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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 355
Meersburg -
Kleinod am Bodensee und Residenz der Bischöfe von Konstanz
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Gredhaus in Meersburg
Das Meersburger Gredhaus wurde um 1500 erbaut. Es war ein zentraler Stapel- und Lagerplatz für Handelswaren aller Art, besonders für Korn und Wein, womit ein reger Handelsaustausch mit der Schweiz bestand. Im 19. Jh. war das Haus das Meersburger Zollhaus.

An der Ostseite ist das Wappen des Konstanzer Bischofs Hugo von Hohenlandenberg (1496-1531) angebracht. Er war derjenige, der 1526 restlos die "Nase voll hatte" von den aufsässigen Konstanzer Bürgern und aus der Stadt Konstanz auszog und seinen ständigen Sitz in das gegenüberliegende Meersburg verlegte, um seine Ruhe vor den Bürgern zu haben. Schon seit 1506 hatte er sich zunehmend hier aufgehalten. Konfliktherde waren die Verteilung von weltlicher Macht und Gerichtsbarkeit zwischen Bistum und Rat der Konstanzer Bürger. Ein weiterer Konfliktherd waren die Bemühungen um Eingliederung der Reichenau, der sich die Bürger widersetzten. Es schwelte also schon jahrelang zwischen den beien Antipoden innerhalb von Konstanz. Aber der akute Anlaß war folgender: 1526 forderte der Rat der Stadt Konstanz die Teilnahme des Klerus an den Arbeiten zur Befestigung der Stadt. Nicht so sehr wegen der durchaus geteilt zu beurteilenden körperlichen Fähigkeiten der Geistlichkeit, sondern als Symbol ihrer Unterwerfung. Das war denn doch des Guten zu viel, und dem Bischof folgten viele Kleriker nach Meersburg, um sich ihren Pflichten gegenüber der Stadt Konstanz zu entziehen. Konstanz gab sich nach gescheiterten Verhandlungen der Reformation und dem Bildersturm hin. Hugo von Hohenlandenberg trat 1529 als Bischof offiziell zurück, führte aber die Amtsgeschäfte noch bis zum Regierungsantritt seines Nachfolgers 1531-1532.

Das Wappen des Fürstbischofs enthält noch nicht Reichenau und Öhningen:
Sein Wappen ist zusammengestellt mit dem Wappen der Stadt Meersburg: In Gold auf einem blauen Wellenschildfuß eine rote Burg mit hohem, schlanken, vierzinnigen Mittelturm und offenem Tor. Die alten Stadtsiegel und Sekrete von 1303, 1328 und 1647 zeigen übereinstimmend schon das einmalige und charakteristische Burgbild. Beide Wappen werden hier unter der Bischofsmitra vereinigt.
Zur
Übersicht: Die Bischöfe von Konstanz
Burkhard II. von Randegg
(1462-1466)
Hermann III. von Breitenlandenberg (1466-1474)
Ludwig von Freiberg (1474-1481, Bistumsstreit, Kandidat des
Papstes)
Otto IV. von Sonnenberg (1474-1491, Bistumsstreit, Kandidat des
Domkapitels und des Kaisers)
Thomas Berlower (1491-1496)
Hugo von
Hohenlandenberg (1496-1532,
1526 Auszug aus Konstanz, Verlegung der Residenz nach Meersburg,
Rücktritt 1529)
Johann von Lupfen (1532-1537)
Johann von Weeze (1537-1548)
Christoph Metzler (1549-1561)
Mark Sittich von Hohenems (1561-1589)
Andreas von Österreich (1589-1600)
Jakob Fugger (1604-1626)
Sixt Werner von Praßberg und Altensummerau (1626-ca. 1628)
Johann Constanz Graf von Waldburg-Wolfegg (1628-1644)
Johann Franz I. von Praßberg und Altensummerau (1645-1689)
Marquard Rudolf von Rodt (1689-1704)
Johann Franz II. von Stauffenberg (geb. 1658, reg. 1704-1740,
Baubeginn des Meersburger Neuen Schlosses, auch Fürstbischof von
Augsburg)
Hugo Damian von Schönborn (1740-1743, auch Fürstbischof von
Speyer, Fortführung des Baues des Meersburger Neuen Schlosses)
Kasimir Anton von Sickingen (1743-1750, Fortführung des Baues
des Meersburger Neuen Schlosses)
Kardinal Franz Konrad von Rodt (1750-1775, Vollender des
Meersburger Neuen Schlosses)
Maximilian Christof von Rodt (1775-1799)
Karl Theodor von Dalberg (1799-1817, weitere Bischofsthrone in
Worms, Regensburg und Mainz, Fürst von Aschaffenburg,
Großherzog von Frankfurt)
Ignaz Heinrich von Wessenberg (Sonderstellung: 1817
Bistumsverweser bis zur Auflösung des Bistums 1821, nicht
Bischof)
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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