Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1029
Neuburg an der Donau

Unteres Tor, Residenz-Tor

Das Untere Tor war früher der einzige Zugang zur Stadt von Osten her. Der lange, tunnelartige Torweg führt unter dem Nordflügel des Schlosses hindurch und mündet auf dessen Vorplatz.

Das auf der Ostwand angebrachte gemalte Wappen paßt so gar nicht zur Renaissance-Architektur obendrüber, es ist wesentlich später entstanden (auf 1752 datiert) und gehört zu Karl Philipp Theodor Kurfürst v. der Pfalz u. v. Bayern (11.12.1724 - 16.2.1799), vermählt am 17.1.1742 in erster Ehe mit Maria Elisabeth Aloise Auguste Pfalzgräfin bei Rhein zu Sulzbach (17.1.1721 - 17.8.1794, ein Sohn, der nur einen Tag alt wurde: Franz Ludwig Joseph Pfalzgraf bei Rhein 28.6.1761 - 29.6.1761), am 15.2.1795 in zweiter Ehe mit Maria Leopoldine Josepha Johanna Erzherzogin v. Österreich-Este, Prinzessin v. Modena (10.12.1776 - 23.6.1848, kinderlose Ehe), dazu zwei nichteheliche Verbindungen mit Francoise Despres-Verneuil und Maria Josefa Gräfin v. Heydeck, also insgesamt ohne Stammhalter. 1733 Pfalzgraf bei Rhein zu Sulzbach, Marquis v. Bergen-op-Zoom, 31.12.1742 Kurfürst von der Pfalz (Karl IV). Obwohl aus der Seitenlinie Sulzbach, wurde er Kurfürst, weil die Hauptlinie Pfalz-Neuburg ohne männlichen Nachkommen war. Wegen des frühen Todes von Vater und Onkel wurde er von Karl III Philipp von der Pfalz (Kurfürst 1716 bis 1742, letzter der Linie Pfalz-Neuburg der Wittelsbacher) erzogen und als Nachfolger herangezogen. Aus dieser Zeit stammt das vorliegende Wappen, die Initialen stehen für Carl Theodor Palatinae Comes. Später wurde der Wappenträger am 30.12.1777 Kurfürst v. Bayern (Karl II, zur Unterscheidung von Karl Albrecht reg. 1726-1745). Die bayerische Linie der Wittelsbacher starb 1777 mit Kurfürst Max III. Joseph von Bayern aus. Übernahme der Regierung durch Karl Theodor gemäß Erbverbrüderungsvertrag und 1778 Verlegung des Regierungssitzes und der Hofhaltung nach München. 1789 Verlust des Stammlandes als Folge der französischen Revolution. 16.2.1799 gestorben in der Münchner Residenz an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein Nachfolger wurde Herzog Maximilian IV Joseph von Pfalz-Zweibrücken (Maximilian I von Bayern, 27.5.1756 - 13.10.1825).

Die verschiedenen Komponenten seines Wappens sind auf zwei einander zugeneigte Schilde verteilt. Es handelt sich mitnichten um ein Ehe- oder Allianzwappen, was allein daran zu sehen ist, daß die Komponenten Kleve-Jülich-Berg einerseits, Bergen op Zoom andererseits und Veldenz in ganz, ganz unterschiedlichen Ecken des Stammbaums angeheiratet wurden. Vielmehr erfolgte die Aufteilung auf zwei Schilde aus ästhetischen Gründen.

Literatur, Quellen und Links
Hinweistafeln am Gebäude
Siebmacher's Wappenwerk
Geschichte von Pfalz-Neuburg:
http://www.pfalzneuburg.de/page2/page2.html
Virtueller Stadtrundgang in Neuburg:
http://neuburg-donau.info/sehenswertes/rundgang/station1/station1.htm etc.
Territorialgeschichte: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Pfalz-Neuburg-Ausstellung:
http://www.hdbg.de/pfalz/Neuburg_Ausstellung.htm
Seite der Stadt Neuburg:
http://www.neuburg-donau.de/
Schloß Neuburg:
http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/neuburg.htm
Herrn Wolfgang Kaps ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise.

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