Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 264
Bamberg: Bürgerstadt und Bischofsstadt

Weitere Domherrenhöfe in Bamberg

Würtzburg
An einer Kurie südlich der Alten Hofhaltung, Wappenstein von 1580, Träger des Wappens ist Wolff Abrecht von Würtzburg, Domherr, Cantor und Cellarius zu Bamberg, Domherr zu Würzburg.

Wappen von Würtzburg: In Gold das Brustbild eines bärtigen Mannes, hier gewendet, weil es sich links an einer Mauer in einer Ecke befindet und nicht in die angrenzende Wand blicken soll, sondern auf das rechterhand angrenzende Tor, kommt aber auch oft linksgewandt vor, schwarz gewandet mit silbernem Kragenaufschlag, auf dem Kopf eine spitze, nach hinten umgebogene schwarze Mütze mit silbernem Aufschlag, an der Spitze ein roter sechszackiger Stern. Helmzier aus einer Krone ein Stoß Pfauenfedern, außen je zwei besonders tingierte umgebogene Hahnenfedern oder Straußenfedern: rechts gold und schwarz, links schwarz und golden. Helmdecken schwarz-golden.

Voit von Salzburg
Domherrenhof südlich der Alten Hofhaltung. Das Wappen über der großen Tordurchfahrt ist das der Voit von Salzburg. Sie führten in Silber einen schwarzen Zickzackbalken. Helmzier ist ein silberner mit einem schwarzen Zickzackbalken belegter hoher Hut bzw. Köcher, oben mit schwarzen Hahnenfedern besteckt. Die Helmdecken sind schwarz-silbern.

Ursprünglich soll das Geschlecht der Voit von Salzburg "von Windheim" geheißen haben. Aufgrund ihres Amtes als Vögte auf der Salzburg bei Neustadt an der Saale änderten sie ihren Familiennamen. Der Besitz der Familie war verstreut, und die Voit von Salzburg waren in den drei Ritterkantonen Rhön-Werra, Steigerwald und Odenwald immatrikuliert. Die Familie stellte viele Domherren in Würzburg und Bamberg und mit Melchior Otto Voit von Salzburg einen Würzburger Landrichter, Domkantor und schließlich 1642-1653 Bamberger Fürstbischof. Er ging in die Geschichte als Gründer der Bamberger Universität ein. Auch im Deutschen Orden begegnet uns mit dem Deutschmeister Eberhard Voit von Salzburg (gest. 1327) der Name. Später existierten von den Voit von Salzburg noch eine katholische Linie zu Rödelmeyer und eine evangelische Linie zu Salzburg, letztere seit 1715 im Freiherrenstand. Die Familie starb 1858 mit Freiherr Friedrich August Valentin Voit von Salzburg aus.

Ansicht im Kontext:

Allianzwappen Thüngen
Jakobsplatz 7, Allianzwappen. Heraldisch rechts Wappen von Thüngen. In seiner älteren Form zeigt der Schild in Silber einen roten Querbalken, darin drei schrägrechte goldene Wellen. Später wurden daraus nach rechts ausgebogene Pfähle, und in späterer Zeit nahm man es mit der Anzahl der Linien nicht mehr so genau oder tauschte die Farben, meistens wird in Silber ein mehrfach mit rechts oder links ausgebogenen Linien gold-rot gespaltener Balken gezeigt. Hier sind es beispielsweise drei rechts ausgebogene Pfähle, gewendet. Die zugehörige Helmzier ist ein wachsender Männerrumpf, rot gewandet, auf dem bärtigen Haupte ein roter Spitzhut mit silbernem Aufschlag, an dessen Spitze ein Hahnenfederbusch steckt. Helmdecken rot-silbern.

Später wurden die Wappen der beiden Linien variiert, die Lutzische Linie verwendet das Stammwappen, manchmal in verwechselten Farben hinsichtlich des Balkens, und ergänzt die Helmzier durch zwei Banner mit schwarzem Doppeladler in Gold. Die ältere, sog. Andreasische Linie nimmt das Stammwappen als Herzschild auf einem gevierten Schild (Feld 1 und 4: von Rot und Silber geteilt und fünfmal gespalten in verwechselten Farben, Feld 2 und 3: In Blau ein gekrönter silberner Sparren, begleitet von 3 (2:1) goldenen Sternen).

