Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 292
Ansbach (Franken)

Markgrafenwappen an der Kirche St. Johannis in Ansbach

St. Johannis am oberen Markt in Ansbach
Die Pfarrkirche St. Johannis hat im Gegensatz zur als Hofkirche genutzten Gumbertus-Kirche eine nüchterne Schlichtheit und erinnert an gotische Bettelordenskirchen. Westgiebel 1435, Chor 1441 begonnen. 1508 Maßwerkgalerie des Nordturmes. Baumeister: Endres Embhart von Kemmaten, Nikolaus von Alzey-Dinkelsbühl, Endres Embhart jr. An der Ecke befinden sich auf beiden diese bildenden Wänden unter zwei Sonnenuhren jeweils die Wappen des Markgrafen und der Stadft Ansbach, farbig auf den Stein gemalt, ersteres unter einem gewaltigen Fürstenhut.

Die Details des Wappens der Markgrafen von Ansbach
Das Wappen des "Wilden Markgrafen", Karl Wilhelm Friedrich (geb. 12.5.12 in Ansbach, reg. 1723-1757, gest. 2.8.1757) hat 21 Felder und einen Herzschild, die wie folgt besetzt sind:

Feld 1: Herzogtum Stettin: In Blau ein roter Greif, silbern gekrönt. Hier gewendet.
Feld 2: Herzogtum Preußen: In Silber ein schwarzer, goldgekrönter und ebenso bewehrter Adler, Brust und Saxen mit goldenen Kleestengeln belegt.
Feld 3: Herzogtum Magdeburg: rot-silbern geteilt (wie das alte Erzbistum Magdeburg, das 968 gegründet wurde und während der Reformation untergegangen ist)
Feld 4: Herzogtum Pommern: In Silber ein roter, golden bewehrter Greif
Feld 5: Herzogtum Mecklenburg: In Gold ein schwarzer hersehender Stierkopf mit silbernen Hörnern, mit Halsfell, roter Lilienkrone, silberner Nasenring.
Feld 6: Herzogtum Kassuben (Cassuben, Kaschubei): In Gold ein schwarzer Greif, golden bewehrt. Es handelt sich um die östlichen Teile Hinterpommerns (Köslin, Lauenburg, Bütow etc.). Kam 1530 ins Pommernsche Wappen und mit Pommern an die Brandenburger Linie.
Feld 7: Herzogtum Wenden: In Silber ein von Rot und Grün sechsmal schräglinksgeteilter Greif. Das Herzogtum Wenden liegt in Pommern links der Peene und an der Tollense, etwa die Gegend um Stralsund (ohne Rügen) und um Demmin. Es handelt sich um einen modifizierten pommernschen Greifen.
Feld 8 Anspruch auf das Herzogtum Schlesien, Herzogtum Crossen (Krossen): In Gold ein schwarzer Adler, goldbewehrt, belegt mit einem silbernen Halbmond, dessen konkave Seite mit einem silbernen Tatzenkreuzchen besteckt ist.
Feld 9: Fürstentum Halberstadt: silbern-rot gespalten (wie das untergegangene und verweltlichte Bistum Halberstadt)
Feld 10: Herzogtum Jägerndorf: In Gold ein schwarzer Adler, auf der Brust belegt mit einem goldenen Hifthorn.
Feld 11: Burggrafen von Nürnberg: Innerhalb eines silbern-rot gestückten Bordes in Gold ein schwarzer doppelschwänziger Löwe, rot gekrönt und bewehrt.
Feld 12: Fürstentum Minden: In Rot zwei schräggekreuzte aufrechte silberne Schlüssel, mit den Bärten nach auswärts gekehrt.
Feld 13: Fürstentum Schwerin: Geteilt. 1: In Blau ein schreitender goldener Greif (hier gewendet). 2: Grün innerhalb eines silbernen Bordes.
Feld 14: Fürstentum Camin (Kammin, Kamin): In Rot ein silbernes Ankerkreuz. Das Gebiet des ehemaligen Bistums wurde 1648 säkularisiert und kam als deutsches Reichslehen an Brandenburg. Wurde mit Hinterpommern vereint.
Feld 15: Grafschaft Rostock: In Blau ein goldener Greif
Feld 16: Fürstentum Ratzeburg: In Rot ein silbernes freistehendes Kreuz.
Feld 17: Fürstentum Wenden: In Gold ein schwarzer Stierkopf ohne Halsfell mit silbernen Hörnern, Laubkrone, weißen Zähnen und Augen und roter Zunge
Feld 18: Stammwappen Hohenzollern: silbern-schwarz geviert.
Feld 19: Grafschaft Stargard: In Rot ein silberner rechter Arm, aus einer silbernen Wolke wachsend, mit blauer Oberarmbinde, einen goldenen Ring mit blauem Juwel haltend.
Feld 20: Grafschaft Schwerin: Geteilt rot-gold.
Herzschild: Brandenburg: In Silber ein roter Adler, auf den Saxen belegt mit sog. Kleestengeln
Schildfuß: Regalien. Ein lediges rotes Feld. Drückt besondere landesherrliche Rechte aus. Davon das wichtigste ist das Recht über Leben und Tod. Hier ist der Schildfuß unnötigerweise gespalten.

Ausführliche Geschichte der Markgrafen und ihrer Wappen siehe entsprechende Seite zu St. Gumbertus.

Das Ansbacher Stadtwappen
In Grün ein silberner schrägrechter Wellenbalken, belegt mit drei blauen schrägrechts gelegten Fischen.

Literatur:
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Eugen Schöler, Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten. Verlag Degener 1992.
Werner Dettelbacher, Franken, DuMont Kunstreiseführer, 9. Auflage Köln 1980, ISBN 3-7701-0746-2
Siebmacher, die Wappen der Souveräne der deutschen Bundesstaaten, 1. Band, 1. Abt. Markgrafen von Brandenburg

St. Gumbert - St. Johannis

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