Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 424
Amorbach

Amorbach, Wappen im Stadtbild

1475 zeigt der Wappenstein des Stadthauses (Mainzer Kanzlei) als Baujahr. Damit ist das Wappen (links oben und beide Aufnahmen unten) das des Mainzer Erzbischofs Adolf II von Nassau (geviert: Feld 1 und 4 Fürsterzbistum Mainz, in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad. Feld 2 und 3: Nassau: In mit goldenen Schindeln bestreutem Feld ein goldener, gekrönter Löwe), das andere das des Mainzer Domkapitels (korrekter: In Silber vier rote Balken, nicht 7x rot-silbern geteilt, aber das wird häufig so dargestellt). An einem weiteren Gebäude (am Stadttor) der Altstadt erinnert nur das Mainzer Rad an die Zugehörigkeit zum Hochstift Mainz (Abb rechts oben).

Die Mainzer Zugehörigkeit begann im Jahre 1272, als Ulrich von Dürn Amorbach (Stadt und Vogtei) an den Erzbischof von Mainz (Werner von Eppstein (nicht Salzburg wie im Siebmacher)) verkaufte. Das betraf aber nur die weltliche Herrschaft, die ab jetzt beim Erzstift Mainz lag, während die kirchliche Oberhoheit weiterhin unverändert beim Bistum Würzburg lag. Diese geteilte Herrschaft bestand knapp 400 Jahre lang, dann kam es im Jahre 1656 zu Gebietsbereinigungen zwischen den beiden Hochstiften: Würzburg und Mainz tauschten vertraglich Herrschaften aus, dabei kam jetzt neben der schon bestehenden weltlichen auch die kirchliche Oberhoheit über Amorbach an Mainz. Dem entspricht, was wir an Wappen sehen, vor 1656 finden wir Mainzer Wappen in der Altstadt und an Verwaltungsgebäuden, danach auch in Kirchen (Osteiner Wappen in der Pfarrkirche St. Gangolf). Nach knapp 150 Jahren war es aus mit der kirchlichen Herrschaft, mit der Säkularisierung 1803 mußten die restlichen Mönche - es waren nur noch 24 an der Zahl - die Abtei verlassen, und eine ganz neue Geschichte beginnt in Amorbach: Die des Fürstenhauses Leiningen, welches das alte Benediktiner-Kloster und seinen Besitz als Entschädigung für das Stammgebiet in der Pfalz erhielt, welches in den Revolutionskriegen an Frankreich gefallen war. Amorbach wurde neue Residenz des Fürstenhauses. Die Odyssee Amorbachs ist damit noch nicht beendet: 1806 fällt Amorbach an das Großherzogtum Baden, 1810 wird es hessisch, 1816 schließlich bayerisch.

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Ludwig von Meißen (1374-1381)
Adolf I. von Nassau (1381-1390)
Konrad II. von Weinsberg (1390-1396)
Johann II. von Nassau (1397-1419)
Konrad III. von Dhaun (1419-1434)
Dietrich Schenk von Erbach (1434-1459)
Diether von Isenburg (1459-1461)
Adolf II. von Nassau (1461-1475)
Diether von Isenburg (1475-1482)
Adalbert III. von Sachsen (1482-1484)
Berthold von Henneberg (1484-1504)
Jakob von Liebenstein (1504-1508)
Uriel von Gemmingen (1508-1514)
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1514-1545)
Sebastian von Heusenstamm (1545-1555)
Daniel Brendel von Homburg (1555-1582)
Wolfgang von Dalberg (1582-1601)
Johann Adam von Bicken (1601-1604)

Literatur:
http://www.amorbach-odw.de/html/texte.html
http://www.amorbach.de
http://www.abteikirche.de/

Abteikirche - Konventsgebäude - Altstadt - Fürstl.-Leiningen'sches Palais

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Haus Nassau - walramsche Hauptlinie

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