Die von Thüngen waren Erbküchenmeister des Herzogtums Franken sowie Untertruchsessen des Hochstiftes Würzburg. Friedrich von Thüngen wurde 1303 mit der Stammburg Thüngen belehnt. Die Familie erwarb den Stammsitz 1406 als Eigengut. In der Rhön und im Werntal erwarben sie ein relativ geschlossenes Herrschaftsgebiet (z. B. Burgsinn, Gräfendorf, Heßdorf, Thüngen, Völkersleier, Detter, Weißenbach, Zeitlofs, Rupboden, Dittloffsroda, Windheim, Adelsberg, Kloster Schönau, Büchold, Waizenbach etc. zählten zu ihrem Besitz). Die Familie war eng mit Würzburg und Fulda verbunden und hatte unzählige Mitglieder in wichtigen Ämtern im Dienste der Kirche. Allein in Würzburg stellte die Familie zwischen 1319 und 1681 insgesamt 29 Mitglieder des Domkapitels: Dekane, Landrichter, Scholastiker, Pröpste etc. Sowohl in Bamberg als auch in Würzburg stellte die Familie je einen Fürstbischof, Konrad in Würzburg (1519-1540) und Neithard in Bamberg (1591-1598). Dazu kommt noch Nikolaus von Thüngen, Bischof von Ermland (1467-1489). Aber auch in weltlichen Diensten waren sie hochangesehen. Sie stellten vier Ritterhauptleute im Kanton Rhön-Werra und einen im Kanton Steigerwald. Andere wichtige Familienmitglieder waren Adam Hermann von Thüngen, Kammerpräsident Württembergs, 1706 in den Freiherrenstand erhoben, sowie Johann Karl von Thüngen, Kommandant in Würzburg, Generalwachtmeister der fränkischen Truppen, 1708 in den Reichsgrafenstand erhoben. In neuerer Zeit ist Karl Freiherr von Thüngen bekannt geworden in Zusammenhang mit dem 20.7.1944.

Greiffenclau-Vollraths
Wappen der von Greiffenclau-Vollraths, geviert, 1 und 4: Silbern-blau geteilt, darüber ein goldenes Glevenrad, 2 und 3: In Schwarz ein silberner Schräglinksbalken. Helmzier eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Helmdecken blau-silbern im Stammwappen und rechts blau-silbern, links schwarz-silbern im vermehrten Wappen.

Das Stammwappen Greiffenclau zu Vollraths zeigt nur ein goldenes Glevenrad in silbern-blau geteiltem Feld. Das vermehrte Wappen zeigt zusätzlich den silbernen Schräglinksbalken in schwarzem Feld der Herrschaft Ippelbrunn.

Die Familie von Greiffenclau zu Vollraths ist ein uraltes rheinisches Rittergeschlecht im Dienste der rheinischen Stifte. Seit 1337 sind sie als Besitzer von Vollraths (Vollrads) nachgewiesen. Durch Heirat kamen weitere Güter hinzu, so um die Wende zum 15. Jh. durch Heirat der Erbtochter die Herrschaft Ippelbrunn, worauf der Schild wie oben erwähnt geviert wurde. Im 18. Jh. kamen die Güter der Freiherren von Dehren hinzu, ebenfalls durch Heirat. Weiterer Grundbesitz liegt in Franken, v. a. im Kanton Baunach, mit Schloß in Gereuth. Den Domkapiteln waren die Greiffenclau zu Vollraths sehr verbunden, allein in Würzburg stellten sie zwischen 1666 und 1805 vierzehn Mitglieder desselben. Ähnlich aktiv sind sie in den Hochstiften Mainz, Speyer, Trier, Worms, Bamberg. Nach der Reformation blieben die Greiffenclau zu Vollraths den Stiften treu und erlangten noch einen Bedeutungszuwachs, indem sie viele vakant gewordene Stellen einnahmen. Bedeutende Vertreter der Familie sind Richard von Greiffenclau, Erzbischof zu Trier (1511-1531), Georg Friedrich von Greiffenclau, Fürstbischof in Worms (1616-1629) und Mainz (1616-1629), Johann Philipp II von Greifenclau, Fürstbischof in Würzburg (1699-1719) sowie in gleicher Position Karl Philipp von Greiffenclau (1749-1754). Mit Johann Erwein Freiherr von Greiffenclau zu Vollraths hat die Familie einen Erbtruchseß des Erzbistums Mainz, er stieg zum kurmainzischen Geheimrat und Vicedomus im Rheinland auf, weiterhin war er Ritterhauptmann im Kanton Mittelrhein und Burggraf zu Friedberg (gest. 1727). Das Geschlecht erlosch 1860 im Mannesstamme. Sophie von Greiffenclau zu Vollraths heiratete Hugo Graf Matuschka von Toppolezau, Freiherr von Spätgen, beider Wappen wurden 1862 vereinigt. Das Stammgut Volrads war bis vor wenigen Jahren noch in Familienbesitz.

Stein
Wappenstein an einer Kurie direkt südlich der Alten Hofhaltung, ein Schrägrechtsbalken. Helmzier ein offener Flug, wie der Schild beiderseits mit einem Schrägbalken belegt. Nach Rahrbach ist das das Wappen der Stein von Ostheim (in Silber ein schwarzer Schrägrechtsbalken, Helmzier ein beiderseits wie der Schild bez. offener Flug).

Blick in das Kurienviertel mit vielen alten Domherrenhöfen.

Literatur und Quellen:
Werner Dettelbacher, Franken, DuMont Kunstreiseführer, 9. Auflage Köln 1980, ISBN 3-7701-0746-2
Eugen Schöler, Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten. Verlag Degener 1992.
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch.
Siebmachers Wappenbuch.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4

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