Bernhard Peter
Frosch im Hals

Heiserkeit, Halsentzündung und was Sie dagegen tun können

Heiserkeit liegt meist eine durch Viren ausgelöste Entzündung von Kehlkopf und Stimmbändern zugrunde, oft in Zusammenhang mit einer Erkältung, Angina catarrhalis oder einer Nasennebenhöhlenentzündung. Man verspürt Kratzen im Hals sowie Räusperzwang. Die Kehlkopfschleimhaut ist entzündet und geschwollen. Es bildet sich vermehrt Schleim. Die Stimmbänder können nicht richtig schwingen. Wenn sich die Stimmritze nicht mehr ganz schließen kann, kann man nur noch heiser krächzen. Klingt die Erkältung ab, schwindet meist auch die Heiserkeit. In jedem Fall muß die Entzündung ausheilen, sonst kann sie chronisch werden.

Auch nach zeitweiliger Überanstrengung durch Sprechen oder Singen kann Heiserkeit auftreten. Mögliche Ursachen können auch eine allergische Reaktion, ständig zu trockene Raumluft, zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder das regelmäßige Einatmen von Reizstoffen aus der Umwelt (z. B. Industrie- oder Autoabgase, chemische Dämpfe, "Wohngifte") sein.

Bakterientötende und schmerzlindernde Lutschtabletten

Diese Lutschpastillen enthalten meist eine Kombination aus einem örtlich wirkenden Antibiotikum, einem Desinfektionsmittel zur Keimtötung und einem Lokalanästhetikum, welches den Schmerz nimmt, und evtl. auch pflanzliche Auszüge. Man läßt sie ganz langsam im Mund zergehen. Mit dem Speichel gelangen dann die keimtötenden und schmerzstillenden Wirkstoffe bis zum Kehlkopfbereich. Durch den ständigen Speichelfluß kann auch der hintere Rachenbereich benetzt werden. Behalten Sie die Pastillen längere Zeit im Mund, um eine gut desinfizierende Wirkung zu erreichen und um die notwendige Speichelbildung zu fördern. Um einen möglichst langen Kontakt der Wirkstoffe mit den Schleimhäuten zu gewährleisten, sollten Sie das Arzneimittel nach dem Essen oder Trinken und noch einmal vor dem Schlafengehen anwenden. Ggf. enthaltene Antibiotika wirken nur lokal, werden nicht im Magen-Darm-Trakt resorbiert und gelangen nicht in den Blutkreislauf. Sie wirken nur örtlich. Die Antibiotika können die für diese Erkrankungen ursächlichen Viren nicht beseitigen. In die virös vorgeschädigten Schleimhäute lagern sich jedoch gerne Bakterien ein, die die Entzündung verstärken und weiter unterhalten. Deshalb muß eine Reduzierung dieser Bakterien therapeutisches Ziel sein. Zur Bekämpfung einer bakteriellen Superinfektion, z. B. einer eitrigen Mandelentzündung, ist das enthaltene Antibiotikum viel zu schwach. Ein solcher Fall, insbesondere wenn im Hals schon weißliche Beläge sichtbar sind, gehört in die Hand eines Arztes.

Lutschtabletten mit Ambroxol

Seit kurzer Zeit gibt es einen alten Bekannten in neuem Gewande: Der Wirkstoff Ambroxol ist als Schleimlöser aus der Hustenmedizin wohlbekannt. Wenn man ihn mit 20 mg Stärke als Lutschpastille verarbeitet, steht ein hervorragendes und modernes Mittel gegen Halsschmerzen zur Verfügung. In dieser Dosierung wirkt es nicht nur einfach schmerzstillend (lokalanästhetisch), sondern sogar wirkungsvoller als andere gern verarbeitete Stoffe (s. o.). Dazu sorgt der Wirkstoff für die Bildung dünnflüssigeren Sekretes, damit möglichst schnell der Hals wieder von einer schützenden Schleimschicht überzogen wird. Darüberhinaus hat der Wirkstoff eine günstige Wirkung auf die Bildung von Surfactant, das ist – grob vereinfacht - die innere Auskleidung der Lunge.

Antibiotische Sprays

Der Wirkstoff Fusafungin ist ein bei Atemwegsinfekten vielseitig einsetzbares Mittel mit einem Wirkungsspektrum, das viele bei Halsentzündung und Schnupfen relevanten bakterielle Erreger wie Staphylokokken, Pneumokokken, Streptokokken und Mykoplasmen erfaßt, selbst den Problemkeim Haemophilus influenzae. Bisher wurden noch keine Resistenzen gegen den Wirkstoff Fusafungin beobachtet. Weiterhin spricht die gute Verträglichkleit für Sprays mit diesem Wirkstoff. Die Wirkung ist ausschließlich örtlich; systemische Nebenwirkungen im Körper müssen nicht befürchtet werden. Darüberhinaus hat dieses antibiotische Spray eine entzündunghemmende Eigenwirkung. Unter der Therapie kommt es rasch zu einem Abklingen der Entzündung der Atemwege. Mögliche Beschwerden wie Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Reizhusten, Kratzen und Schmerzen werden rasch gemildert. Bei grippalen Infekten und Schnupfen kann zusätzlich auch für die Nase benutzt werden, denn das Spray hat je einen Sprühaufsatz für den Mund und für die Nase.

Präparate zum Gurgeln

Diese Lösungen eignen sich zur Keimzahlminderung im Mundhöhlenbereich. Bei Heiserkeit können sie auch zum Gurgeln verwendet werden. Es ist aber sehr wichtig und nicht immer leicht, den ganzen Rachen- und Kehlkopfbereich auch wirklich zu erreichen. Ein Benetzen der Gaumenmandeln, Gaumenbögen und der Rachenhinterwand ist aber meist wegen des Würgereflexes nicht möglich.

Inhalieren

Inhalieren Sie mit bestimmten Salzgemischen (ausschließlich im Tröpfchenvernebler, nicht im Wasserdampfbad! Im Wasserdampfbad bleibt das Salz untendrin und gelangt nicht in die Nase oder in den Hals!), das verflüssigt die Schleimbeläge, die dann besser abgehustet werden können, und läßt die Stimmbänder abschwellen. Die gereizten Oberflächen werden feucht gehalten, was den Reiz mindert. Mit Lösungen oder Lutschtabletten schwer zugängliche Stellen des Rachens werden gut erreicht.

Jüngere Menschen mit sonst gesunder Schleimhaut können auch mit den ätherischen Ölen der Kamille oder des Salbeis o.ä. einmal täglich inhalieren. Da ätherische Öle die Schleimhaut reizen können, sollten Asthmatiker und Personen mit anderen Bronchialerkrankungen eher nicht damit inhalieren oder zumindest sehr vorsichtig dabei sein.

Besorgen Sie sich zum Inhalieren am besten ein Inhalations-Tischgerät, z. B. mit einer fertigen Kamillenlösung. Es hat gegenüber der wackeligen Schüssel mit Tuch über dem Kopf etliche Vorteile: Es ist standfest, die Wassertemperatur bleibt für die Dauer der Inhalation (10 bis 15 Minuten) konstant, die Augen werden nicht unnötig durch das ätherische Öl gereizt, da die Maske nur Nase und Mund umschließt, weiterhin gibt es Masken in verschiedenen Größen, so daß auch Kinder inhalieren können.

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