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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 299
Mainz -
Erzbischöfe, Kurfürsten, Adelspaläste
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Der Neue Dalberger Hof in Mainz
Der
Neue Dalberger Hof
Nicht zu verwechseln mit dem
älteren Dalberger Hof am Ballplatz, ist der neue Dalberger Hof
ein Werk im Stil des rheinfränkischen Barocks. In einer auf
beispiellose Repräsentation bedachten Zeit war das alte Anwesen
zu klein und unansehnlich im Geschmack der Zeit geworden, also
baute man neu: Prächtiger, größer, einer der angesehendsten
Familien von Mainz angemessener. Der Neue Dalberger Hof (auch
Jüngerer Dalberger Hof) entstand in den Jahren 1715-1718 unter
der Leitung des Architekten Johann Kaspar Herwarthel. Es wurde
der größte noch erhaltene Adelshof in Mainz, eine
dreiflügelige Gebäudegruppe um einen Innenhof. Man befand sich
auf dem Bauplatz in der Klarastraße in bester Gesellschaft:
Gegenüber war der nur kurz vorher erbaute Ingelheimer Hof, auch
der Bauplatz selbst hatte Tradition: Hier befand sich vorher das
Anwesen der Familie Brendel von Homburg, auch dies ein klingender
Name in der Mainzer Geschichte. Für den gewaltigen und dynamisch
bewegten Mittelrisalit der Hauptfassade ist die enge Klarastraße
fast zu klein. Für die pompöse Fassade fehlt der Abstand, um
sie gebührend zu betrachten. Vielleicht aus diesem Grund klappt
das große Dalberg-Wappen in einem beträchtlichen Neigungswinkel
nach vorne, dafür kann man dieses Wappen als einziges
verzerrungsfrei vom gegenüberliegenden Bürgersteig betrachten.
Die Ausstattung und die Deckengemälde von Giovanni Francesco
Marchini gingen bereits während der Belagerung der Stadt Mainz
im Jahr 1793 durch Brand verloren.

Im Volksmund heißt der Hof wegen der an den Toren angebrachten Eberköpfe "Zu den drei Sauköpfen". Während der französischen Besatzung war das schöne Adelspalais Palais de Justice, 1809 wurde der Hof städtischer Besitz, seit 1829 war es hessischer Justizpalast, 1910 war hier die Kunstgewerbeschule, 1923 wurde der Haus Polizeiamt, ständig wechselte die Nutzung. 1945 brannte das Gebäude vollständig aus. 1956-1959 Wiederherstellung, wobei auch das ursprüngliche Mansardendach rekonstruiert wurde. Erst Nutzung als Polizeipräsidium, ab 1982 war das Peter-Cornelius-Konservatorium hier untergebracht. Um die Jahrtausendwende war das Denkmal durch Vernachlässigung akut vom Verfall bedroht. Der Mittelrisalit der Hauptfassade wurde inzwischen restauriert, Vieles ist noch zu tun, die Seitenflügel sind nach wie vor von Substanzverlust bedroht. Heute haben in diesem Gebäude Ämter der Stadt Mainz ihren Sitz: Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen, Amt für Steuerung und Personal, Frauenbüro, Kultur- und Schulverwaltungsamt.

Das
Dalberg-Wappen:
Das Wappen ist das der
Freiherren von Dalberg, genauer das der Kämmerer von Worms,
genannt von Dalberg (Dahlberg). Geviert. Feld 1 und 4: Unter
einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6
(3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Feld 2 und 3: In
Gold ein schwarzes Ankerkreuz (Dalberg).
Die dazugehörigen Helmzieren wären: 1/4: Ein wie der Schild bez. Flug. 2/3: Ein goldener Flug, belegt mit jeweils einem schwarzen Ankerkreuz. Die dazugehörigen Helmdecken wären schwarz- gold und blau-gold. Aber das wird hier alles entbehrt. Das Wappen wird von einer prächtigen Kartusche gerahmt, von der zu beiden Seiten Blumengirlanden zu zwei auf dem Gesims sitzenden Putten verlaufen.

