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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 506
Kirche St.
Laurentius in Thurnau (Oberfranken)
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Kirche St. Laurentius in Thurnau, Teil (3): Herrschaftsstand Künsberg
Der Herrschaftsstand hat zwei Etagen: Die obere war für die Familie Giech, die untere für die Kamilie Künsberg während des Condominats. Rangunterschiede wurden wirkungsvoll ausgespielt, so waren die Giech Reichsgrafen, die Künsbergs "nur" Reichsfreiherren, also nahmen die Giech die obere Etage für sich in Anspruch und überließen den Künsberg die untere. Und die obere Etage kragt deutlich über die untere heraus, ist also auch innendrin geräumiger und bequemer. Auch war das obere Allianzwappen wesentlich prächtiger gearbeitet als das untere. Das Wappen befindet sich jeweils über der betreffenden Etage, die Inschriften-Kartusche darunter. Die im Bild sichtbare Inschrift gehört also zu den Giech und dem oberen Allianzwappen.

Hier nicht im Bild, befindet sich unten am Herrschaftsstand die zur Etage Künsberg gehörige Inschrift. Als Mit-Bauherr wird genannt: Euchar Ferdinand Karl Freiherr (L.B.) von Künsberg. Das ist der letzte der Künsberg auf Thurnau, geb. 1695, der schließlich 1731 seine Thurnauer Anteile an die Familie Giech verkauft und das Condominat beendet.

Das Allianzwappen an der unteren Etage des Herrschaftstandes ist das der Freiherren von Künsberg mit dem der Freiherren bzw. Grafen von Bothmer, einem Uradelsgeschlecht aus Niedersachsen (Hannover und Braunschweig-Lüneburg).

Es handelt sich beim optisch linken Wappen um das der Künsberg aus der Zeit des Condominats. Das Stammwappen der Künsberg zeigt in Blau eine silberne eingebogene Spitze. Helmzier ein silbern gestulpter flacher roter Hut, aus dem zwei rote Büffelhörner wachsen, an der Spitze meist jeweils mit einer Eichel besteckt. Helmdecken rot-silbern. Hier haben wir stattdessen das vermehrte Wappen der freiherrlichen Linie der Künsberg von Thurnau (Freiherrendiplom vom 11.9.1691): Das Stammwappen wird nur als Herzschild verwendet. Der Hauptschild ist geviert. Der Aufbau im einzelnen:

Die Löwen sind oben einander zugewendet, unten voneinander abgewendet dargestellt. Es gibt auch andere Varianten im Siebmacher. Zu dem vermehrten Wappen der Freiherren von Künsberg gehören drei Helme (Helmdecken überall rot-silbern):

Das Wappen der Ehefrau aus dem Hause von Bothmer ist wie folgt aufgebaut:
Drei gekrönte Helme gehören zu dem Wappen Bothmer (Helmdecken rechts schwarz-golden, links rot-golden, hier jeweils gänzlich schwarz bzw. rot tingiert):
Literatur
und Quellen:
Uta von Pezold, Die Herrschaft
Thurnau im 18. Jahrhundert; Plassenburg, Band 27, Kulmbach 1968
Thurnau 1239-1989, Festschrift, herausgegeben 1989 anläßlich
der 850-Jahrfeier des Marktes Thurnau
Uta von Pezold, Thurnau, ein kleiner Führer durch seine
Geschichte, Thurnau 1987
Siebmachers Wappenbücher
Genealogien: http://worldroots.com
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Dr. Uta von Petzold, hrsg. von der Evang.-Luth. Kirchengemeinde
Thurnau: Ein Gang durch die Kirche St. Laurentius Thurnau
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und
Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag -
Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher
Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
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Thurnau (Oberfranken): Schloß, Teil (1a): Bauzustand und Wappenübersicht - Schloß, Teil (1b): Torhaus - Schloß, Teil (2): Vordere Schnecke - Schloß, Teil (3): Hohe Schnecke - Schloß, Teil (4): Außenmauer - Schloß, Teil (5): Gebetserker - Schloß, Teil (6a): Lapidarium - Schloß, Teil (6b): Lapidarium - Schloß, Teil (7): Zwingermauer - Museum - St. Laurentius, Teil (1): Chorbogen - St. Laurentius, Teil (2): Herrschaftsstand Giech - St. Laurentius, Teil (3): Herrschaftsstand Künsberg - St. Laurentius, Teil (4): Epitaph Giech/Förtsch
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Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus der Kirche mit freundlicher Erlaubnis des Herrn Dekan Hans Hager vom 21.4.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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