Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1084
Wirtheim (Main-Kinzig-Kreis, Hessen)

Wirtheimer Schloß

Wirtheim ist ein kleiner Ort im Kinzigtal an der Mündung der Bieber in die Kinzig, ca. fünf Kilometer östlich der Stadt Gelnhausen, heute verwaltungsmäßig ein Teil der Großgemeinde Biebergemünd. Früher gehörte der Ort zum Erzbistum Mainz. 1366 erhielt Wirtheim Stadtrechte, und kurz darauf wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen, ein repräsentativer, zweigeschossiger, aber schlichter Adelssitz ohne besonders akzentuierte Einzelformen für den Amtmann in Mainzer Diensten, ehemals Adelshof der Herren von Lauter. Die Forstmeister von Gelnhausen hatten Schloß und zugehöriges Gut als Kurmainzer Lehen inne. Das heutige Gebäude ist im Stile der Renaissance gehalten, ein typisches Element ist der abgesetzte, hofseitige Treppenturm mit runder Spindel. Die Erbauungszeit dürfte die Mitte des 16. Jh. sein, wobei einige Fenster älter erscheinen und vermutlich wiederverwertet wurden. 1808 ging das Schloß in Bürgerbesitz über; 18 verschiedene Parteien erwarben das Anwesen. Im 19. Jh. wurde die hofseitige Auslucht angebaut. Heute ist der linke Teil nach wie vor Privatbesitz, während der rechte Teil der Gemeinde gehört. Das Schloß wurde 1997-2001 renoviert. Weil das Gebäude extrem nahe an der Straße steht, wurde ein tonnengewölbter Raum im Erdgeschoß als Fußgängertunnel umgebaut. Das ursprüngliche Gebäude war natürlich hier geschlossen. Heraldisch interessant ist das große Allianzwappen über dem Eingang zum Treppenturm, das stilistisch später als das Gebäude einzustufen ist.

Der Wappenschild heraldisch links ist der der Familie von Schleifras. Er ist gespalten, vorne in Gold eine rote, aufrecht gestellte Axt, Schneide nach hinten, hinten in Rot (hier falsch angestrichen) ein schwarzer, höhenverstellbarer Kesselhaken mit Zahnschiene. Nicht dargestellt ist die zugehörige Helmzier, auf gekröntem Helm ein roter Flug mit goldenen Saxen. Helmdecken rot-golden.

Der Wappenschild heraldisch rechts ist der der Familie Forstmeister von Gelnhausen, in blauem, mit goldenen Schindeln bestreuten Feld ein pfahlweise gestellter goldener Widerhaken (Doppelhaken), oben mit einem Vogelkopf versehen, oben rechts begleitet von einem roten Kreuzlein. Nicht dargestellt ist die zugehörige Helmzier, ein goldener Widerhaken, oben mit einem Vogelkopf versehen, zwischen zwei mit goldenen Schindeln und einem roten Kreuzlein bedeckten Adlerflügeln. Helmdecken blau-golden.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Historischer Ortsrundgang:
http://www.geschichtsverein-biebergemuend.de/gfx/05_historische_Ortsrundg%E4nge/Flyer_Wirtheim.pdf.pdf
Informationstafel am Gebäude
Hessische Residenzen der Renaissance:
http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/158_Wirtheim_Schloss.xml

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