Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1144
Dresden (Sachsen)

Das Dresdener Residenzschloß

Das Dresdener Residenzschloß ist ein Konglomerat aus Bauteilen vom 13. bis zum 21. Jh.. Aus einer Burg der Markgrafen von Meißen, die den Elbübergang bewachte, wurde die ehemalige Residenz der sächsischen Herzöge, Kurfürsten und zuletzt Könige, heute ist es ein riesiger Museumskomplex, an dessen Restaurierung immer noch gearbeitet wird. Der älteste sichtbare Teil ist der Hausmannsturm in der Bildmitte aus dem 14. Jh., der jüngste sichtbare Teil ist das gewölbte gläserne Dach über dem kleinen Schloßhof und die frisch geschlossene Baulücke im Ostflügel. Die bestimmenden Baustile sind jedoch Renaissance und Neorenaissance. Kurfürst Moritz ließ in der Mitte des 16. Jh. einen Schloßneubau im Stil der Renaissance errichten, um seine frisch erworbene Kurwürde und seinen neuen Machtanspruch auch architektonisch zur Geltung zu bringen. Und die Neorenaissance kam ins Spiel, als das Schloß 1889 aus Anlaß der 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin historisierend umgestaltet wurde. In dieser Zeit kamen Ecktürmchen, Giebelchen, ein neues Georgentor und ein neuer Südflügel hinzu. In den Innenhöfen wirkt dieses Schloß daher wesentlich authentischer und befriedigender als an seinen Außenfassaden. Was verwundert, ist, daß August der Starke das Schloß fast nicht veränderte, somit der Barock als Stil hier nicht bestimmend ist wie sonst in der Stadt.

Am ganzen Schloß finden sich außen viele Wappendarstellungen, die jedoch relativ unergiebig sind, zum einen, weil sie künstlerisch eher den Umbaumaßnahmen des 19. Jh. zuzurechnen sind, zum anderen, weil sie sich bis auf wenige Ausnahmen auf die einfache Wiedergabe des Rautenkranzschildes beschränken.

Sächsisches Wappen am Nordflügel-Eingang in den Großen Schloßhof (Grünes Tor). Die von floralem Rankwerk umgebene, ovale Kartusche ist gespalten, vorne in von Schwarz und Silber geteiltem Feld zwei schräggekreuzte rote Schwerter (Kurschwerter, Zeichen des Erzmarschallamtes (Archimareschallus), hinten von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz (Sachsen, Wettiner)

Sächsisches Wappen (von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz) in einer ovalen Kartusche mit eingerollten Rändern unter einer Löwenfratze an der Südwand des östlichen Anbaus zwischen Georgentor und Stallhof. Man beachte die Eleganz der geschwungenen Rautenkranzführung.

Wappenkartusche an der Südwand des Georgentores, links über der Durchfahrt. Es zeigt in von Schwarz und Silber geteiltem Feld zwei schräggekreuzte rote Schwerter (Kurschwerter, Zeichen des Erzmarschallamtes (Archimareschallus). Das Bemerkenswerte ist die extreme dreieckige Verzerrung der in den Zwickel eingefügten Kartusche mit eingerollten Ecken.

Wappenkartusche an der Südwand des Georgentores, rechts über der Durchfahrt. Es zeigt über von Schwarz und Gold neunmal geteiltem Feld einen grünen schrägrechten Rautenkranz (Sachsen, Wettiner). Auch diese in den Zwickel eingefügte Kartusche mit eingerollten Ecken ordnet sich mit ihrer extremen Verzerrung gänzlich dem dekorativen, flächenausfüllenden Charakter unter.

Diese beiden schildhaltenden Löwen befinden sich über einem Portal der Ostseite des Residenzschlosses.

Literatur, Links und Quellen
Siebmachers Wappenbücher
Matthias Donath, Jörg Blobelt: Altes und Neues Dresden, 100 Bauwerke erzählen Geschichten einer Stadt, edition Sächsische Zeitung, SAXO'Phon GmbH, Dresden 2007, ISBN 978-3-938325-41-4
Heinz Quinger: Dresden und Umgebung, Geschichte, Kunst und Kultur der sächsischen Hauptstadt, DuMont Kunstreiseführer, 5. Auflage 2007, ISBN 978-3-7701-4028-2

Dresden (Sachsen): Postdistanzsäule - Cosel-Palais - Hofkirche - Johanneum - Kunstakademie - Zwinger, Wallpavillon - Zwinger, Frz. Pavillon - Zwinger, Math.-Phys. Pavillon - Zwinger, Kronentor - Residenzschloß

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