Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 234
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Dom zu Würzburg, Georg Heinrich von Stadion

Die beiden Querhäuser des Kiliansdomes sind auch heute noch vom Barockstil geprägt. Die in der Renaissance ausgeführten Gewölbe der Querhäuser wurden unter der Leitung des Domdechanten Georg Heinrich von Stadion (20.1.1640-13.10.1716) mit barockem Stuck überzogen. Im Zuge dieser Neugestaltung ließ der Domdechant, der die treibende Kraft hinter der Neugestaltung war, auch gleich sein eigenes Epitaph mit einplanen. Es befindet sich im südlichen Querschiff in der Südwestecke an der Wand zum Kreuzgang. Bestimmend ist der Gegensatz zwischen weißem Stuck und schwarzem Stuckmarmor, stilistisch ähnlich wie der benachbarte Dechantaltar, der auch von ihm gestiftet wurde. Im Zentrum des Grabdenkmals befindet sich ein Gemälde von Georg Heinrich von Stadion, obendrüber befindet sich ein riesiges Stuckwappen, zu beiden Seiten sind acht heute leere Kartuschen für die Ahnenprobe zu sehen. Das Grabdenkmal wurde 1704 ausgeführt, der Domdechant starb am 13.10.1716.

 

Das Wappen der von Stadion zeigt in Schwarz drei goldene Wolfsangeln (Wolfsanker) übereinander, jeweils mit dem Ring nach unten, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken auf einem schwarzen Kissen eine goldene Wolfsangel (Wolfsanker), mit dem Ring nach oben, darin ein Pfauenstoß. Das Motiv der Wolfsanker begegnet uns ein weiteres Mal in den beiden oberen Zwickeln rechts und links des Gemäldes. Am 25.4.1686 wurden die von Stadion Freiherren, am 1.12.1705/1711 Grafen. Die Familie ist 1693 in der schwäbischen Linie und 1890 bzw. 1908 in der elsässischen Linie, aus der der Domdechant stammte, erloschen.

Georg Heinrich von Stadion wurde am 22.2.1650 im Alter von 10 Jahren Domherr, nachdem eine Präbende durch den Tod von Veit Gottfried von Wernau freigeworden war. Am 13.8.1674 wurde er im Alter von 34 Jahren Mitglied des Domkapitels, und am 29.4.1687 wurde er Domdechant, am 25.2.1695 Jubiläus. Er war nicht nur im Würzburger Domkapitel, sondern auch im Bamberger Domkapitel, wo er seit dem 4.1.1653 eine Präbende innehatte. In Bamberg stieg er zum Kapitularherr, Senior und Jubiläus auf. Außerdem war er 1681-1716 der siebzehnte Propst des Ritterstifts Comburg.

Auch wenn die Felder der Ahnenprobe leer sind, sei hier ergänzend auf die Genealogie eingegangen, die hier zu sehen sein könnte: Georg Heinrich von Stadion war der Sohn von Johann Christoph von Stadion (13.9.1610-1666), würzburgischer Rat und Amtmann zu Trimberg, und Maria Magdalena (Maria Agnes) von Ostein (22.10.1610-). Die Großeltern waren Johann Christoph von Stadion (27.11.1563-10.1.1629) und Margareta von Sickingen zu Hohenburg (-18.12.1622) väterlicherseits und Johann Georg von Ostein und Agnes Faust von Stromberg mütterlicherseits. Die acht Urgroßeltern waren Johann Ulrich von Stadion, Apollonia von Nankenreuth, Friedrich von Sickingen (24.9.1544-10.5.1581), Anna von Schnewlin von Landeck (4.9.1544-16.8.1604), Johann Jakob von Ostein, Apollonia von Hallweyl, Salentin Faust von Stromberg und Magdalena von Schönau. Diese Ahnenprobe teilt der Domdechant mit seinem ebenfalls im Würzburger Kapitel vertretenen Bruder Franz Caspar von Stadion (16.1.1637-1704)

Literatur, Links und Quellen:
St. Kilians-Dom: http://www.dom-wuerzburg.de/index.php?r=t/
Beschreibung dieses Epitaphs in: Joh. Octavian Salver, Proben des hohen deutschen Reichs Adels oder Sammlungen alter Denkmäler
http://books.google.de/books?id=ZONWAAAAcAAJ S. 598-599, Ahnenprobe für den Bruder S. 590
von Stadion:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_(Adelsgeschlecht)
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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