schwarz. In China gilt eine etwas andere Farbskala - diese Tees würden in China "Roter Tee" genannt, zur Unterscheidung vom Pu Er-Tee.

Pu Er-Tee, Schwarzer Tee aus China, dunkler Tee, Thé sombre: Tiefschwarzer Tee, Anderer Herstellungsprozeß als beim landläufig "schwarzer Tee" genannten, nicht-enzymatische Fermentierung. Diese Tees werden in China zu Ziegeln gepreßt. Ist nicht zu verwechseln mit dem Schwarzen Tee aus Indien o.ä.

 

Blattgrade und Qualitäts-Kürzel der Blatt-Tees (schwarz):

P Pekoe: abgeleitet von chines. Pak-ho, bezeichnet die feinen Haare des Neugeborenen. Die Chinesen nannten so die zarten, mit einem leichten Flaum überzogenen Frühlingsknospen des Teestrauches. Heute hat der Begriff seine Bedeutung verloren. Längst bestehen Pekoe-Tees nicht mehr nur aus jungen, zarten Blättern. Das Blatt ist kürzer, gröber und nicht so fein gerollt wie beim Orange Pekoe, im Aufguß ist es aber kräftiger. Oft mit Einwurf, z. T. holzig.

O Orange: abgeleitet vom niederländischen Königshaus Oranien. Kaufleute der niederländisch-ostindischen Kompanie haben damit "königlich" gute Tees bezeichnet. Heute bezeichnet Orange Pekoe nur eine Blattgröße.

OP Orange Pekoe: lange, drahtige Blätter größerer Klassierung. Der Tee enthält lange, spitze Blätter, die größer sind als beim FOP und geerntet wurden, nachdem sich die Knospen zu einem Blatt entfaltet haben. OP enthält selten tips.

FOP Flowery Orange Pekoe: Für diese Qualität werden nur die jüngsten Blätter des Strauches verwendet, also die Blattknospe und die ersten beiden Blätter. Es handelt sich dabei um dünne, drahtige und sorgfältig gerollte Blätter und Tips. Je nach Anzahl der Tips unterscheidet man folgende Topgrade: FOP < GFOP < TGFOP < FTGFOP < SFTGFOP

FP Flowery Pekoe: Wie P, wobei die Blätter für FP oft zu Kugeln gerollt werden.

F Flowery: Blumig, hier wurden nur die jüngsten Blätter zum Tee verarbeitet

G Golden: Der Tee enthält helle Spitzen (Tips), das sind die obersten Blattknospenspitzen der zarten, behaarten Triebe. Die Spitzen haben eine weniger starke und lange Fermentation hinter sich, da sie relativ wenig Cytoplasma enthalten. Die Bezeichnung wird nur bei Darjeeling und Assam verwendet.

T Tippy: Blattspitzen. Heißt, daß junge Blätter verwendet wurden. Dabei muß es sich aber nicht um eine außerordentliche Qualität handeln. Ein TGFOP hat eineen hohen Anteil an golden tips.

FT Finest Tippy: Steigerung von Tippy, besonders hohe Qualität

SFT Special Fine Tippy: Steigerung von Finest Tippy, außergewöhnlich hohe Qualität

Sup. Superior, nur bei indonesischen Tees

PS Pekoe Souchong: sehr grobe Sortierung mit offenen, breiten Blättern, kürzer und gröber als beim P, ergibt einen dünnen Aufguß

S Souchong: Wie PS. Große Blätter werden längseits gerollt und ergeben grobe, unregelmäßige Stücke. Der Begriff wird oft für Rauchtees aus China verwendet.

Zahlen: Die Zahl 1 hinter den Blattbezeichnungen kennzeichnet die beste Qualität.

Die genannten Tees enthalten ganze Blätter. Zerkleinerte Blätter findet man in den BOPs, Fannings oder Dusts (s.u.).

 

Angaben des Pflück-Zeitpunktes bei indischen Tees:

First Flush: Frühlingspflückung, bei Darjeelings und Assams (März), reiches Aroma, wertvollster Tee, "Teekampagne"

In-Between: Zwischenpflückung, bei Darjeelings (April-Mai)

Second Flush: Sommerpflückung, bei Darjeelings und Assams (Mai-Juni), dunkleres Blatt als vorige.

