Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1070
Oppenheim am Rhein

Oppenheim, Katharinenkirche (9)
Wappen in Glasfenstern

Dieses Fenster mit insgesamt sechs Wappen aus der Oppenheimer Geschichte wurde am 12.6.1927 von Herrn Ludwig Freiherr Heyl zu Herrnsheim gestiftet.

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden.

Wappen Landschad von Steinach: In Gold eine schwarze Harfe. Die Helmzier ist ein gekröntes Männerhaupt mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar, auch als Davidshaupt bezeichnet, das Haar die Helmdecke ersetzend.

Wappen der Familie Köbel: In Gold ein verschlungener grüner Baumzweig, auf dem eine natürliche Eule sitzt. Helmzier die Eule. Es handelt sich um ein bürgerliches Geschlecht, das aus Altbayern stammt und im Siebmacher Bürgerliche 2 ohne Farbangaben zu finden ist.

Wappen der Herren von Cronberg (Kronenstamm): Geviert. Feld 1: In Rot (das Blau ist hier falsch!) eine goldene Krone. Feld 2 und 3 in Silber 4 (2:2) blaue (die Farben sind hier falsch!) Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh), Feld 4: Rot. Helmzier ein schwarzer Federbusch, auch als eine schwarze Zirbelnuß interpretiert. Helmdecken rot-silbern.

von Sturmfeder: In Blau zwei aufrecht nebeneinanderstehende und mit den Schneiden nach auswärts gewendete goldene Streitäxte mit goldenen (hier natürlichen) Stielen. Auf dem gekrönten Helm befänden sich die beiden Streitäxte wie im Schild. Helmdecken wären blau-golden. Später führten die Herren von Sturmfeder einen aus dem Stammwappen und dem der Lerch von (Erbsaß zu) Dirmstein gevierten Schild. Rheinischer Uradel, aber auch in Schwaben und Franken in der Reichsritterschaft vertreten. Stammsitz ist Oppenweiler in Württemberg.

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Hause Habsburg: In Gold der schwarze, rotbewehrte und -gezungte sowie goldennimbierte doppelköpfige Reichsadler, die Brust belegt mit einem Habsburger-Wappen, gespalten aus dem roten Feld mit einem goldenen Kastell, eigentlich dreitürmig und mit blauen Fenstern und ebensolchem Tor für das Königreich Kastilien und den blau-goldenen Schrägstreifen Burgunds innerhalb einer roten Bordierung. Der bekannte Reichsherold Caspar Sturm (1475-1552) stammte aus Oppenheim. Er wurde dadurch berühmt, daß er Martin Luther 1521 zum Reichstag nach Worms und zurück schützte und begleitete.

Weitere Glasfenster geben eine Vielzahl von Familienwappen wieder:

Wappen Sittmann: Gespalten von Silber und Rot, vorne ein wilder Mann, einen goldenen Stern emporhaltend, hinten übereinander und voneinandergekehrt zwei schwarze Flügel, jeder mit einem silbernen Balken belegt, darauf ein goldener Stern. Auf dem Helm ein wilder Mann wachsend, einen goldenen Stern emporhaltend, zwischen zwei schwarzen Flügeln, jeder mit einem silbernen Balken belegt, darauf ein goldener Stern. Decken rot-silbern und rot-golden lt. Siebmacher Mecklenburg, hier wie im Siebmacher Pommern angegeben rot-silbern und schwarz-golden. Beschreibung im Siebmacher Bände Pommern und Mecklenburg. Friedrich Sittmann, kaiserlicher Rittmeister, wurde von Kaiser Leopold I 1638 geadelt.

Wappen Obenauer: Geviert, Feld 1 und 4 in Blau eine silbern gekleidete und golden gekrönte Gestalt ohne Beine und mit emporgereckten Armen, Feld 2 und 3 in golden-schwarz geteiltem Feld ein Löwe in verwechselten Farben. Zwei Helme: Helm 1 (vorne): eine silbern gekleidete und golden gekrönte Gestalt aus der Helmkrone wachsend mit emporgereckten Armen, Helm 2 (hinten): ein goldener Löwe aus der Helmkrone wachsend. Helmdecken vorne blau-silbern, hinten schwarz-golden. Ohne Literaturbeleg.

