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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 42
Würzburg
- ein heraldischer Leckerbissen
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Schlußsteine im Gewölbe von St. Burkard in Würzburg

Blick auf das Chorgewölbe mit insgesamt dreizehn Wappen-Schlußsteinen. Rechts in der Mitte an prominenter Stelle das Wappen des Fürstbischofs und des Stiftes.
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| Adolph Hund von Saulheimer 1664 | Johannes Philipp von Franckenstein 1664 | Johannes Eustachius von Franckenstein 1664 |
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| Fürstbischof Johann Phlipp von Schönborn (1642-1673) | Franz Ludwig Faust von Stromberg 1664 | Joachim Konrad von Seckendorf 1664 |
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| Stiftswappen (falsch tingert, noch 1861 wird in Blau eine goldene Lilie beschrieben) | Friedrich Frey von Dehrn 1664 | Franz Theobald von Reinach 1664 |
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| Johann Philipp Baron von Walderdorff 1664 | Johann Philipp Joachim Forstmeister von Gelnhausen 1664 | Wilderich von Walderdorff 1664 |
Erklärungen zu einzelnen Rittergeschlechtern und ihren Wappen:
An der reichen Ausstattung mit Wappen an Schlußsteinen und im Chorgestühl wird der besondere Charakter von St. Burkard deutlich: Es war einst ein adliges Kollegiatstift, ein Ritterstift. Früher ein Benediktinerkloster, gab 1464 Papst Pius II dem Wunsche der Konventualen nach Umwandlung in ein Kollegiatstift statt. 1467 wurde es zwar widerrufen, aber 1470 von Papst Sixtus IV als Chorherrenstift erneut bestätigt. Es wurde nicht mehr von einem Abt, sondern von einem Propst geführt, der stets eine enge Verbindung zum Domkapitel hatte, weil er aus der Reihe der Domherren zu wählen war. So kommt es, daß wir in St. Burkard viele schöne Wappen finden, die sich wie das Who's who der fränkischen Reichsritterschaft lesen. Erst 1803 wurde es aufgehoben.
Faust
von Stromberg
Wappen der Faust von Stromberg:
Gold-rot geschacht, im ersten goldenen
Schachfeld ein schwarzer Stern, Helmzier wäre ein roter
Turnierhut, in dessen Hermelinaufschlag zwei gold-rot geteilte
Fähnchen stecken, und der oben mit einem Stern besetzt ist.
Helmdecken wären gold/rot.
von
Seckendorff
Wappen der von Seckendorff: In
Silber zwei zu einer Acht verschlungene rote Lindenzweige mit
nach außen gekehrten Blättern. Die Helmzier wäre ein roter,
silbern oder in Hermelin gestulpter niedriger Hut, mit schwarzen
Hahnenfedern besteckt. Der Hut ist hinsichtlich seiner Form sehr
variabel. Die Helmdecken wären rot-silbern.
Die von Seckendorff sind ein bekanntes und weit verzweigtes Reichsrittergeschlecht, das ursprünglich aus Seckendorf bei Cadolzburg stammt. Der erste greifbare Vertreter ist Rudigerus de Saccendorf im 12. Jh. Bald darauf entstanden die drei Hauptlinien Aberdar, Gutend und Rinhofen, später in viele weitere, allesamt erloschene Nebenlinien. Die von Seckendorff waren ursprünglich im Dienste der Burggrafen von Nürnberg, später der Markgrafen von Ansbach; sie hatten das Schenkenamt des Burggrafentums Nürnberg inne. Ihre Besitzungen waren weitläufig und lagen in den Kantonen Odenwald, Steigerwald, Gebirg und Altmühl, dazu später noch Gebiete in Württemberg. Viele Mitglieder waren im Dienste der fränkischen Hochstifte aktiv. In Eichstätt stellte die Familie mit Kaspar v. S. einen Fürstbischof (1590-1595). In kaiserlichen Diensten erwarb die Familie weiteres Ansehen und wurde in mehreren Speziallinien in den Grafenstand erhoben, so der kaiserliche Feldmarschall und Diplomat Friedrich Heinrich v. S. im Jahre 1719 und der württembergische Staatsminister Johann Karl Christoph v. S. im Jahre 1810. Viele Mitglieder nahmen Führungspositionen in der Reichsritterschaft ein, sie stellten neun Ritterhauptleute in verschiedenen Kantonen. Johann Wilhelm Friedrich von Seckendorff (1756-1763) war sogar Spezialdirektor aller sechs Orte zu Franken und Generaldirektor der gesamten reichsunmittelbaren Ritterschaft. Im 20. Jh. ist Rudolph v. S. als Präsident des Reichsgerichts in Leipzig (1905-1919) bekannt geworden.
Hund
von Saulheimer:
Wappen der Hund von
Saulheimer: In Silber ein schwarzer sechsstrahliger Stern
zwischen drei (2:1) roten, linksgewendeten Mondsicheln.
von
Walderdorff:
Wappen: In Schwarz ein golden
gekrönter und bewehrter silberner Löwe mit roter Mähne und
rotem Kopf. Helmzier wäre ein schwarzer offener Flug,
beiderseits belegt mit einem golden gekrönten und bewehrten
silbernen Löwe mit roter Mähne und rotem Kopf. Helmdecken
wären schwarz-silbern. Rheinische Familie.
