Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 145
Aschaffenburg, Stiftskirche St. Peter und Alexander

Stiftskirche zu Aschaffenburg, Theodorich (Dietrich) Schenk von Erbach

Theoderich (Dietrich) von Erbach:
In der Stiftskirche zu Aschaffenburg befindet sich das Grabmal von Theodorich von Erbach, Sohn von Eberhard Erzschenk von Erbach, seit 6.7.1434 Erzbischof von Mainz, deutscher Erzkanzler und Kurfürst, gestorben 6.5.1459 AD. Seine Amtzeit war geprägt durch heftige Auseinandersetzungen zwischen Papst und Baseler Konzil, wo er eine ausgleichende und vermittelnde Rolle zu spielen versuchte. Dennoch kam es zu einer Suspendierung und Absetzung des Papstes Eugen IV, ein kirchengeschichtlich äußerst interessanter Vorgang. Unter Erbachs Vermittlung kam es in der Angelegenheit dann doch noch zu einer gütlichen Einigung. Auf drei Synoden in Mainz und zweien in Aschaffenburg sorgte er für Ordnung in seinem Erzbistum. In seine Amtszeit fällt das wichtigste Ereignis in Mainz, das die Nachwelt weit stärker und nachhaltiger beeindruckte und beeinflußte als alle Taten aller Mainzer Erzbischöfe zusammen: Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg.

Das Grabdenkmal in der Stiftskirche:
Ganz oben das Wappen des Kurfürsten Theodorich von Erbach, geviert aus dem Mainzer Rad in den Feldern 1 und 4 sowie dem Wappen der Grafen von Erbach in den Feldern 2 und 3: Geteilt rot-silbern, oben zwei silberne Sterne und unten ein roter Stern.

3 Helme zu hinter dem Schild aufrecht stehendem Vortragekreuz und hinter dem Schild gekreuzten Insignien Schwert und Krummstab:

Die Helmdecken sind einfach, haben doch Mainz und Erbach die selben Farben.

Die überlebensgroße Figur des Erzbischofs in vollem Ornat wird in zwei Spalten von einer 16er-Ahnenprobe begleitet, die optisch linke Spalte enthält die Familien Grafen von Erbach, Grafen von Sponheim, Weinsperg, Boland(en), Grafen von Erbach, Brück (Brucken), Steinach, Grafen von Limburg; die optisch rechte Spalte zeigt die Familien von Bickenbach, Grafen von Ysenburg, Grafen von Ziegenhain, Grafen von Rieneck, Hohenberg, Grafen von Castel, Grafen von Hanau, Grafen von Wertheim. Mit der Genauigkeit nahm man es hier nicht so ganz ernst, z. B. hat Rieneck einen Balken zuviel, desgleichen ist bei Ysenburg eine schwarze Fläche zuviel, aus dem Schwarz bei Ziegenhain ist ein Blau geworden, Castel ist eigentlich etwas anders, Sponheim ist blau-gold geschacht und nicht schwarz-gold etc. Wegen der vielen Fehler wird das nicht weiter vertieft.

Zur Übersicht ein Ausschnitt aus der Liste der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten:

Johann von Luxemburg-Ligny (1371-1373)
Ludwig von Meißen (1374-1381)
Adolf I. von Nassau (1381-1390)
Konrad II. von Weinsberg (1390-1396)
Johann II. von Nassau (1397-1419)
Konrad III. von Dhaun (1419-1434)
Theodorich (Dietrich) Schenk von Erbach (1434-1459)
Diether von Isenburg (1459-1461)
Adolf II. von Nassau (1461-1475)
Diether von Isenburg (1475-1482)
Adalbert III. von Sachsen (1482-1484)
Berthold von Henneberg (1484-1504)
Jakob von Liebenstein (1504-1508)
Uriel von Gemmingen (1508-1514)
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1514-1545)
Sebastian von Heusenstamm (1545-1555)
Daniel Brendel von Homburg (1555-1582)
Wolfgang von Dalberg (1582-1601)
Johann Adam von Bicken (1601-1604)

Links zur Stiftsbasilika:
http://www.stiftsbasilika.de/index.htm
http://www.stiftsbasilika.de/basilika/basilika.htm

Die Wappen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Wappen der Grafen von Erbach
Haus Isenburg und Isenburg-Büdingen - Die Entwicklung des Hessischen Wappens

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Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis von
der Kath. Kirchenstiftung St. Peter und Alexander, 23.1.2007