Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 18
Wolfenbüttel - Knustsches Haus

Das Knust'sche Haus in Wolfenbüttel

Hier ist ein Wappen der Herzöge von Braunschweig aus neuerer Zeit zu sehen, wie es bei Hoflieferanten als Zeichen ihrer Bevorzugung an den Geschäftshäusern angebracht war. W. Knust aus Wolfenbüttel, Inhaber der 1795 gegründeten Hoftischlerei und Möbelfabrik, wurde 1889 herzoglicher Hoftischlermeister. 1814 entstand als Nachfolgestaat des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel auf dem Wiener Kongreß das Herzogtum Braunschweig, und in dessen Bestehenszeit fällt das dargestellte Wappen. Das Mecklenburgische Wappen gehört zu dem das Herzogtum regierenden Prinzen Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin. Auch für diesen war die Knustsche Möbelfabrik als Hoflieferant tätig. Er übernahm am 5.6.1907 auf Beschluß des Regentschaftsrates die Regierungsgeschäfte im Herzogtum, und er führte die Geschäfte bis zur Wiedereinsetzung regierender Herzöge im Jahr 1913.

Das Wappen des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin

Das große Staatswappen des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin führt einen einmal gespaltenen und zweimal quergeteilten Schild mit aufgelegtem Herzschild.

Auf dem Hauptschild liegt eine Königskrone. Hier ist nur die Krone dargestellt, in vollständigeren Abbildungen kämen noch fünf Bügelhelme dazu, in der Mitte der des Herzogtums Mecklenburg, rechts davon Grafschaft Schwerin, außen rechts der Fürstentum Schwerin, links der Mitte die Herrschaft Rostock links außen der Helm des Fürstentums Ratzeburg.

Zwei Schildhalter, ein Stier (Mecklenburg, eigentlich schwarz) und ein Greif (Rostock, Schwerin, eigentlich golden), halten das Wappen.

Devise: "PER ASPERA AD ASTRA" (durch Widrigkeiten/Hindernisse hindurch zu den Sternen)

Das Wappen der Herzöge von Braunschweig

Das Große Staatswappen des Herzogtums Braunschweig wurde oft auch ohne Helme dargestellt, z. B. in Siegeln. Damit ein so wichtiges Element wie das in dem ältesten und wichtigsten Kleinod dargestellte Symbol wie das Welfenroß dabei nicht gänzlich verloren geht, wurde dieses auf einem Herzschild dem vielfeldrigen Wappen hinzugefügt, der der Position 5 aufgelegt wurde. Das Pferd als Herzschild tauchte übrigens bereits in einem Siegel des Herzogs Johann Friedrich aus der jüngeren Lüneburgischen Linie auf (gest. 1679).

Da die Grundaufteilung des Schildes, zweimal gespalten und dreimal geteilt, beibehalten wurde, mußten dafür im Gegensatz zum Wappen am Haus Ruge (siehe dort) Felder verschoben werden und teilweise auch zusammenrücken: Regenstein und Blankenburg kamen in ein einziges Feld. Diepholz rutscht dafür mit seinen beiden übereinander stehenden Feldern nach unten. Der Klettenberger Hirsch rutscht nach rechts unter Bruchhausen. Eine weitere Variante gab es unter Wilhelm August Ludwig Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel (25.4.1806-18.10.1884) in dessen Siegeln und Wappen im Feld 7, wo Hoya und Alt-Bruchhausen nun in einer punktsymmetrischen Konstellation in gevierter Weise kombiniert wurden, getrennt durch eine schmale Zone für Neu-Bruchhausen. Diese gevierte Darstellung tauchte bereits im 17. Jh. auf, nun erlebte sie eine Neuauflage. Am 31.5.1859 gab es wiederum ein Reskript des Herzoglichen Staatsministeriums, das das Große Staatswappen neu regelte und die Vierung als überflüssig ansah, und seitdem wurde sie nicht mehr benutzt.

Der Schild ist zweimal gespalten und dreimal geteilt, wobei im abgebildeten Beispiel farbliche Vereinfachungen getroffen wurden:

Auf dem Schild eine purpurn gefütterte Herzogskrone mit fünf sichtbaren, goldenen, mit Perlen belegten Bügeln über juwelengeschmücktem Reif. Als Schildhalter dienen zwei nackte, bärtige, um Stirn und Hüften laubbekränzte wilde Männer, mit der äußeren Hand eine Keule aufstützend. Um den Schild liegt die oben beschriebene Ordenskette des Herzoglich Braunschweigischen Orden Heinrichs des Löwen, hier allerdings unten abgeschnitten, so daß der untere Teil der Kollane und das Kleinod fehlen. Die Ordenskette wird beim Haus Ruge beschrieben (siehe dort). Die Prunkstücke sind hier monochrom gefaßt.

Literatur, Links und Quellen:
http://www.heraldique-europeenne.org/Regions/Allemagne/Brunswick.htm
http://www.ngw.nl/int/dld/braunsch.htm
http://elm-asse-kultur.de/html/body_herzogtum.html
http://www.braunschweigischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/bl/news/BSLandschaft_Ausstellung1.pdf
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Siebmachers Wappenbücher
Orden Heinrichs des Löwen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Orden_Heinrichs_des_Löwen

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Wappen, Linien und Territorien der Welfen (1): Wappen-Komponenten und ihre Geschichte
Wappen, Linien und Territorien der Welfen (2): Entwicklung der herzoglichen Wappen

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