Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 25
Wappen an Schloß Weilburg, 2. Teil

Renaissanceflügel unter Graf Albrecht

Wappen am Stadtpfeiferturm von 1548

Der sog. "Stadtpfeiferturm" ist im Grundriß polygonal und hat einen hohen Sockel, der erst auf Kämpferhöhe des Portals auf der Ostseite des Baus endet. Das Portal ist rundbogig und wird rechteckig gerahmt. Man beachte unten die beiden Löwensockel, auf denen kannelierte Pilaster mit ionischen Kapitellen stehen. Das Gebälk hat einen reichen Konsölchenfries und ein Zahnschnittgesims. Die inneren Gewände bestehen nur aus einfachen Pfeilern, die einen Rundbogen mit Kreisornamenten tragen. In den Zwickeln ist Blattwerk. Besonders bemerkenswert sind die beiden Löwen mit goldenem Ring im Maul, die hier eine doppelte Funktion erfüllen: Zum einen sind sie Schildhalter, zum anderen fungieren sie als eine Art Hermen, die das zweite Gebälk über ihnen mit Konsölchenfries und Verkröpfung stützen.

Wappen am Stadtpfeiferturm von 1548, Details

Der Stadtpfeiferturm trägt über seiner hofseitigen Eingangstür das Allianzwappen von Graf Albrecht zu Nassau-Ottweiler und seiner Frau Anna von Nassau-Dillenburg. Deshalb kommen in beiden Wappenschilden die goldenen Nassauer Löwen auf einem mit goldenen Schindeln bestreuen blauen Schild vor. Beide heirateten 1559 AD.

Das optisch linke, heraldisch rechte Wappen ist gewendet und wie folgt aufgebaut:

Dazu drei Helme:

Linke Abbildung: Nassau-Ottweiler. Rechte Abbildung: Nassau-Dillenburg

Das optisch rechte, heraldisch linke Wappen ist wie folgt aufgebaut: Der Schild ist geviert:

Dazu gehören drei Helme:

Weilburg - eine Residenz der Renaissance entsteht

Fortsetzung der Baugeschichte:

Weilburg - Genealogie der relevanten Personen und Chronologie

  1. Walram I, Graf von Laurenburg, ab 1167 auch Graf von Nassau, gest. 1198, Vogt des Wormser Hochstiftes in Weilburg
  2. Heinrich I, gest. 1251, Vogt des Wormser Hochstiftes in Weilburg
  3. Walram II zu Nassau-Weilburg/Idstein und Wiesbaden, gest. 1277, Teilung des Hauses Nassau in zwei Hauptlinien
  4. Adolf zu Nassau-Weilburg, geb. 1255, reg. 1277-1298, König 1292-1298, gest. 1298
  5. Gerlach I, geb. 1288, gest. 1361, 1294 Kauf von Ort und Herrschaft Weilburg
  6. Johann I zu Nassau-Weilburg, geb. 1309, gest. 1371, 1366 Erhebung zum gefürsteten Grafen durch Kaiser Karl IV
  7. Philipp I zu Nassau-Weilburg, geb. 1368, reg. 1371-1429, gest. 1429
  8. Philipp II zu Nassau-Weilburg, geb. 1418, reg. 1429-1482, gest. 1482
  9. Johann, geb. 1441, reg. 1472-1480, gest. 1480
  10. Ludwig I, geb. 1466, reg. 1480/82-1523, gest. 1523
  11. Philipp III zu Nassau-Weilburg, geb. 1504, regt. 1525-1559, gest. 1559, verheiratet Amalie von Isenburg-Büdingen, Umbau der mittelalterlichen Burg zu einer Renaissance-Viereckanlage
  12. Albrecht zu Nassau-Ottweiler, geb. 1537, reg. 1559-1593, gest. 1593, verheiratet mit Anna von Nassau-Dillenburg, Umbau der mittelalterlichen Burg zu einer Renaissance-Viereckanlage
  13. Ludwig II Graf zu Nassau-Ottweiler und Graf zu Nassau-Saarbrücken, geb. 1565, reg. 1593-1627, gest. 1627, 1605 Gründung des Grafenhauses Nassau-Saarbrücken unter Vereinigung aller walramschen Gebiete
  14. Ernst Casimir zu Nassau-Weilburg, geb. 1607, reg. 1627-1655, gest. 1655
  15. Friedrich zu Nassau-Weilburg, geb. 1640, reg. 1655-1675, gest. 1675
  16. Johann Ernst zu Nassau-Weilburg, geb. 1664, reg. 1683-1719, gest. 1719, 1688 Bestätigung der Fürstenwürde als Privilegium de non usu für das Haus Nassau-Weilburg, verheiratet mit einer Frau aus dem Hause Leiningen-Hartenburg, Maria Polyxena mit Namen. 1700-1719 Ausbau Weilburgs zur barocken Haupt- und Residenzstadt
  17. Karl August zu Nassau-Weilburg, geb. 1685, reg. 1719-1753, gest. 1753, erst Graf, ab 1737 würde der Fürstentitel geführt, 1741 Verlegung der Residenz nach Kirchheim(-bolanden), Weilburg bleibt aber noch Regierungssitz. Danach halten sich die Fürsten nur noch selten in Weilburg auf.
  18. Karl Christian von Nassau, geb. 1735, reg. 1753-1788, gest. 1788, Fürst, heiratet 1766 Prinzessin Caroline von Oranien-Nassau
  19. Friedrich Wilhelm von Nassau, geb. 1768, reg. 1788-1816, gest. 1816, Fürst, ab 1806 souveräner Fürst von Nassau (Zusammenlegung der Territorien von Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen), vermählt mit Luise Isabelle von Kirchberg 1792 Flucht vor den französischen Truppen nach Hachenburg, 1801-1817 ist Weilburg noch einmal Residenzstadt. 1815 – der Deutsche Bund bestätigt das Herzogtum Nassau
  20. Wilhelm Georg August Heinrich von Nassau, geb. 1792, reg. 1816-1839, gest. 1839, Herzog von Nassau, residierte in Wiesbaden und Biebrich.
  21. Adolph Wilhelm Karl August Friedrich, geb. 1817, seit 1890 Großherzog von Luxemburg. Schloß Weilburg geht in luxemburgischen Besitz über.

Literatur und Quellen:
Eckhard Olschewski, Schloß und Schloßgarten Weilburg/Lahn, Edition der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Bad Homburg vor der Höhe, ISBN 3-7954-1286-2, 1. Auflage 2001
Pierre Even, Die Fürsten zu Nassau-Weilburg. Politische Herrschaft im 18. Jh., Bad Emser Hefte 110, 1993, S. 3-30
Barbara Purbs, Schloß Weilburg und die Schlösser der Renaissance in Nassau-Saarbrücken, Saarheimat 17, 1973, S. 48-54
Wolfgang Einsingbach, Weilburg, Schloß und Garten, Bad Homburg vor der Höhe, 1994
Bauaufnahme und Baugeschichte:
http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/153_Weilburg_Schloss.xml
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Hessische Kunstdenkmäler:
http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=52318&session=913&event=Query.Details - http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?gg=167850311&obj=52319&session=913&event=Query.Details - http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=52314&session=913&event=Query.Details

Weilburg (Westerwald): Schloß Weilburg 1 - Schloß Weilburg 2 - Schloß Weilburg 3

Haus Nassau - walramsche Hauptlinie

Ortsregister Photos von Wappen - Namensregister
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2006-2008
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de