Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 360
Meersburg - Kleinod am Bodensee und Residenz der Bischöfe von Konstanz

Priesterseminar und
Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg

Im östlich des Neuen Schlosses gelegenen Komplex ist heute das staatliche Droste-Hülshoff-Gymasium untergebracht. Die Vierflügelanlage wurde 1725-1735 als Priesterseminar erbaut unter der Herrschaft des Konstanzer Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg (1704-1740). Sein Wappen ziert beide Portale, sowohl auf der Westseite als auch auf der Nordseite. Ein weiteres Wappen (nicht farblich gefaßt, ohne Abb.) befindet sich im Foyer an der Wand. Hier das Wappen der Westfassade:

Das Wappen des Fürstbischofs (Fürstenhut, Krummstab und Schwert) Johann Franz von Stauffenberg enthält folgende Komponenten:

Geviert mit Herzschild und einer eingepfropften Spitze:

Über dem Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab und Schwert.

Die zum Stammwappen der Schenk von Stauffenberg gehörende Helmzier auf dem Helm mit blau-silbernen Decken wäre übrigens ein hermelinverbrämter roter Turnierhut, auf diesem zwei auswärts geneigte, mit rotem Balken belegte und je mit sechs schwarzen Hahnenfedern besteckte silberne Schalmeien.

Blick von der Treppe zum Reithof auf die Westfassade des ehemaligen Seminargebäudes und heutigen Internates. Das Wappen befindet sich über dem flach gespannten Bogenportal. Ein ganz analoges Wappen ist über dem Portal der Nordseite:

Der Architekt des Priesterseminars ist der auch beim Meersburger Neuen Schloß tätige Christoph Gessinger (1670 - 1735). Aber er konnte es nicht vollenden. Anläßlich des später fallen gelassenen Vorwurfes finanzieller Ungereimtheiten (Hofintrige) zog sich Gessinger 1730 in die Schweiz zurück und entzog sich dem Zugriff des Kurfürsten. Er tritt aus dem Orden aus und zum Protestantismus über. Leonhard Frey, Ludwigsburger Kreisbaumeister, vollendete das Seminar 1734-1735, so daß noch im selben Jahr die Einweihung erfolgen und der Lehrbetrieb mit 100 Alumni aufgenommen werden konnte.

Das Priesterseminar wurde nach der Auflösung des Bistums Konstanz im Jahre 1821 erst nach Freiburg im Breisgau und dann nach St. Peter im Schwarzwald verlegt. Neuer Nutzer des Gebäudes war der Großherzog von Baden, der hier ein katholisches Lehrerseminar unterhielt, gefolgt von der privaten Aufbaurealschule “Meerstern” und einer staatlichen Aufbaurealschule. 1872 kommt das Gebäude in staatlichen Besitz. Im Dritten Reich war hier die Reichsfinanzschule, nach dessen Untergang einer Lehrerausbildungsstätte. 1953 zog hier das staatliche Aufbaugymansium Droste-Hülshoff-Gymnasium ein. 1965-1973 wurde das Seminar einer umgreifenderen Renovierung unterzogen. Heute dient das ehemalige Priesterseminar vor allem als Internat, während die Klassenräume im angrenzenden Reithof liegen.

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Burkhard II. von Randegg (1462-1466)
Hermann III. von Breitenlandenberg (1466-1474)
Ludwig von Freiberg (1474-1481, Bistumsstreit, Kandidat des Papstes)
Otto IV. von Sonnenberg (1474-1491, Bistumsstreit, Kandidat des Domkapitels und des Kaisers)
Thomas Berlower (1491-1496)
Hugo von Hohenlandenberg (1496-1531, 1526 Auszug aus Konstanz, Verlegung der Residenz nach Meersburg, Rücktritt 1529)
Johann von Lupfen (1532-1537)
Johann von Weeze (1537-1548)
Christoph Metzler (1549-1561)
Mark Sittich von Hohenems (1561-1589)
Andreas von Österreich (1589-1600)
Jakob Fugger (1604-1626)
Sixt Werner von Praßberg und Altensummerau (1626-1628)
Johann Constanz Graf von Waldburg-Wolfegg (1628-1644)
Johann Franz I. von Praßberg und Altensummerau (1645-1689)
Marquard Rudolf von Rodt (1689-1704)
Johann Franz II. von Stauffenberg (geb. 1658, reg. 1704-1740, Baubeginn des Meersburger Neuen Schlosses, auch Fürstbischof von Augsburg)
Hugo Damian von Schönborn (1740-1743, auch Fürstbischof von Speyer, Fortführung des Baues des Meersburger Neuen Schlosses)
Kasimir Anton von Sickingen (1743-1750, Fortführung des Baues des Meersburger Neuen Schlosses)
Kardinal Franz Konrad von Rodt (1750-1775, Vollender des Meersburger Neuen Schlosses)
Maximilian Christof von Rodt (1775-1800)
Karl Theodor von Dalberg (1800-1817, weitere Bischofsthrone in Worms, Regensburg und Mainz, Fürst von Aschaffenburg, Großherzog von Frankfurt)
Ignaz Heinrich von Wessenberg (Sonderstellung: 1817 Bistumsverweser bis zur Auflösung des Bistums 1821, nicht Bischof)

Literatur:
http://www.dhg.fn.bw.schule.de/
http://www.dhg.fn.bw.schule.de/Schule/Geschichte/Gebaeude/seminar.html

Die Wappen der Fürstbischöfe und Bischöfe von Konstanz

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