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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 302
Mainz -
Erzbischöfe, Kurfürsten, Adelspaläste
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Der Osteiner Hof in Mainz
Der
Osteiner Hof und sein Erbauer
Die Gegend um den
Schillerplatz und die Schillerstraße ist ganz geprägt von den
alten Adelspalais: Osteiner Hof, Schönborner Hof, Erthaler Hof,
Bassenheimer Hof - hier steht die noble
Repräsentationsarchitektur des kurmainzischen Staates zusammen.
Beim Namen der Reichsgrafen von Ostein fällt einem zunächst der
Kurfürst und Erzbischof Johann Friedrich Karl von Ostein
(1689-1763) ein. Das stattliche Palais wurde aber nicht für ihn
gebaut, sondern von ihm für seinen Bruder, den Kurmainzer
Oberamtmann Reichsgraf Franz Wolfgang Damian von Ostein. Eine
Familie gemeinsam an den Schaltstellen des Kurstaates: Ein Bruder
Kurfürst, ein Bruder Oberamtmann. Genauso steht auch das Palais:
Stehen die anderen Palais nebeneinander und säumen die Straße,
so bildet dieser Adelshof einen abschließenden Querriegel im
Süden des Platzes, auf den die Prachtstraße zuführt. Allein
diese Positionierung hebt ihn gegenüber den anderen Adelshöfen
im Stadtbild heraus. Der dreiflügelige Osteiner Hof wurde von
Johann Valentin Thomann (1695-1777) in den Jahren 1747 bis 1752
erbaut.

Von der Architektur her unterscheidet er sich von den anderen Palais in der Nachbarschaft durch die gerundeten Ecken und den rund vorspringenden Mittelrisalit, unter dem sich die Toreinfahrt und in dem sich im Obergeschoß ein längsovaler Festsaal befinden - ein Konzept, das schon in Trier im Palais Kesselstatt vorgezeichnet wurde. Dadurch wirkt seine Fassade dynamischer, bewegter als die seiner kantigen Nachbarn. Das Prinzip der Rundungen ist ebenso beim Mansarddach mit seinen kuppelförmigen Erhebungen zu sehen.
Das
Wappen am Osteiner Hof
Auf dem rund vorspringenden
Mittelrisalit befindet sich das Wappen der Familie von Ostein.
Interessant ist, daß hier das Bischofswappen verwendet wird,
denn der Osteiner Hund ist mit dem Mainzer Rad geviert, was
eigentlich nur dem Erzbischof als Bauherrn zustand, nicht aber
seinem Bruder als Bewohner, aber wie gesagt - die "Macht war
in der Familie". Entsprechend ist das Wappen auch mit einem
Kurhut bekrönt, auch dieser stand eigentlich nur dem Bruder zu.
Aber mit so einem Bruder war man eben etwas "gleicher"
als die anderen Adelsfamilien des Staates.

Das Wappen ist geviert:
Der weitere Bauschmuck umfaßt Puttenfiguren in den Giebelaufsätzen, Rocaille-Kartuschen über den Fenstern, Reliefs mit Musikinstrumenten und allegorische Darstellungen.

Der
Osteiner Hof heute
Mit der französischen
Besatzung wurde dem Stadtadel und seinen Residenzen ein jähes
Ende bereitet. Klerus und Adel verloren ihr Eigentum und suchten
ihr Heil in der Flucht. Neuer Eigentümer des Osteiner Hofes
wurde die öffentliche Hand.
Der Balkon des Osteiner Hofes ist Ort wichtiger Proklamationen, mal etwas ernsthafter, wie 1914, als vom Mittelbalkon aus durch General Hugo von Kathen der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verkündet wurde, meistens aber weniger ernsthaft, denn hier wird jedes Jahr am 11.11. um 11.11 Uhr der Beginn der fünften Jahreszeit ausgerufen.
Heute dient der Osteiner Hof als Standortkommandatur der Bundeswehr und ist Sitz des Befehlshabers des Wehrbereichskommandos II.
Literatur:
Baedeker: Mainz, Karl
Baedeker-Verlag, 2004. ISBN 3-87954-074-8
Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln, eine Reise durch
das romantische Rheintal, DuMont Kunstreiseführer, DuMont
Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1
Siebmachers Wappenbuch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Osteiner_Hof
http://news.genealog.de/rheinhessen/mainzundvororte/denkmal-des-monats-der-os.shtml
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Die Wappen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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