Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 248
Weikersheim - ein Traum aus Renaissance und Barock (8)

Wilhelm von Rechberg in der St Georgs-Kirche zu Weikersheim

An der südlichen Westwand der Pfarrkirche St. Georg befindet sich das Grabmal des Wilhelm von Rechberg (verstorben 1403). Stilistisch ist das Grabmal aber erst später anzusiedeln. Es gab eine Zeit, in der Weikersheim an die Grafen von Rechberg verpfändet war (1449-1468). Weitergehende Details zu seinem Leben sind nicht bekannt.

Das Wappen wird wie folgt blasoniert: In aufgrund der Schwärzung vermutlich Silber zwei abgewendete rote Löwen mit verschlungenen Schwänzen. Die Helmzier wäre ein wachsender goldener Hirsch, Helmdecken rot-golden.

Die Familie der Herren von Rechberg stammt aus dem Schwäbischen und ist auf dem Hohenrechberg und der dortigen Burg seit dem 12. Jh. nachgewiesen. Im 13. Jh. kam es zur Aufspaltung in mehrere Linien. Nur die Linie von Rechberg von Weißenstein blieb übrig. Die Herren von Rechberg waren im Dienste der Stauferkaiser und der Kirche aktiv, letzteres als Bischöfe von Speyer, Eichstätt und Augsburg. 1607 wurden die Rechbergs in den Grafenstand erhoben, seitdem trägt sie den Beinamen "von Rothenlöwen". Später stiegen sie in bayrischen und württembergischen Diensten zu hohen Würden auf. Bedeutende Mitglieder der Familie sind Ulrich v. R., Marschall von Schwaben 1163, Ulrich von Rechberg, Bischof von Speyer (1178-1187), Seyfrid v. R., Bischof von Augsburg (1208-1227), Albrecht v. R., Bischof von Eichstätt (1429-1445), Alois Franz Xaver v. R. u. Rothenlöwen, Kämmerer und Staatsminister sowie Reichsrat im Königreich Bayern, gest. 1849, sowie Bernhard v. R. u. Rothenlöwen, k.u.k. Kämmerer, Geheimrat und Reichsrat, Minister des kaiserlichen Hauses und des Äußeren 1859-1865.

In den vier Ecken ist eine Ahnenprobe mit vier Wappenschilden. Dabei fasziniert vor allem das Wappen der Helfensteiner mit seinem für die Gotik exotischen Schildbild, einem Elefanten.

von Rechberg von Helfenstein
von Württemberg von Öttingen

Link zur Kirchengemeinde:
http://www.kirchengemeinde-weikersheim.de/

Literatur:
Siebmachers Wappenbuch
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Aschaffenburger Wappenbuch
http://www.weikersheim.de, http://www.weikersheim.de/index2.html
http://www.ferienstrasse-bayern.de/weikersheim.htm
Klaus Merten, Stadtkirche Weikersheim, Große Baudenkmäler Heft 303, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1995.
Werner Dettelbacher, Franken, DuMont Kunstreiseführer, 9. Auflage Köln 1980, ISBN 3-7701-0746-2
Hanker, Werner: Weikersheim - Kleinod an der Tauber, Verlag Geigerdruck, 1992

Die Wappen der Grafen und Fürsten von Oettingen

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Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis von
Herrn Pfarrer Martin Henzler-Hermann, Kirchengemeinde Weikersheim 2007