Bernhard Peter
Autsch! Behandlung von Sport-Verletzungen
(Bitte besprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Beschwerden und Maßnahmen mit einem Arzt Ihres Vertrauens)

Behandlung von offenen Wunden

Bei offenen Wunden ist eine primäre Wunddesinfektion unerläßlich. Schürfwunden sind häufig stark verschmutzt. Deshalb muß hier die Wundreinigung (mechanisch) und Desinfektion (chemisch) besonders sorgfältig durchgeführt werden.

Wunddesinfektionsmittel

Verbandmaterial für die Versorgung offener Wunden

Was gehört alles in eine Sportapotheke? Einfaches Pflaster, Sprühpflaster, Idealbinden, Pinzette zum Entfernen von Fremdkörpern, sterile Wundauflagen, Kompressen als Wundauflage, Klammerpflaster, Wundnahtstreifen, Mullbinden zum Fixieren der Wundauflage, Einmalhandschuhe (Blut!), nichthaftender Verbandstoff, Salbengaze, Pflasterklebeband zum Befestigen, Schere

Nachbehandlung von Wunden, granulationsfördernd, heilungsfördernd

Ideal zur Nachbehandlung: Salben mit dem Wirkstoff Dexpanthenol. Diese Wund- und Heilsalben fördern die Reepithelisierung, d. h. die Neubildung der obersten Hautschichten. Sie sorgen für eine gute Wundheilung und reduzieren eine mögliche Narbenbildung.

Blutstillung

Gelegentlich können Blutungen schwer zu stillen sein (Fingerkuppe, Nase). Dann können Tupfer, Gaze oder Watte eingesetzt werden, die mit Thromboplastin getränkt sind und die Blutgerinnung aktivieren.

Maßnahmen zur Linderung unmittelbar nach stumpfen Verletzungen (Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Dehnungen von Muskeln oder Bändern)

Pause: Nach einer Dehnung oder Zerrung ist die Stabilität des Bewegungsapparates vermindert. Deshalb riskiert man beim Weitermachen nicht nur, daß das Band, die Sehne oder der Muskel abreißt, auch andere Teile sind plötzlich gefährdet. Deshalb sollte man nach einer eingetretenen Verletzung unbedingt pausieren und das betroffene Körperteil ruhigstellen.

Kühlung: Neben der Ruhigstellung muß man die Schwellung nach der Verletzung bekämpfen. Hierzu muß der Schwellung durch Kühlung und Druckanwendung begegnet werden. Beides erreicht man durch Kaltkompressen, die man mit einer elastischen Binde auf der betreffenden Stelle fixiert. Die Kompresse besteht aus einem in Plastik eingeschweißten Gel, das man im Eisfach herunterkühlt. Andere bestehen aus einer Kältemischung, die bei Bedarf durch Schlag auf die Verpackung hergestellt wird. Wichtig ist, daß man die Kälteanwendung nach 5 Minuten unterbricht, um Erfrierungen auf der Haut zu vermeiden.

Hochlegen: Nach der Versorgung der verletzten Stelle durch Kühlung und Kompression sollte man den betroffenen Körperteil hochlegen. Dadurch vermeidet man einen Blutstau und eine Zunahme der Schwellung.

Stumpfe Verletzungen, lokale Medikamente gegen Schmerz und Entzündung

Zur äußerlichen Anwendung eignen sich besonders flüssige Zubereitungen und Gele, die durch die Verdunstung einen zusätzlichen Kühleffekt ausüben. Die enthaltenen Wirkstoffe sind sog. Antiphlogistika und bekämpfen die Schmerzen und eine ggf. vorhandene Entzündung.

Blutergüsse

Der Wirkstoff Heparin (bzw. Analoga) wird angewandt, um ein Blutgerinnsel aufzulösen, das sich durch die Verletzung unter der Haut gebildet hat. Nicht immer ist solch ein Blutgerinnsel als "blauer Fleck" sichtbar.

Therapie von Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen mit Roßkastanien-Extrakt

Die Inhaltstoffe von Roßkastanie wirken auf die Durchlässigkeit der Kapillaren. Durch die gefäßabdichtende Wirkung kommt es zu weniger Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe.

Arztbesuch

Nach diesen ersten Maßnahmen sollte man mit einem verletzten Gelenk möglichst bald einen Arzt konsultieren. Es muß nämlich festgestellt werden, ob es sich wirklich nur um eine banale Verstauchung handelt oder ob eine ernstere Verletzung dahintersteckt. Bei Frakturen nach Möglichkeit keine Selbstbehandlung durchführen!

Muskelkrämpfe

Nach längerdauernder großer körperlicher Belastung und bei starken Schweißverlusten fällt der Magnesiumspiegel im Blut rapide ab. Die Folge kann ein Muskelkrampf sein. Wenn ein Krampf auftritt: Muskel einige Male passiv dehnen! Im akuten Fall lassen sich Mangelerscheinungen wie Ameisenlaufen, Kribbeln, Krämpfe etc. durch die Gabe von 1 g Magnesium in Form gut löslicher Salze kurzfristig beheben.

Sonstiges:

Bei Verletzungen der Haut, Schürf- und Platzwunden, insbesondere beim Sort im Außenbereich: Wann war die letzte Tetanus-Impfung? Die Auffrischung sollte spätestens alle 10 Jahre erfolgen. Wenn der Impfschutz nicht mehr ausreicht, sollten Sie bitte sofort einen Arzt deswegen konsultieren! Gerade bei mit Erde und Schmutz verunreinigten Wunden ist das Risiko einer Infektion hoch, weil Sporen der Tetanus-Bakterien im Erdreich jahrzehntelang überdauern können.

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