Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 249
Weikersheim - ein Traum aus Renaissance und Barock

Schloß zu Weikersheim, inneres Tor

Das innere Tor, das man nach Überschreiten des Schloßgrabens in der Außenwand der Kernschlosses vor sich sieht, trägt die Jahreszahl 1683 im Giebelfeld. Zwei geflügelte Putten halten ein großes Allianzwappen des Bauherrn und seiner Frau.

Das Wappen ist das des Grafen Siegfried von Hohenlohe-Weikersheim (1619-1684), des Neffen des Grafen Georg Friedrich. Mit ihm beginnt eine weitere Phase im Bau des Schlosses. 1643 wurde die Bautätigkeit unsanft unterbrochen, als das Schloß durch die Truppen des Generals Johann von Werth ausgeplündert wurde und Graf Georg Friedrich sein Territorium an den Deutschen Orden abtreten mußte, eine Quittung für sein überzeugtes Eintreten für die evangelische Seite und seine Position gegen den Kaiser, was ihm die Ächtung einbrachte. Graf Siegfried erhält 1648 im Westfälischen Frieden seine Besitzungen in Weikersheim zurück und setzt die durch den 30jährigen Krieg unterbrochenen Bautätigkeiten am Schloß fort, wobei der stadtseitige Schloßflügel im Osten der Anlage (Langenburger Bau) ausgebaut und der Marstall nach Plänen von Paul Platz aus Belfort mit Durchfahrt zum Schloß errichtet wird. Auf diesen Schloßherrn geht auch das abgebildete Portal zurück.

Das gevierte Wappen der Grafen von Hohenlohe-Weikersheim mit Herzschild setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

Man beachte, daß der Löwe im Herzschild gewendet ist. Die Blickrichtung der Langenburger Löwen ist mal die eines schreitenden Löwen, mal die eines hersehenden schreitenden Löwens (hier).

Graf Siegfried (geb. 28.8.1619 in Neuenstein, verstorben 26.4.1684 in Weikersheim) war in erster Ehe vermählt mit Maria von Kaunitz, welche kinderlos im Jahre 1674 verstarb. Seine zweite Frau wurde Sophia Amalie, Pfalzgräfin bei Rhein zu Zweibrücken (geb. 15.12.1646 Zweibrücken, gest. 30.11.1695 in Gelnhausen nach ihrer zweiten Ehe), deren Wappen wir hier sehen:

Abb. unten: Blick auf den Südflügel des Schlosses Weikersheim von Südwesten: Reichdekorierte gestufte Rollwerkgiebel schmücken den Saalbau in strenger symmetrischer Ordnung, betont wird die horizontale Gliederung der Fassade. Wenn man die Anordnung der Fenster genauer anschaut, erkennt man den zweigeschossigen Rittersaal dahinter, ein besonderes Meisterwerk.

Abb. unten: Schmucksteine aus dem Foyer des Schlosses, links ein Wappenstein mit den beschriebenen Inhalten, rechts symmetrisch gespiegelte Initialen des betreffenden Bauherrn.

Literatur:
Siebmachers Wappenbuch
Aschaffenburger Wappenbuch
Schloß Weikersheim in Renaissance und Barock, Geschichte und Geschichten einer Residenz in Hohenlohe, Staatsanzeiger Verlag (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg, Mai 2006, ISBN 3-929981-58-0
http://www.weikersheim.de, http://www.weikersheim.de/index2.html
http://www.ferienstrasse-bayern.de/weikersheim.htm
Hohenloher Genealogie:
http://www.gen.heinz-wember.de/hohenlohe/index.html
Werner Dettelbacher, Franken, DuMont Kunstreiseführer, 9. Auflage Köln 1980, ISBN 3-7701-0746-2
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/wk/wkth.php
Merten, Klaus: Schlösser in Baden-Württemberg, Residenzen und Landsitze in Schwaben, Franken und am Oberrhein, Verlag Beck, C H, 1987
http://www.schloss-weikersheim.de/
Fischer, Adolf: Geschichte des Hauses Hohenlohe, Hrsg.: Historischer Verein f. Württembergisch-Franken, Hohenloher Druck- u. Verlagshaus, 1991
Gradmann, Wilhelm: Burgen und Schlösser in Hohenlohe, DRW-Verlag /KNO, 1982
Hanker, Werner: Weikersheim - Kleinod an der Tauber, Verlag Geigerdruck, 1992
Wolfgang Willig, Landadel-Schlösser in Baden-Württemberg, eine kulturhistorische Spurensuche, 1. Auflage 2010, ISBN 978-3-9813887-0-1, S. 566-567

Schloß, äußeres Tor - Hofgarten: heraldische Blumenkübel - Orangerie - Schloß, Rittersaal - Schloß, Treppenturm - Schloß, ehem. Hofstube (sog. Säulenhalle) - Schloß, Ahnentafel in der Säulenhalle - Schloß, Georg-Friedrich-Zimmer - Schloß, Wappen in den Korridoren - Schloßkapelle

Wappen der Wittelsbacher (1): Pfalz
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