Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 43
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Grabmal des Johann Philipp von Hoheneck in St. Burkard in Würzburg, 1743 AD

Johann Philipp von Hoheneck, Kanoniker zu Worms, Comburg und St. Burkard, gest. 1743.

von Eltz. Rot-silbern geteilt, oben wachsend ein goldener Löwe. Helmzier ein mit Hermelin gestulpter roter Turnierhut, darauf ein goldener Löwe wachsend zwischen einem mit silbernen (auch als golden beschrieben), gestürzten Lindenblättern bestreuten roten Flug. Helmdecken rot-golden (resp. rot-silbern). Stammsitz der Familie ist Burg Eltz bei Münstermaifeld. Zuerst erscheint urkundlich ein Rudolfus de Eltz im Jahre 1157. Bereits im 13. Jh. spaltete sich die Familie in zwei Linien, die Linie Eltz-Kempenich und Eltz-Rübenach. Die Linie Eltz-Kempenich führt den Löwen golden und heißt daher auch Eltz vom goldenen Löwen. Die Linie Eltz-Rübenach führt den Löwen silbern (auch in der Helmzier). Seit 1575 besitzt die Familie das Erbmarschallamt im Bistum Trier. Am 19.6.1646 wurde dem uradeligen Geschlecht der alte Herrenstand vom Kaiser bestätigt. Am 4.11.1733 erhielt die Familie den Reichsgrafenstand. Am 19.12.1738 wurde ihr erlaubt, Namen und Wappen der Faust von Stromberg mit dem ihrigen zu vereinigen. Die anderen Linien erloschen, und es blieb nur die gräfliche Linie Eltz-Kempenich übrig, die sich in die Unterlinien Kempenich und Vukovar scheidet. Von der Linie zu Rübenach blieb nur ein freiherrlicher Zweig auf Schloß Wahn bei Köln.

Wolff-Metternich. Ihr Schild ist geteilt, oben in Blau ein silberner, dreilätziger Turnierkragen, unten in Silber ein schreitender, natürlicher Wolf, hier gewendet. Alternativ kann die Teilungslinie wie hier so hoch sitzen, daß man von einem Schildhaupt sprechen kann. Die Helmzier wäre Kopf und Hals eines natürlichen Wolfes wachsend, die Helmdecken wären blau-silbern. Eigentlich handelt es sich bei den Wolff um hessischen Uradel, einst Wolff von Gutenberg genannt. Stammburg ist Gudensberg (Gutenberg) bei Fritzlar. Zur Bezeichnung "Wolff-Metternich" kam es 1439, als ein Herr Wolff von Gutenberg die Erbin Sibylla von Metternich aus diesem alten westfälisch-niederrheinischen Geschlecht heiratete und den Kombinationsnamen annahm. Das Schloß Metternich fiel dabei auch an die Wolff. Zur Erweiterung "zur Gracht" kam es unter dessen Enkel Hieronymus Wolff-Metternich, der Katharina von Buschfeld heiratete, die Erbin zur Gracht und Forst. Der Rittersitz Gracht liegt bei Liblar. 1637 wurden die Wolff-Metternich zur Gracht in Gestalt des Johann Adolf Wolff-Metternich zur Gracht, kurkölnischer Geheimrat, Reichshofrat und Landhofmeister von Kaiser Ferdinand II in den Reichsfreiherrenstand erhoben. 1731 wurde der Nachfahr des Genannten, Franz Joseph Wolff-Metternich zur Gracht, kurkölnischer Gesandter und Reichshofrat, in den Reichsgrafenstand erhoben. Bei dieser Erhebung kam es zu einer Vermehrung des Wappens.

Wappen Helmstatt: In Silber ein schwarzer auffliegender Rabe (bisweilen gekrönt, hier nicht). Die von Helmstatt sind eines Stammes mit den Herren von Mentzingen und den Göler von Ravensburg, und sie führen alle drei den Raben im Wappen. Der gemeinsame Stammvater ist Raban von Wimpfen, staufischer Reichsministeriale. Hinsichtlich ihrer Helmzier unterscheiden sich die drei Geschlechter. So haben die Göler von Ravensburg als Kleinod Kopf und Hals des Raben, hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind, und die von Helmstatt ein schwarzes und ein silbernes Büffelhorn auf gekröntem Helm, die Herren von Mentzingen einen wachsenden silbernen Schwan mit goldenem Schnabel, häufig gekrönt, die Flügel mit goldenen Saxen, Schwungfedern des Schwanes schwarz und mit silbernen Sternen, Kreuzchen oder mit Lindenblättern belegt. Helmdecken schwarz-silbern.

