Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1086
Windecken (Nidderau-Windecken)

Altes Rathaus Windecken

Das Alte Rathaus in Windecken wurde um 1520 erbaut. Im Erdgeschoß waren die jetzt mit Fenstern verschlossenen Spitzbogenarkaden einst offen und gaben Zugang zur dahinter befindlichen Markthalle. Im Erdgeschoß des seit 1996 als Bibliothek der Stadt Nidderau-Windecken genutzten Gebäudes sind weiterhin sehenswert eine gewölbte Schatzkammer mit geschmiedeter Tür sowie Holzsäulen aus der Erbauungszeit. Im 30jährigen Krieg wurde das Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, und danach wurde das Gebälk vom Zimmermann Georg Herrscher erneuert. Beachtung verdient der Erker mit seiner ein Vollwappen rechts und links flankierenden Maßwerkbrüstung im spätgotischen Stil.

Das Wappen ist das der Grafen von Hanau: in Gold drei rote Sparren. Die Helmzier zeigt einen auffliegenden, silbernen Schwan. Die Farben der Helmdecken sind hier rot-golden, sie werden in der Literatur auch als rot-silbern (vgl. Scheiblersches Wappenbuch), vielfach auch ganz silbern beschrieben.

Interessanterweise ist das Wappen im Scheiblerschen Wappenbuch genau umgekehrt abgebildet, nämlich mit drei goldenen Sparren in Rot.

1429 wird die Herrschaft Hanau wurde zur Grafschaft erhoben. Die gräfliche Familie erlosch im Jahre 1736. Erben der Grafschaft waren Hessen-Kassel (Hanau-Münzenberger Landesteil) und Hessen-Darmstadt (Hanau-Lichtenberger Landesteil). Die Grafen von Hanau haben übrigens nichts zu tun mit den Fürsten von Hanau, diese Linie entsproß einer nicht standesgemäßen Ehe des Kurfürsten von Hessen-Kassel.

Das heutige Stadtteilwappen von Windecken entspricht dem alten Wappen der Grafen von Hanau in der Form eines fünfmal von Gold und Rot gesparrten Schildes. Das Stadtwappen von Nidderau ist hingegen gespalten, vorne drei goldene Sparren in Rot, hinten in Gold ein einköpfiger schwarzer Reichsadler am Spalt.

Burg Wonnecken

Auf dem Hügel über Windecken steht die Burg Wonnecken, der einstige Sitz der Grafen von Hanau. 1239 und 1260 verpfändete Bamberg den Besitz an die Herren v. Hanau. 1262/1277 ließ Reinhard I von Hanau die Burg in Spornlage erbauen, strategisch günstig an einer Kreuzung zweier Straßen und in der Nähe eines Nidderüberganges; sie wurde bis 1436 als ständige Residenz genutzt, danach verlegte man die Residenz nach Hanau und nutzte die Burg als Witwensitz. Philipp d. Ä. und Philipp d. J., die Begründer der beiden Linien Hanau-Münzenberg und Hanau-Lichtenberg, wurden auf dieser Burg 1417 bzw. 1449 geboren. Zerstört wurde die Burg im 17. Jh. während des 30jährigen Krieges, nur wenige Jahre nachdem sie schloßartig ausgebaut worden war, erst 1635 durch kaiserliche Truppen, dann 1646 durch schwedische Truppen. Die Steine waren danach willkommenes Baumaterial für den Ort. Außer wenigen Mauerzügen sind die Gebäude neueren Datums. Der Grundriß ist rechteckig mit Zugang in der Mitte einer Schmalseite. Über dem stark veränderten Tor aus dem 16. Jh. ist ein reichlich verwittertes Wappen der Grafen von Hanau eingemauert, deutlich ist aber zu erkennen, daß es hier in einer fünfmal gesparrten Variante geführt wurde. Die Burg ist heute in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Hinweistafeln vor Ort an
den Gebäuden
Rudolf Knappe, Mittelalterlische Burgen in Hessen, Gudensberg, 2000

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