Bernhard Peter
Abnehmen - aber mit Vernunft!
(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit Ihrem Arzt)

 

Müssen Sie abnehmen? Sie können Ihr Normalgewicht nach zwei Formeln berechnen:

nach BROCA: Sollgewicht (in kg) = Körpergröße (in cm) - 100         

Body-Mass-Index (BMI): BMI= Gewicht (in kg) / (Größe (in m) im Quadrat)

 

Was sind die Folgen von Übergewicht?

Wenn Sie nach diesen Formeln festgestellt haben, daß Sie übergewichtig sind, dann hilft nur: Herunter mit dem Speck! Und Sie tun nicht nur etwas für Ihr Aussehen, indem Sie abnehmen. Sie verringern auch Ihr persönliches Risiko für viele Erkrankungen wie:

 

Woher kommt Übergewicht?

Übergewicht kann verschiedene Ursachen haben, z.B. Krankheiten, das Verhalten beim Essen und Trinken, Bewegungsmangel oder Veranlagung. Viele Menschen essen zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig und trinken zu viel Alkohol. In seltenen Fällen (etwa 5%) ist das Übergewicht stoffwechselbedingt. Alle Ursachen haben aber im Grunde eines gemeinsam: Das Problem liegt in einem Ungleichgewicht von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch.

 

Wie können Sie sinnvoll abnehmen?

Wer es richtig machen will, versucht langsam und kontinuierlich abzunehmen (max. 1/2 bis 1 kg pro Woche). Hegen Sie keine überzogenen Erwartungen: Selbst mit Totalfasten könnten Sie nicht mehr als 300g pro Tag an Gewicht verlieren. Alle Werbeaussagen, die mehr versprechen, sind somit bare Lüge. Sinnvolles Abnehmen basiert auf folgenden Maßnahmen:

Ernährungsumstellung: Um einen dauerhaften Gewichtsverlust zu erreichen, muß Fettsubstanz abgebaut werden. Muskelmasse darf dabei nicht verlorengehen. Damit außerdem Antriebskraft und Leistungsfähigkeit erhalten bleiben, dürfen die wertvollen, schnell verfügbaren Energiereserven (Glykogen) im Muskel und in der Leber nicht angegriffen werden. Die Konzentration des Zuckers im Blut muß auch während einer Diät konstant bleiben. Es kommt sonst zu Konzentrationsschwächen und Schwindelgefühl. Damit der Stoffwechsel reibungslos ablaufen kann und die Abwehrkräfte des Körpers nicht geschwächt werden, muß die Versorgung mit lebensnotwendigen Mineralstoffen und Vitaminen auch während der Diät gesichert sein. Gesundes Abnehmen heißt also nicht nur, Kalorien einzusparen (FDH, "Friß die Hälfte"), sondern es ist verbunden mit einer echten Ernährungsumstellung (IDR, "Iß das Richtige").

Überlisten des Hungers: Sättigungsmittel, Quellmittel, vor dem Essen mit viel Flüssigkeit einzunehmen

Spezielle kalorienreduzierte Ernährung (Formula-Diäten)

Unverzichtbar ist sportliche Betätigung: Sport hat eine dreifache Wirkung:

  1. Die körperliche Anstrengung verbraucht Kalorien.
  2. Der Grundumsatz ist nach dem Sport noch für längere Zeit erhöht.
  3. Enzyme zum leichteren Fettabbau werden angeregt.

 

Unsere Vorschläge für eine sinnvolle Reduktionsdiät:

Kontrollierte Kalorienaufnahme: Die tägliche Kalorienzufuhr sollte keinesfalls unter 1200 Kalorien fallen. Die wöchentliche Gewichtsabnahme sollte sich auf 500 bis 1000 g einpendeln. Das entspricht einer Einsparung von 3500 bis 7000 kcal. Auf sieben Tage verteilt bedeutet das, täglich 500 bis 1000 Kalorien weniger zu essen.

Nicht an Kohlenhydraten sparen! Kohlenhydrate braucht der Körper unverzichtbar für viele Stoffwechselprozesse. Stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Brot (möglichst Vollkorn), Nudeln und Reis bilden damit die Grundlage der Kost. Das Gehirn und die roten Blutkörperchen können ausschließlich Glucose verbrennen. Wird diese knapp, werden vom Organismus Proteine (z. B. Muskeln) vernichtet, um Glucose daraus zu basteln! Es sollen qualitätvolle, keine leeren Kohlenhydrate sein ("leere" sind reine Kohlenhydrate ohne Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe, z.B. Zucker, weißes Mehl etc.)

keinen Alkohol (hochkalorisch, steigert den Appetit!)

reichlich frisches Gemüse und Obst. Die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen darf nicht unter Ihrer Diät leiden!

Streichen Sie besser folgende Vokabeln aus Ihrem Bewußtsein: "Chips", "Erdnußflips", "Hamburger", "Cheeseburger", "Pommes Frites", "Döner", "Fast Food" etc.

