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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 358
Meersburg -
Kleinod am Bodensee und Residenz der Bischöfe von Konstanz
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Neues Schloß in Meersburg, Gartenfassade
Im Giebel der Gartenfassade ist ebenfalls das Wappen des Vollenders des Schlosses angebracht, Fürstbischof und Kardinal Franz Konrad von Rodt (1750-1775). Es ist das gleiche Wappen wie auf der Vorderseite, nur etwas korrekter angestrichen.

Das Wappen des Fürstbischofs und Kardinals Franz Konrad von Rodt (1750-1775) enthält folgende Komponenten:
Geviert mit Herzschild und einer eingepfropften Spitze:
Die schwarzen Ornamente in den goldenen Feldern sind etwas irreführend, es handelt sich nur um eine Damaszierung ohne eigene Bedeutung.
Über dem Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab und Schwert. Er war aber nicht nur Fürstbischof, sondern auch Kardinal, daher schwebt über allem ein roter Klerikerhut, dazu 2x 10 (eigentlich Anzahl für einen Bischof) Fiocchi in 4 Reihen. Zwei widersehende, auf dem Sims hockende goldene Löwen halten den Wappenmantel.
Zwei weitere Elemente finden sich regelmäßig neben dem eigentlichen Konstanzer Hochstiftswappen bei den Konstanzer Fürstbischöfen:
Reichsabtei Reichenau: Gründung 724. Ab 1540 war die Reichenau Priorat des Bistums Konstanz, als der Abt der gefürsteten Reichsabtei zu Gunsten des Konstanzer Bischofs auf die Abtswürde verzichtete. Aufhebung 1803. Wappensymbol: In Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, also genau das selbe Zeichen wie das Fürstbistum Konstanz, aber rangmäßig unter diesem, und entsprechend ist auch die Zuordnung in den zusammengesetzten Wappen zu treffen.
Augustiner-Chorherrenstift Öhningen: zwei aus Wolken hervorkommende natürliche Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend. Verschiedene Farbfassungen sind zu finden. Das Augustiner-Chorherren-Stift Öhningen ist 1166 erstmals faßbar (die "Gründungsurkunde" von 965 gilt als Fälschung), die heutigen Gebäude wurden 1604-1626 errichtet, Auflösung 1803 (kam an Baden). Unter Bischof Johann von Lupfen (1532-1537) wurde das Stift wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten inkorporiert (1534 päpstliche Zustimmung, 1536 kaiserliche Billigung). Dadurch fungierte der amtierende Konstanzer Bischof direkt als Propst. Lupfens Nachfolger Johann von Weeze führt schon das neue Wappen mit der eingebogenen Spitze mit den Symbolen für die Propstei Öhningen. Es steht rangmäßig unter dem Symbol des Hochstiftes und dem der Reichenau, und entsprechend ist das Symbol auf dem geringwertigsten Platz in der eingepfropften Spitze zu finden.

Der Architekt des Schlosses und des Gartens, Christoph Gessinger hat eine sehr ungewöhnlichen Lebenslauf. Er soll angeblich aus der Gegend von Köln stammen, trat als Laienbruder in das Benediktinerkloster Isny ein und macht eine Schreinerlehre. Mit seinen Aufträgen entwickelt er sich autodidaktisch von seinem Beruf weg zum Baumeister. Seinen Karrierehöhepunkt erreicht er unter Fürstbischof Franz Schenk von Stauffenberg als Architekt, ab 1705 Bauleiter des Neuen Schlosses und fürstbischöflicher Kammerrat. Ein weiterer Bau aus seiner Hand ist das Schloß in Tettnang. Mit seiner fürstbischöflichen Protektion ist auch ein für die Zeit bemerkenswerter gesellschaftlicher Aufstieg verbunden, diplomatische Missionen werden ihm übertragen. Nebenher war Gessinger als Weinhändler tätig. 1730 kommt es zu einer jähen Wende: Der Bau in Meersbnurg gerät ins Stocken; Gelder fließen nicht richtig. Eine Hofintrige beschuldigt Gessinger der finanziellen Unregelmäßigkeiten. Der Vorwurf wurde später fallengelassen. Aber die Gesamtlage war damals so, daß Gessinger überstürzt in die Schweiz abreiste. Dabei spielte wahrscheinlich aber auch eine Rolle, daß er am katholischen Hofe des alternden Bischofs zunehmend in Widerstreit mit seinen eigenen persönlichen Glaubensüberzeugungen geriet, denn in Zürich tritt Gessinger aus dem Benediktinerorden aus und konvertiert zum Protestantismus. 1735 stirbt der hoch gestiegene und jäh gefallene Baumeister in Bern.

Zur
Übersicht: Die Bischöfe von Konstanz
Burkhard II. von Randegg
(1462-1466)
Hermann III. von Breitenlandenberg (1466-1474)
Ludwig von Freiberg (1474-1481, Bistumsstreit, Kandidat des
Papstes)
Otto IV. von Sonnenberg (1474-1491, Bistumsstreit, Kandidat des
Domkapitels und des Kaisers)
Thomas Berlower (1491-1496)
Hugo von Hohenlandenberg (1496-1531, 1526 Auszug aus Konstanz,
Verlegung der Residenz nach Meersburg, Rücktritt 1529)
Johann von Lupfen (1532-1537)
Johann von Weeze (1537-1548)
Christoph Metzler (1549-1561)
Mark Sittich von Hohenems (1561-1589)
Andreas von Österreich (1589-1600)
Jakob Fugger (1604-1626)
Sixt Werner von Praßberg und Altensummerau (1626-1628)
Johann Constanz Graf von Waldburg-Wolfegg (1628-1644)
Johann Franz I. von Praßberg und Altensummerau (1645-1689)
Marquard Rudolf von Rodt (1689-1704)
Johann Franz II. von Stauffenberg (geb. 1658, reg. 1704-1740,
Baubeginn des Meersburger Neuen Schlosses, auch Fürstbischof von
Augsburg)
Hugo Damian von Schönborn (1740-1743, auch Fürstbischof von
Speyer, Fortführung des Baues des Meersburger Neuen Schlosses)
Kasimir Anton von Sickingen (1743-1750, Fortführung des Baues
des Meersburger Neuen Schlosses)
Kardinal Franz
Konrad von Rodt (1750-1775,
Vollender des Meersburger Neuen Schlosses)
Maximilian Christof von Rodt (1775-1800)
Karl Theodor von Dalberg (1800-1817, weitere Bischofsthrone in
Worms, Regensburg und Mainz, Fürst von Aschaffenburg,
Großherzog von Frankfurt)
Ignaz Heinrich von Wessenberg (Sonderstellung: 1817
Bistumsverweser bis zur Auflösung des Bistums 1821, nicht
Bischof)
Literatur:
Dr. Eberhard Achtermann
"Wege und Abwege des Bruders Christoph Gessinger", in:
Staatl. Aufbaugymnasium Meersburg (Hg.), Seminar Meersburg 1735 -
1985. Beiträge zur 250-Jahrfeier, Stockach 1985, S. 21 - 34
http://www.dhg.fn.bw.schule.de/Schule/Geschichte/Gebaeude/gessinger.html
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Die Wappen der Fürstbischöfe und Bischöfe von Konstanz
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