Bernhard Peter
Cholesterin: Runter mit den Werten!
Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt Ihres Vertrauens!

 

Cholesterin: Unentbehrlich und schädlich zugleich!?

Cholesterin ist einerseits für unseren Körper sehr wichtig. Es wird z. B. als Baustein für die Zellmembranen und zur Bildung bestimmter Hormone benötigt. Der Organismus bildet den größten Teil selbst, vor allem in der Leber. Den anderen Teil nimmt man mit der Nahrung zu sich. Eine gewisse Menge Cholesterin muß im Blut transportiert werden, damit lebenswichtige Stoffwechselprozesse ablaufen können. Andererseits ist Cholesterin ein Risikofaktor, wenn zuviel davon im Blut vorhanden ist. Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist eine wichtige Ursache für Arterienverhärtung und in Folge für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Herzinfarkt und Herzgefäßerkrankungen waren früher selten. Heute stehen sie an erster Stelle der Todesursachen, mehr als Krebs und Verkehrsunfälle zusammen. Als Hauptursache werden Fettstoffwechselstörungen und vor allem ein erhöhter Cholesterinspiegel erkannt.

Die Arteriosklerose ist eine krankhafte Veränderung der Schlagadern, die mit Ablagerungen an den Innenwänden der Gefäße einhergeht. Dadurch werden die Arterien allmählich immer enger. Das Blut kann dann schlechter hindurchfließen. Die Folge ist, daß zu wenig Sauerstoff zu den einzelnen Organen gelangt. Schließlich kann eine Ader sich ganz verschließen. Geschieht das zum Beispiel an den Herzkranzgefäßen, die das Herz versorgen, kommt es zum gefürchteten Herzinfarkt. Bei einem Verschluß in den Gehirnarterien entsteht ein Schlaganfall.

Es ist heute unbestritten, daß eine Erhöhung des Cholesterinspiegels die Ablagerungen in den Gefäßen begünstigt.

Zwei Gesichter eines Moleküls: "Gutes" und "schlechtes" Cholesterin

Damit das Cholesterin im Blut transportiert werden kann, bindet es sich an Eiweißkörper. Eine dieser Eiweiß-Cholesterin-Verbindungen wird LDL genannt. Sie hat einen hohen Cholesterinanteil. Wenn insgesamt zu viel Cholesterin im Blut ist, ist das LDL an der Ablagerung des Cholesterins in die Arterienwand und somit an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt. Aus diesem Grund bezeichnet man das LDL-Cholesterin auch als "schlechtes" Cholesterin.

Im Gegensatz dazu enthalten die HDL genannten Eiweiß-Cholesterin-Verbindungen wesentlich weniger freies Cholesterin. HDL sorgt dafür, daß Cholesterin aus den Zellen, dem Blut und aus den Gefäßwänden in die Leber abtransportiert wird, und wirkt damit der Arteriosklerose entgegen. Deshalb bezeichnet man es auch als "gutes Cholesterin".

Für die Beurteilung des Arterioskleroserisikos ist es deshalb wichtig, neben dem Gesamtcholesterin auch die LDL- und HDL-Cholesterin-Werte zu bestimmen.

 

Richtwerte (in mg/dl):              gesund                         ungesund                      krank

Gesamt-Cholesterin                              120 bis 200                   bis 240                         über 240

LDL-Cholesterin                                  60 bis 135                     136 bis 160                   über 160

HDL-Cholesterin                                 Soll: so hoch wie möglich, am besten > 55,

                                                                       kritisch bei Männern: unter 35, Frauen: unter 45

Verhältnis LDL/HDL                           < 3.5

Problematisch ist, daß Grenzwerte für den Cholesterinwert von vielen Faktoren abhängen, etwa dem Alter und dem Geschlecht. So ist für Frauen vor den Wechseljahren ein hoher Wert weniger schädlich als für Männer oder ältere Frauen. Ganz wichtig ist außerdem die Frage, ob schon Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind oder ob weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes), Rauchen, hohe Harnsäurewerte, familiäre Veranlagung oder Übergewicht und Bewegungsmangel vorliegen. Nach einem Herzinfarkt sollte das LDL-Cholesterin beispielsweise noch weiter gesenkt werden.

 

Welche rezeptfreien Medikamente können Sie zur Senkung des Cholesterinspiegels unterstützend und vorbeugend einsetzen?

 

Welche rezeptfreien Medikamente können Sie weiterhin zur Vorbeugung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützend einsetzen?

 

Was können Sie sonst noch unterstützend tun?

Abbau von Übergewicht: Streben Sie Normalgewicht an, nicht nur, um Körperfett zu reduzieren, sondern auch, weil Übergewicht ein eigenständiger Risikofaktor für Bluthochdruck und Arteriosklerose ist!

Achten Sie auf ausreichend Bewegung! Dadurch wird das gefäßschädigende LDL-Cholesterin gesenkt und das gefäßschützende HDL-Cholesterin erhöht. Außerdem bekämpft regelmäßige (täglich, mindestens 15 Min.!) sportliche Betätigung den zusätzlichen Herz-Kreislauf-Risikofaktor Bluthochdruck. Geeignete Sportarten sind z. B. Wandern, leichte Laufübungen, Radfahren, Schwimmen und Skilanglauf.

Umstellung der Ernährung: Cholesterin aus der Nahrung vermeiden. Bis zu 300 mg Cholesterin können pro Tag mit der Nahrung aufgenommen werden, ohne schädlich zu sein. Besser wären nur 250 mg/Tag. Tatsächlich nehmen wir heute im Durchschnitt 600 mg/Tag auf. Meiden Sie Nahrungsmittel mit sehr hohem Cholesterin-Gehalt: Eier, Butter, Sahne, Vollmilch, Speck, Schmalz, fettes Fleisch, Innereien, fette Wurstsorten, Schalen- und Krustentiere.

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