Das
Geschlecht derer von Dalberg
Die Dalbergs stammen aus dem
Nahegau und wurden erstmals 1208 nachgewiesen. Der Schwerpunkt
der Besitzungen liegt im Rheinland, um Worms und Bad Kreuznach.
Dalberg bei Bad Kreuznach war seit 1132 Stammsitz der Familie.
Die Familie starb aber schon 1323 im Mannesstamme aus und
verschmolz durch Heirat mit den Kämmerer von Worms, welche einst
das Amt der Kämmerer des Bischofs von Worms bekleidet hatten und
irgendwann ihre Amtsbezeichnung zu ihrem Familiennamen gemacht
hatten. Die Kämmerer von Worms lassen sich schon im 10. und 11.
Jh. identifizieren. Nach der Heirat zwischen den beiden ohnehin
verwandten Familien vereinigte man beider Wappen in einem
gevierten Schild und nannte sich "Kämmerer von Worms,
genannt Dalberg" oder "Kämmerer von Worms, Freiherr
von Dalberg".
Die Familie stieg zu einer der wichtigsten und angesehendsten Adelsfamilien des Heiligen Römischen Reiches auf. Die Bekleidung von allerhöchsten Stellungen im Dienste der Kirche und des Reiches, die Funktion als Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Fürstäbte, Präsidenten des Reichskammergerichts etc. kennzeichnete den Aufstieg der Familie. Zwischen 1671 und 1817 waren 9 Dalbergs Kapitulare von Würzburg, desweiteren gibt es einen Fürstabt von Fulda. Es gab mehrere Linien, so die Linie Dalberg-Haßloch mit Besitz in Haßloch, Gabsheim, Mommenheim und Bechtolsheim (beides Ganerbschaften), die Linie Dalberg-Hernsheim mit Besitz in Mandel (Niederrhein), Essingen, Hernsheim, Abenheim, Kropsburg und natürlich die Hauptlinie Dalberg-Dalberg mit Besitz in Dalberg, Sommerloch, Oberhub, Unterhub, Wallhausen, Walderbach, Spabrücken, also insgesamt entlang des Rheines und der Nahe mit Streubesitz in Franken und Württemberg.
Ein Privileg der Familie Dalberg ist zur Redensart geworden: Die Redensart "Ist denn kein Dalberg da?" bezieht sich auf das Privileg, als erste von allen Anwesenden zum Reichsritter geschlagen zu werden. So mußten die Reichsherolde erst fragen, ob Dalbergs anwesend sind, ehe der Kaiser die neuen Reichsritter schlug, ein Brauch, der seit 1452 überliefert ist, aber auf ein erheblich älteres Privileg zurückging. 1654 wurde der Familie die Reichsfreiherrenwürde verliehen. Mit Maria Anna von und zu Dalberg, seit 1912 Ehefrau von Prinz Franz zu Salm und Salm-Salm, starb das Geschlecht am 22. Februar 1979 aus. Der letzte männliche Sproß einer Dalberg-Seitenlinie war Johannes von Dalberg (1909-1940). Bekannte Vertreter des Adelsgeschlechts sind:
Literatur:
Baedeker: Mainz, Karl
Baedeker-Verlag, 2004. ISBN 3-87954-074-8
Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln, eine Reise durch
das romantische Rheintal, DuMont Kunstreiseführer, DuMont
Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1
Otto Gruber: Wappen des
mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl.
Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen
Jahrgängen der "landeskundlichen
Vierteljahresblätter".
http://de.wikipedia.org/wiki/Dalberger_Hof#J.C3.BCngerer_Dalberger_Hof
http://de.wikipedia.org/wiki/Dalberg_%28Adelsfamilie%29
R. Schneider: Der Dalberger Hof in Mainz und sein Architekt
Caspar Herwartel 1675-1720, Idee und Gestalt eines barocken
Stadtpalastes, Wernersche Verlagsgesellschaft; 1986
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und
Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag -
Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher
Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
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