Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1073
Offenbach: Wappen zwischen Glas und Stahl

Offenbach: evangelische Stadtkirche

Inmitten der modernen Architektur Offenbachs haben sich nur wenige alte Bauten erhalten, sofern man nach dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Schmuckstücke noch von "erhalten" sprechen kann, historische Zeugen, die heute wie verloren inmitten von Glas und Stahl des modernen Offenbachs stehen, unten umbraust vom Leben der Stadt, oben überzogen von einer der Haupteinflugschneisen des Frankfurter Flughafens. Früher fügten sich die Kirchen in die niedrige Bebauung zwanglos ein, heute stehen sie etwas verloren und zusammenhangslos inmitten der modernen Giganten. Und dennoch gibt es inmitten dieser Wüste moderner architektonischer Funktionalität Wappen:

Der Grundstein zur evangelischen Stadtkirche wurde am 2.9.1739 gelegt. Hintergrund war eine zeitweise Vertreibung der Lutheraner aus Offenbach. 1590 mußten die Lutheraner Offenbach verlassen, weil das Grafenhaus reformiert war. Als sich die Lage etwas entspannte, durften sie Ende des 17. Jh. wieder in Offenbach leben, die Gottesdienste aber hielt man in Fechenheim oder Oberrad ab. Erst seit 1734 durften sie wieder öffentlich ihre Glaubensvariante ausüben, und wenige Jahre später entstand diese Kirche. Die Baumeister sind Johann Wilhelm Beck, Johann Fleischmann und Johann Hartmann Leipolt. 1748 war die Stadtkirche fertiggestellt, ein Jahr später der Turm. Der Kirchenraum ist ein schlicher rechteckiger Saalbau mit dreiseitigem Chorabschluß. 1944 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern aus. Sie wurde bis 1949 unter Veränderung von Fassadengestaltung und Innenraum wiederaufgebaut. Insbesondere wurde beim Wiederaufbau der bisherige, wuchtige, mit zwei achteckigen Aufsätzen bekrönte Turm durch einen einfachen Dachreiter ersetzt. Die Außenfassade wurde 2004 nach historischem Vorbild restauriert. Einziger Fassadenschmuck ist das Isenburger Doppelwappen über dem Eingang. Übrigens wurden 1848 die lutherischen und reformierten Gemeinden vereinigt, und seitdem heißt das Gebäude einfach Stadtkirche. Am 18./19.3.1944 wurde sie bei den schweren Fliegerangriffen bis auf die Umfassungsmauern zerstört und ab 1949 von Heinz Collin wiederaufgebaut.

Zweimal das Wappen Isenburg (in Silber zwei schwarze Balken, die nicht abgebildete Helmzier wäre ein mit goldenen gestürzten Lindenblättern (Herzchen) bestreuter schwarzer Flug, die Helmdecken wären schwarz-silbern), zwei verschiedene Isenburger Linien, die gar nicht so weit auseinanderliegen, sind durch Heirat erneut verbunden. Zugleich bezeugt dieser Wappenstein auch das Ende der Offenbacher Linie, denn hier heiratete die Erbtochter der Offenbacher Linie, einziges Kind ihrer Eltern, einen Grafen aus der Birsteiner Linie, so wurden die Gebiete wiedervereint.

Abstammung des Ehemannes:

Abstammung der Ehefrau:

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Informationstafeln am Gebäude
Hessische Kulturdenkmäler:
http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=78220&session=913&event=Query.Details

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Haus Isenburg und Isenburg-Büdingen

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