Wappen Bayer: In Blau ein goldengeschäfteter Wedel aus 6 silbernen Straußenfedern. Auf dem blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Decken drei Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei blauen. Ohne Literaturbeleg. Begleitet von zwei Beiwappen.

Wappen Schnecko: In Gold drei rote Balken, darüber zwei schräggekreuzte silberne Schlüssel, die Bärte auswärts und nach oben gerichtet, die Kreuzungsstelle mit einer Scheibe mit einer silbernen Lilie belegt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken eine silberne Lilie. Ohne Literaturbeleg.

Wappen Wernher: In Rot über grünem Dreiberg eine schräglinks gestellte silberne Wolfsangel (Doppelhaken), überdeckt von einer pfahlweise gestellten Wolfsangel gleicher Tinktur, vorne und hinten begleitet von je einem goldenen Stern über den äußeren Bögen des Dreibergs. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein goldener Stern zwischen einem rot-golden übereck geteilten Paar Büffelhörner. Dieses entspricht dem Wappen Wernher im Siebmacher Bürgerliche 10. Dort sind die beiden Doppelhaken jedoch nicht silbern, sondern golden tingiert. Die Herkunft der Familie wird mit Hornbach bei Zweibrücken angegeben, später taucht die Familie in Mainz auf, von wo sie sich nach Darmstadt, Nierstein und Oppenheim ausbreitete.

Wappen Wallot: In Blau ein goldener Sparren, oben begleitet von zwei goldenen Sternen, unten ein Bund von drei goldenen gestileten Eicheln, mit einem goldenen Band zusammengebunden. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken drei Straußenfedern, eine goldene zwischen zwei blauen. Ohne Literaturbeleg.

Wappen Heyl zu Herrnsheim: In Blau ein schräggelegter goldener Schlüssel, mit dem Bart nach oben und außen, oben links und unten rechts begleitet von zwei silbernen Lilien. Hier ist das Wappen nach innen gewendet. Auf dem gekrönten Helm mit hier abweichend golden-silbernen Decken ein wachsender, hier silberner Drache, der in seinen Vorderpranken einen goldenen Schlüssel mit dem Bart nach oben hält. Es gibt farbliche Abweichungen zu der zweiten Darstellung des Wappens in der Katharinenkirche. Ohne Literaturbeleg.

Wappen von Schmidt: In Blau eine silberne Hausmarke, bestehend aus einem Schaft mit einer vorne schaftweise nach unten abgewinkelter Kreuzkopfsprosse und hinterer Fußstrebe. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Helmdecken auf rotem Dreiberg drei fächerförmig gestellte silberne Lanzenspitzen. Hier ist - die Regel verletzend, daß man entweder einen Helm mit Helmzier oder eine Rangkrone, nie aber beides zugleich verwendet - über dem Schild eine siebenperlige goldene Freiherrenkrone dargestellt. Ohne Literaturbeleg.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Evangelische Kirchengemeinde, Katharinenkirche Oppenheim
http://www.katharinen-kirche.de
Dr. Dagmar Gilcher: Ein Denkmal und seine Pflege: Die Katharinenkirche in Oppenheim, aus: Die Rheinpfalz vom 08.09.07,
http://www.katharinen-kirche.de/pdf/katharinenkirche.pdf
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Martin Held, Die Katharinenkirche in Oppenheim:
http://www.katharinen-kirche.de/pdf/diekatharinenkircheinoppenheimmitbildern.pdf
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Förderverein Katharinenkirche:
http://www.foerderverein-sankt-katharinen.de/
Oppenheimer Geschichtsverein:
http://www.oppenheimer-geschichtsverein.de/

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Verwendung der Aufnahmen aus der Katharinenkirche zu Oppenheim mit freundlicher Erlaubnis von Frau Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator vom 19.06.2008 (http://www.katharinen-kirche.de)

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