Ballaststoffe sättigen, ohne dem Körper allzu viele Kalorien zu liefern. Das macht sie so wertvoll bei einer Reduktionsdiät.

Das Fett soll einen Anteil von maximal 25% der täglichen Energiemenge ausmachen, das entspricht einer Menge von etwa 32 g. 1 g Fett enthält doppelt soviel Kalorien wie 1 g Kohlenhydrate. Das Einsparen von Fett schlägt deshalb bei der Energiebilanz stark zu Buche. Ein Überschuß an Fett wird in körpereigenes Fett umgewandelt. Gerade während einer Reduktionsdiät muß man deshalb die Fettzufuhr im Auge behalten. Das heißt in der Praxis: sparsamer Umgang mit sichtbarem Fett wie Butter, Margarine und Öl. Man muß aber auch an das "versteckte Fett" in Wurst, Backwaren und Süßigkeiten (Schokolade) denken, deren Fettgehalt oft unterschätzt wird.

Genügend Flüssigkeit! Die wünschenswerte Trinkmenge liegt bei 2 Litern pro Tag. Geeignete Getränke sind Mineralwasser, mit Mineralwasser verdünnte Fruchtsäfte und Kräuter- oder Früchtetees.

 

Sättigungsmittel können abnehmen helfen!

Um eine kalorienreduzierte Diät “durchzuhalten” und den Appetit auf übergroße Mahlzeiten zu zügeln, können sogenannte Füllmittel helfen. Diese werden vor den Mahlzeiten mit einem großen Glas Wasser oder Saft geschluckt und bewirken so, daß der Magen schon gefüllt ist und so die Sättigung eher einsetzt. Außerdem regen diese Präparate auf natürliche Weise die Verdauung an.

 

Formula-Diäten:

Um nur mal 1 oder 2 Kilos loszuwerden oder um eine Diät einzuleiten, kann man auch mal zu einer sogenannten Formula-Diät greifen. Das sind Nährstoffgemische, die als Pulver oder Granulat zu Drinks oder Suppen zubereitet werden. Sie sind fett- und kalorienreduziert und enthalten pro Tag nicht mehr als 1200 kcal und zeichnen sich dadurch aus, daß sie alle Stoffe enthalten, die der Körper braucht, um seinen Stoffwechsel in Gang zu halten (Vitaminen und Mineralstoffe). Eine oder mehrere Hauptmahlzeiten am Tag werden einfach ersetzt. Wichtig: Stellen Sie danach trotzdem Ihre Ernährung um, sonst kommen die Pfunde wieder!

 

Wundermittel gibt es nicht!

Unsinn Nr. 1: Sog. Schlankheitsmittel: Von dubiosen Firmen und Scharlatanen werden immer wieder mit großem Marketing-Aufwand Wundermittel angepriesen. Damit kann auf Dauer kein wirklicher Gewichtsverlust erzielt werden. Schlanker wird dabei nur Ihr Geldbeutel! Im Zweifelsfall: Glauben Sie nicht dem Papier, sondern fragen Sie in der Apotheke nach, ehe Sie viel Geld für Nichts ausgeben!

Unsinn Nr. 2: Entwässernde Mittel bewirken zwar zu Anfang einen Gewichtsverlust, den der Körper jedoch mit dem nächsten Glas Sprudel wieder ausgleicht. Fett wird dadurch nicht abgebaut!

Unsinn Nr. 3: Abführmittel erzielen zwar einen momentanen Gewichtsverlust, aber nur vom Gewicht des Darminhaltes, die Fettpolster bleiben!

Unsinn Nr. 4: Iodhaltige Präparate sollen angeblich den Grundumsatz erhöhen, bergen aber nur die Gefahr, den Stoffwechsel nachhaltig zu stören. Es ist zwar richtig, daß eine erhöhte Schilddrüsenaktivität einen erhöhten Grundumsatz zur Folge hat. Es ist auch richtig, daß Jod eine Rolle im Schilddrüsenstoffwechsel spielt. Das System Schilddrüse unterliegt aber ausgefeilten Regulationsmechanismen. Die Aussage, daß eine erhöhte Jodzufuhr einen Gewichtsverlust bewirkt, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Unsinn Nr. 5: Carnitin transportiert zwar Fettsäuren in der Zelle. Aber es hat überhaupt keinen Effekt auf die Steuerung des Fettauf- und Abbaus! Auch hier werden von pfiffigen Werbestrategen an sich richtige Teilaussagen zu einem unsinnigen Ganzen verbastelt. Schlanker wird auch hier nur Ihr Geldbeutel.

Unsinn Nr. 6: Extremdiäten und einseitige Ernährungsweisen entbehren jeder naturwissenschaftlichen Grundlage und können mehr schaden als nützen!

Zurück zur Übersicht Sonstige
Andere pharmazeutische Seiten
Home

© Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2004
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de