Monsunpflückung: Bei Darjeelings Ernte Juli-September, Tee ist von geringerer Qualität als bei den vier anderen Erntezeitpunkten. Der Tee leidet unter dem Sonnenmangel während der Monsunzeit.

Autumnal: Bei Darjeelings (November-Dezember). Tee mit großen Blättern, dunklere Farbe, kräftigeres Aroma als bei den ersten drei Ernten.

 

Herstellungsverfahrens-Kürzel

- ohne Angabe heißt traditionelles Verfahren

CTC Crushing, Tearing, Curling: Verkürzter und maschineller Produktionsprozeß im Reißwolf, ergibt kleinere Blattgrade mit stärkerem Aufguß.

LTP Lawrie tea-processor: Art Reißwolf für die Produktion von Fannings und Dusts

 

Klassierungs-Kürzel bei Schwarztees:

- Blatttee: Klassierungsangabe entfällt.

B Broken: Kein Blatttee, sondern etwas kleinere Gradierung.

F Fannings: Noch kleinere Gradationsstufe, i.d.R. für Teebeutel verwendet.

D Dust: Kleinste Gradierungsstufe, bei uns nur für Teebeutel verwendet.

 

Handelsqualitäten der schwarzen Blatt-Tees (FOP):

FOP (Flowery Orange Pekoe) < GFOP (Golden Flowery Orange Pekoe) < TGFOP (Tippy Golden Flowery Orange Pekoe) < FTGFOP (Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe) < SFTGFOP (Special Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe)

 

Handelsqualitäten der schwarzen Broken-Tees:

GBOP (Golden Broken Orange Pekoe) < TGBOP (Tippy Golden Broken Orange Pekoe)

BP (Broken Pekoe) < BOP (Broken Orange Pekoe) < FBOP (Flowery Broken Orange Pekoe) < GFBOP (Golden Flowery Broken Orange Pekoe) < TGFBOP (Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe)

BPS (Broken Pekoe Souchong)

 

Handelsqualitäten der Fannings:

OF (Orange Fannings), BOPF (Broken Orange Pekoe Fannings), PF (Pekoe Fannings), BPF Broken Pekoe Fannings), BMF (Broken Mixed Fannings)

 

Handelsqualitäten der Dusts:

PD (Pekoe Dust), RD (Red Dust), FD (Fine Dust), GD (Golden Dust), SRD (Super Red Dust), SFD (Super Fine Dust)

 

Anbaugebiete in Indien

Darjeeling: Hochland-Tees, Anbaugebiete 400-2500 m, auf den Vorbergen des Himalayas. Aroma, Farbe und Geschmack stark abhängig von Pflückzeitpunkt, Klima, Boden, Art der Teepflanzen, Anbauhöhe und Hanglage. 5 Ernten im Jahr (s.o.).

Assam: Anbaugebiet geringer Höhe in NO-Indien. 2 Ernten im Jahr. Davon hat die Frühjahrsernte nur eine geringe Bedeutung, die Mehrzahl der Tees wird zwischen April und Oktober geerntet (Sommerpflückung).

Dooars: Im Westen Assams gelegenes Anbaugebiet, besonders aromatische und farbkräftige Tees.

Kangra: Im Süden Kaschmirs gelegenes Anbaugebiet, kräftig-aromatischer Tee

Nilgiri: Berglandschft in Südindien, Anbaugebiet gleicher Höhe wie in Sri Lanka, im Aroma einem Ceylon sehr ähnlich.

Terai: Tiefebene im Süden der Darjeeling-Anbaugebiete, ca. 300 m Höhe.

"Blend" = Mischung aus Tees verschiedener Anbaugebiete. Wenn nicht eine bestimmte Plantage angegeben ist, sondern nur z.B. "Darjeeling", handelt es sich um einen "Blend".

Zurück zur Übersicht Sonstige
Andere pharmazeutische Seiten
Home

© Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2004
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de