Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1083
Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis, Hessen)

Wächtersbach - Teil (2): Personendenkmale

An einer dem Schloßpark zugewandten Mauer nördlich des Hauptbaues stehen einige alte Personendenkmale mit zum Teil sehr interessanten Wappendarstellungen. Leider ist vieles schon verwittert, insbesondere die Inschriften im unteren Teil der Sandsteinplatten, und das Vorhandene weiterer Verwitterung preisgegeben, denn nur winzige Schutzdächer halten das Gröbste an Niederschlägen ab.

Der Stein erinnert an Christiana Auguste zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (4.11.1726 - 11.6.1730), Tochter von Ferdinand Maximilian II. Graf zu Ysenburg-Büdingen in Wächtersbach (12.1.1692 - 21.4.1755) und dessen zweiter Ehefrau (1725 in Gedern geheiratet) Ernestina Wilhelmina zu Stolberg-Gedern (29.1.1695 - 7.5.1759). Die beiden Wappenschilde sind die der Kindeseltern. Zur optisch Linken der Ysenburger Schild mit den beiden schwarzen Balken in Silber.

Der vorliegende Wappenschild der Linie Stolberg-Gedern ist viermal gespalten zu fünf Pfählen:

Dieser Stein erinnert an Wilhelmine Ernestine zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (9.7.1686 - 1.9.1686) und Friedrich Wilhelm zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (5.7.1688 - 15.10.1688), beide als Kleinkinder gestorben. Ihre Eltern sind Ferdinand Maximilian I. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (24.12.1661/3.1.1662 - 14.3.1703), vermählt mit Albertina Maria v. Sayn-Wittgenstein-Berleburg (29.1.1663 - 29.11.1711). Die beiden Wappenschilde sind die der Kindeseltern. Zur optisch Linken der Ysenburger Schild mit den beiden schwarzen Balken in Silber.

Das Wappen der Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ist wie folgt aufgebaut:

Der Stein erinnert an Ferdinand Maximilian II. Graf zu Ysenburg-Büdingen in Wächtersbach (12.1.1692 - 21.4.1755), vermählt in zweiter Ehe 1725 in Gedern mit Ernestina Wilhelmina zu Stolberg-Gedern (29.1.1695 - 7.5.1759). Die beiden Wappenschilde sind ein Ehewappen. Zur optisch Linken der Ysenburger Schild mit den beiden schwarzen Balken in Silber. Zu optisch rechten Seite sieht man das Wappen von Stolberg-Gedern, welches weiter oben im Detail beschrieben ist.

Hier ist die Zuordnung des Steines aufgrund fortgeschrittener Verwitterung der Inschrift nicht mehr möglich. Gezeigt wird der Isenburger Wappenschild mit den beiden schwarzen Balken in Silber in einer Rocaille-Kartusche.

Hier ist die Zuordnung des Steines aufgrund fortgeschrittener Verwitterung der Inschrift nicht mehr möglich. Gezeigt wird zweimal das Ysenburger Vollwappen mit den beiden schwarzen Balken in Silber.

Diese relativ gut erhaltene Platte mit deutscher Inschrift erinnert an Gräfin Sophia Dorothea Wilhelmina v. Rechteren-Almelo (15.8.1706 - 23.10.1758), Tochter von Adolph Heinrich Graf v. Rechteren Herr zu Almelo u. Vriesenveen (10.3.1657 - 25.3.1731) und Sophia Juliana v. Castell-Rüdenhausen ((23/28).2.1673 - 17.7.1758), erste Ehefrau von Albrecht August Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (14.4.1717 - 25.11.1782). Letzterer war holländischer Generalmajor der Infanterie und niederländischer Generallieutenant und Inhaber eines Infanterieregiments, von daher kam die Verbindung mit der niederländischen Grafenfamilie zustande. Seine Frau starb nach nur zwei Jahren Ehe, denn die Heirat fand am 22.4.1756 in Almelo statt. Die beiden Wappenschilde sind ein Ehewappen. Zur optisch Linken der Ysenburger Schild mit den beiden schwarzen Balken in Silber. Das Wappen der niederländischen Grafen von Rechteren-Almelo zeigt in Gold ein durchgehendes rotes Kreuz (Rechteren). Die Helmzier wäre ein goldener, rotgestulpter Hut, besteckt mit einer roten Straußenfeder. Decken rot-golden. Schildhalter zwei goldene, widersehende Greifen (nach einer zeitgenössischen Abbildung). Almelo wäre folgendes Wappen: In Gold drei blaue Balken, diese belegt mit 5:4:3 silbernen Wecken. Dieses Motiv wird 1485 als Herzschild der Grafen von Rechteren, den neuen Herren von Almelo, aufgenommen. Der Herzschild Almelo kommt im vermehrten Wappen der Grafen von Rechteren-Limpurg-Speckfeld ebenfalls als Herzschild vor, während die Felder 1 und 4 das Stammwappen zeigen, die Felder 2 und 3 aber das in sich gevierte Wappen der Grafen von Limpurg.

Diese ebenfalls gut erhaltene und im gleichen Stil wie die zuletzt besprochene Tafel mit dem Doppelwappen Ysenburg-Ysenburg erinnert an die Landesmutter Auguste Carolina zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (15.7.1722 - 30.11.1758), Tochter von Ernst Casimir I. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (12.5.1687 - 15.10.1749) und Christiana Eleonora zu Stolberg-Gedern (12.9.1692 - 30.1.1745), Ehefrau von Ferdinand Casimir I. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (19.1.1716 - 16.9.1778), den sie am 7.7.1750 geheiratet hatte. Das Paar hatte zwei Kinder: Ferdinand Casimir II. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (17.(10/11).1752 - 1.12.1780) und den früh verstorbenen Christian Wilhelm (Albrecht) zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (2.11.1757 - 27.4.1758).

Das letzte hier vorgestellte Personendenkmal mit dem Doppelwappen Ysenburg-Ysenburg mit lateinischer Inschrift erinnert an Wolfgang Ernst zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (3.4.1721 - 26.5.1751), Sohn von Ferdinand Maximilian II. Graf zu Ysenburg-Büdingen in Wächtersbach (12.1.1692 - 21.4.1755) und Albertine Ernestine zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (25.8.1692 - 11.6.1724).

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere die Bände Grafen und Hoher Adel (Fürsten)
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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