Blarer von Wartensee: In Silber ein roter Hahn, golden bewehrt. Die zugehörige Helmzier wären Kopf und Hals eines roten und golden bewehrten Hahnes wachsend. Helmdecken wären rot-silbern.

Variante des Wappens Egen/Eger/Ega, das uns in den vielfältigsten Formen begegnet. Die Familie stammt aus der Gegend von Schwäbisch Hall und kommt auch in Dinkelsbühl vor. Sie hatte Besitz in den Oberämtern Gaildorf (Mittel-Fischach), Hall (Otterbach), Künzelsau (Holzhausen, Ingelfingen, Hirsbach), Neckarsulm (Siglingen) und Weinsberg (Affaltrach). Sie trugen auch den Beinamen Hagedorn /Hagendorn. Der Schild ist geviert. Feld 1 und 4 zeigen mitnichten eine Burg oder Stadtmauer, auch wenn dies der erste Eindruck sein sollte. Vielmehr ist das Feld jeweils in einem bestimmten Schnitt geteilt. Wir finden den Schild geteilt im Kreuzzinnenschnitt, im Kreuzzinnen-Stufengiebel-Schnitt, im Stufengiebel-Kreuzzinnen-Schnitt, im Kreuzzinnen-Zinnen-Schnitt (vgl. alter Siebmacher), im Stufengiebelschnitt (Eitel Egon Schultheiß zu Hall 1379, hier ebenso), im Zinnenschnitt (vgl. alter Siebmacher), von Silber und Rot (Neuer Siebmacher), von Rot und Silber (wie hier). Das ist ein gutes Beispiel für die unterschiedliche Sichtweite heute und damals: Heute verlangen wir Wappeneindeutigkeit und eine möglichst präzise und eindeutige Darstellung und Blasonierung, den Erfordernissen der Abgrenzung einer stetig wachsenden Anzahl Wappen voneinander Rechnung tragend. Damals war die Variationsbreite dessen, was noch unbeanstandet als ein und dasselbe Motiv empfunden wurde, deutlich größer. Auf dem Stechhelm wird von den Egen in Hall ein wachsender Brackenkopf geführt, dessen Hals wie der Schild geteilt ist. Helmdecken rot-silbern. Im Schweiggerschen Stammbuch und im alten Siebmacher werden jeweils ebenfalls ein vermehrtes Wappen abgebildet, ein weiteres Beispiel ist das hier vorliegende. Im Schweiggerschen Stammbuch ist der Rüde silbern mit schwarzem Halsband in goldenem Felde. Hier ist er silbern in rotem Felde. Zwei Helmzieren würden dazugehören: Helm 1: ein wachsender Rüdenrumpf oder Brackenkopf, Hals wie der Schild rot-silbern, Ohr silbern-rot geteilt. Decken rot-silbern. Helm 2: auf einem goldenen Kissen siltzend ein silberner Rüde mit schwarzem Halsband, Decken golden-silbern (sic!). Im alten Siebmacher findet sich der Rüde von Helm 1 von Rot und Silber wie der Schild geteilt (Ohr nicht). Das Kissen auf Helm 2 ist rot, Decken rot-silbern. Im Württembergischen Adels- und Wappenbuch ist ein solches vermehrtes Wappen für Hans Christoph von Egen von 1566 abgebildet. Dasselbe Wappen führen die Ego oder Egen zu Tettnang. Die Egen zu Gmünd haben eine ähnliche Schildfigur, aber auf dem Helm einen Adlerrumpf, belegt mit einem Sparren, der von einem Kreuz überhöht ist.

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© Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2006
Impressum

Veröffentlichung der Photos aus dem Innenraum mit freundlicher Genehmigung von Herrn Pfarrer Ernst Bach, Kath. Pfarramt St. Burkard, Burkarderstraße 40, 97082 Würzburg, vom 15.02.2007

Links: http://www.st-burkard.de/

Literatur: St. Burkard Würzburg, Schnell Kunstführer Nr. 251, 2. Auflage 1989, Verlag Schnell & Steiner GmbH Regensburg.