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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 144
Aschaffenburg,
Stiftskirche St. Peter und Alexander
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Stiftskirche zu Aschaffenburg, Johannes von Kronberg
Cronberg,
Cronberg und Cronberg: 3 Stämme eines Geschlechts
Die Familie von Cronberg
(Cronenberg, Kronberg, Kronenberg) ist ein altes Rittergeschlecht
aus dem Taunus, das ursprünglich Eschborn hieß, nach dem
gleichnamigen Ort am Südhang des Taunus unweit von Königstein.
Zugleich waren die von Eschborn (Askeburne, Aschenburnen,
Hescheburnen) Edelbürger von Frankfurt am Main, damals
Reichsstadt. Es werden 1219 und 1238 Wigand von Eschborn, 1219
Hartmund von Eschborn, 1228 Frank, 1239 Otto erwähnt. Als Ritter
werden sie ebenfalls urkundlich erwähnt, z. B. Hartmund
(Hartmut) von Eschborn 1250. Die ersten, die sich nach ihrer neu
erbauten Burg Cronberg (heute Kronberg im Taunus) nannten, waren
die Brüder Hartmund und Otto fratres de Cronenberg. Die Burg
besteht heute noch, mit einem älteren staufischen Teil
(Oberburg) und einer wohnlicheren Anlage (Mittelburg), mit Blick
auf die Frankfurter Skyline an den Hängen des Taunus gelegen.
Der alte Wohnsitz in Eschborn blieb bis zur Zerstörung 1622
Nebensitz.
Schon zur Bauzeit der Burg Kronberg teilte sich die Familie Eschborn im frühen 13. Jh. in zwei Stämme, den Kronenstamm und den Flügelstamm. Eigentlich war die Teilung bereits 1219 vollzogen. Damit war die Burg Cronberg im Prinzip eine Ganerbschaft, eine Ganerbenburg, auf der ein 1339 und 1344 schriftlich geschlossener Burgfriede galt. Der Kronenstamm geht auf Otto I von Eschborn (1230, 1255) zurück, zog auf die Burg Cronberg und nannte sich ab da "von Cronberg". Aus diesem Kronen-Stamm kommt der Mainzer Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg. Dieser Stamm starb zuletzt (1704) aus, Cronberg kam zu Mainz, dann zu Nassau, dann an Preußen und zuletzt an Hessen. Der Familienzweig des Flügelstamms, der auf Hartmut II von Eschborn (1235 von Eschborn, 1250 von Cronberg, gest. vor 1253) zurückgeht, zog ebenfalls auf die neue Burg. Aus diesem Stamm kommt der Deutschordenshochmeister Walther von Cronberg, die zweite Berühmtheit der Familie. Dieser Stamm starb mit Johann Eberhard von Cronberg 1617 aus, Burggraf von Friedberg. Der Eselsohrenstamm (Ohrenstamm, Johannesstamm) entstand durch weitere Spaltung der Familie als Seitenlinie. Erloschen im 15. Jh. Der Kronenstamm hatte ab dem 16. Jh. zwei Unterlinien, die von Walter X und die von Hartmut XIII, wobei letztere die gräfliche Linie wurde.
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Das
Grabdenkmal in der Stiftskirche:
Im Kreuzgang der Stiftskirche
zu Aschaffenburg ist in dessen Nordflügel ein Grabdenkmal des
Johannes von Kronberg, gest. 22. April 1439. Kunstgeschichtlich
ist dieses Grabmal der Beginn des spätgotischen Realismus in der
Christophorus-Darstellung, man beachte insbesondere im unteren
Bereich das Wasser-Getier und die Freude am Detail. Heraldisch
ist dieses Grabmal interessant, weil hier die Wappen von zwei
Cronberg-Linien gleichzeitig vertreten sind: Heraldisch links der
Eselsohrenstamm ohne Krone in Feld 1 und mit Eselsohren als
Helmzier, heraldisch rechts der Kronenstamm mit Krone in Feld 2
und mit Federbusch (Zirbelnuß) als Helmzier
Der Vater des Johannes von Kronberg war Hartmut VIII (1371-1422, gest. vor 1426) aus dem Kronenstamm, dessen Wappen wir auf der Grabplatte heraldisch rechts und im unteren kleinen Bild vergrößert sehen.
Blasonierung Wappen Kronenstamm: Geviert, Feld 1 und 4 in Silber 4 (2:2) blaue Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh), Feld 2 und 3: Rot, in Feld 2 eine goldene Krone. Helmzier ein schwarzer Federstoß, auch als Zirbelnuß interpretiert. Helmdecken rot-silbern.
Die Mutter des Johannes von Kronberg war Lorchen vom Ohrenstamm (1391-1411), deren Wappen wir hier auf der Grabplatte heraldisch links und im oberen kleinen Bild vergrößert sehen.
Blasonierung Wappen Ohrenstamm: Geviert: Feld 1 und 4 Rot, Feld 2 und 3 in Silber 4 (2:2) blaue Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh). Helmzier auf dem gekrönten Helm zwei silberne Eselsohren. Helmdecken rot-silbern.
Das Grabdenkmal ist eines der seltenen heraldischen Dokumente, wo wir zwei Stämme gleichzeitig verewigt sehen.
Genealogie
des Johannesstammes
(geb. = Geburtsdatum, gest. =
Sterbedatum, sonstige sind Erwähnungsdaten)
Genealogie
des Kronenstammes, 1. Teil
(geb. = Geburtsdatum, gest. =
Sterbedatum, sonstige sind Erwähnungsdaten)
Links zur Stiftsbasilika:
http://www.stiftsbasilika.de/index.htm
http://www.stiftsbasilika.de/basilika/basilika.htm
Literatur:
freundliche Auskunft von Herrn Dr. Karl Huf, Burgverein
Burg Kronberg
http://www.burgkronberg.de/willkommen.html
http://members.kabsi.at/seeau/Encyclopaedia/LinienMuetter/Familie-Cronberg.htm
Siebmachers Wappenbücher
M. Müller-Hillebrand: Cronberg,
Geschichte eines Rittergeschlechtes und seiner Burg, Verlag
Waldemar Kramer Frankfurt 1950, 3. Auflage 1984, ISBN
3-7829-0084-7
Jutta und Wolfgang Ronner: Die Herren von Kronberg an Nahe,
Neckar, Rhein und Main, Selbstverlag Wolfgang Ronner 1980, ISBN
3-9800322-0-5
Wolfgang Ronner, Stammtafel der Ritter, Herren und Grafen von
Kronberg, Selbstverlag Wolfgang Ronner 1981, ISBN 3-9800322-1-3
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Wappen der Herren von Cronberg - Kronenstamm - Flügelstamm - Ohrenstamm
Ortsregister Photos von Wappen - Namensregister
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©
Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2006-2007
Impressum
Veröffentlichung
der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis von
der Kath. Kirchenstiftung St. Peter und Alexander, 23.1.2007
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