Forstmeister
zu Gelnhausen
Wappen Forstmeister
bzw. Forstmeister von Gelnhausen: In blauem, mit goldenen
Schindeln bestreuten Feld ein pfahlweise gestellter goldener
Widerhaken, oben mit einem Vogelkopf versehen, oben rechts
begleitet von einem roten Kreuzlein (kann auch fehlen). Helmzier wäre ein
goldener Widerhaken, oben mit einem Vogelkopf versehen, zwischen
zwei mit goldenen Schindeln und einem roten Kreuzlein bedeckten
Adlerflügeln. Helmdecken wären blau-golden. Die Forstmeister
von Gelnhausen waren ein altes, ehemals zur unmittelbaren
mittelrheinischen Reichsritterschaft zählendes Geschlecht, das
seinen Besitz im Rheinland erwarb.
von
Franckenstein
Das Stammwappen der Herren von
Franckenstein zeigt in Gold ein schräggestelltes rotes Axteisen
mit quergestellter Stielöffnung, aber ohne Stiel (auch als
Schabeisen bezeichnet oder nur als Axt, dann stünde die
Grifföffnung aber falsch; im Grunde wäre es eine Queraxt ohne
Stiel). Helmzier wäre ein Flug, beiderseits mit dem Schildbild
belegt, die Axteisen schräggestellt und mit den Klingen einander
zugeneigt. Helmdecken wären rot-golden.
Erstes vermehrtes Wappen (hier abgebildet): Der Schild ist geviert:
Dazu gehören folgende Helme (hier nicht mitabgebildet):
Zweites vermehrtes Wappen ab 1706 (spätere Entwicklung): Der Herzschild zeigt das Stammwappen, in Gold ein schräggestelltes rotes Axteisen mit quergestellter Stielöffnung, aber ohne Stiel. Der Hauptschild ist gespalten und zweimal geteilt.
Es handelt sich bei den Feldern 2/5 und 3/4 um eine verändernde Übernahme des Wappens derer von Sachsenhausen, die einen gevierten Schild führten:
Dieses Wappen ist an einem Epitaph in der Kirche St. Kastor zu Koblenz zu sehen (Doppelgrabmal des Friedrich von Sachsenhausen (gest. 1411, Koblenzer Amtmann) und seiner Frau Sophie Schenk von Liebenstein). Die Angabe im Siebmacherschen Wappenwerk "Feld 2, 3, 4 und 5 zu Sachsenhausen, welche jedoch den Schwan ohne Helm und keine Rosen führten" ist damit widerlegt.
Dazu gehören folgende Helme (spätere Entwicklung nach 1706):
Die Herren von Franckenstein gelten als Abkömmlinge der Lützelbach-Breuberg und haben ihren Ursprung im Odenwald, von wo aus sie sich in Rheinhessen ausbreiteten. Die Stammburg der Ritter und Herren von Franckenstein liegt nicht in Franken, sondern in Hessen im Gebiet der Grafen von Katzenelnbogen und wurde später von Hessen-Darmstadt übernommen. Im Rheinland gehören sie zum Uradel, eines der ältesteingesessenen Rittergeschlechter. Später finden wir sie in den Ritterkantonen Rhön-Werra, Steigerwald und Ortenau, sowie Mittelrheinstrom. Mitglieder der Familie sind zahlreich in den rheinischen Stiften Mainz, Worms und Speyer als Domherren vertreten. Die Familie stellte viele Kirchenmänner, allen voran Rudolf v. F., Fürstbischof von Speyer (1522-1560), und Johann Karl v. F., Fürstbischof von Worms (1683-1691). Dazu finden wir viele Vertreter im Johanniterorden und im Deutschen Orden. In Franken profitierten die von Franckenstein von der Reformation, indem sie als katholische Familie durch Konversionen freigewordene Stellen besetzten. Nach Verkauf der Besitzungen im Odenwald erwarben die von Franckenstein 1662 die Herrschaft Ullstadt und ließen dort ihr Wasserschloß von Johann Dientzenhofer in den Jahren 1718-1725 errichten, das heute noch in Familienbesitz ist.
von
Schönborn
Das Wappen des Grafen und
Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn hat insgesamt 5
Elemente, davon zwei doppelt. Nur bei dem aufgelegten Herzschild
handelt es sich um das Familienwappen der Grafen von Schönborn,
alle anderen Felder, nämlich der gesamte geteilte und zweimal
gespaltene Hauptschild, enthalten heraldische Symbole für die
kirchlichen Würden und Ämter. Im einzelnen sind das:
Im Grunde kommt jedes Bistum damit doppelt vor, punktsymmetrisch im Hauptschild angeordnet. Nur weil Würzburg zwei verschiedene Symbole einbringt, ist die Symmetrie scheinbar durchbrochen.
Literatur:
St. Burkard
Würzburg, Schnell Kunstführer Nr. 251, 2. Auflage 1989, Verlag
Schnell & Steiner GmbH Regensburg.
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels,
Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls
veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der
"landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Siebmachers Wappenbuch
Aschaffenburger Wappenbuch
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe.
Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer
Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger
Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
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Die Wappen der Fürstbischöfe von
Würzburg - Teil (1)
- Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein
Die Entwicklung des Wappens der von
Schönborn
Ortsregister Photos von Wappen - Namensregister
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Copyright / Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard
Peter 2006, 2009
Impressum
Veröffentlichung der Photos aus dem Innenraum mit freundlicher Genehmigung von Herrn Pfarrer Ernst Bach, Kath. Pfarramt St. Burkard, Burkarderstraße 40, 97082 Würzburg, vom 15.02.2007
Links: http://www.st-burkard.de/
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