
Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 523
Bischofsstadt
Eichstätt

Eichstätt:
Das Mortuarium - Teil (2): Deckenfelder 6-11
Gewölbefeld 6:

- Hauptwappen: von Westerstetten.
Von Rot, Silber und Blau halbgespalten und geteilt.
Helmzier ein roter Flug, besät mit silbernen
Lindenblättern. Helmdecken hier rot-silbern, im
Siebmacher rot-silbern abgebildet und als rot-silbern und
blau-silbern beschrieben, vermutlich ähnlich variabel
gehandhabt wie bei den ähnlichen von Schaumberg.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Westerstetten (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: von Riedheim
auf Harthausen. In Silber ein schwarzer oder
natürlicher springender Esel.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Freyberg. Von Silber und Blau geteilt,
unten 3 (2:1) goldene Kugeln. Eisenberger
Hauptlinie.
- Ganz rechts: Grafen
von Bodman. Geviert:Feld 1 und 4: In
Silber drei (2:1) grüne Lindenblätter, mit dem
Stiel nach oben weisend. Feld 2 und 3: In Gold
ein schwarzer Bock. Üblicherweise sind die
Felder genau anders herum angeordnet.
Gewölbefeld 7:

- Hauptwappen: von
Rechberg-Rothenlöwen. Hier in Silber zwei
abgewendete rote Löwen mit verschlungenen Schwänzen.
Die Helmzier ist ein wachsender goldener Hirsch,
Helmdecken rot-golden. Hier ist der Schild nicht golden
wie in der Lit. beschrieben, sondern silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Rechberg (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: Stain
vom Rechtenstein. In Gold drei schwarze
Wolfsangeln (Wolfsanker) übereinander, die
Spitzen abwärts.
- Rechts vom Hauptwappen: Stain
vom Rechtenstein. In Gold drei schwarze
Wolfsangeln (Wolfsanker) übereinander, die
Spitzen abwärts.
- Ganz rechts: von
Freyberg. Von Silber und Blau geteilt,
unten 3 (2:1) goldene Kugeln.
Gewölbefeld 8:

- Hauptwappen: von Adelshausen
(Adelzhausen). In Schwarz ein silberner Adler,
gold bewehrt und golden gekrönt. Helmzier auf gekröntem
Helm der Adler aus dem Schild. Helmdecken
schwarz-silbern. Es handelt sich um das Wappen des
Eichstätter Domherren Philipp von Adelzhausen (um 1600).
(Herrn Karl Lippe ein herzliches Dankeschön für die
Erklärung).
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Adelshausen (wie das Hauptwappen). Der
Vater des Domherren hieß ebenfalls Philipp von
Adelzhausen, der Großvater väterlicherseits
Hans von Adelzhausen.
- Links vom Hauptwappen: von
Preising. Von Rot auf Silber im
Zinnenschnitt geteilt. Die Mutter des Domherren
war Margarethe von Preising, Tochter von Sigmund
von Preising.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Roth, von Rodt. Gespalten. vorne in Rot
ein silberner Balken, hinten gold. Normalerweise
rechte und linke Seite ausgetauscht (vgl.
Meersburg, Konstanzer Bischof). Die Großmutter
des Domherren väterlicherseits war Ursula von
Roth.
- Ganz rechts: "Fraunstain".
Dieses Wappen gehört der altbayrischen Familie Baumgartner
(Paumgartner), welche eigentlich eine
Kaufmannsfamilie aus Kufstein waren, aber im 15.
Jh. nach Bayern kamen und sich 1508 Schloß und
Herrschaft Fraunstein bei Braunau am Inn kauften.
In Blau ein silberner Flechtzaun, dahinter
aufrechtstehend ein goldener Löwe mit roter
Zunge und Waffen (vgl. alter Siebmacher von 1605). Die Großmutter des Domherren
mütterlicherseits war Anna Baumgartner zum
Fraunstein. Der Grund, warum hier nicht
"Baumgartner", sondern
"Fraunstain" geschrieben steht, könnte
darin begründet sein, die beiden Gemahlinnen des
Sigmund von Preising zu unterscheiden, denn seine
erste Gemahlin warAnna Baumgartner zum
Fraunstein, das ist die Großmutter des
Domherren, seine zweite Gemahlin war Anna
Baumgartnerin zum Stubenberg.
Gewölbefeld 9:

- Hauptwappen: von Löschwitz.
In Silber ein rotes Einhorn. Helmzier zwei geflügelte
Vogelfüße, der rechte silbern mit rotem Flügel,
zwischen den Schwungfedern mit drei silbernen Fähnchen
besteckt, der linke rot mit silbernem Flügel, zwischen
den Schwungfedern mit drei roten Fähnchen besteckt.
Helmdecken rot-silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Löschwitz (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen:
Lamminger von Albenreuth. In Rot auf
einem hier grünen, in der Lit. goldenen Dreiberg
ein silbernes Instrument, wie ein schmales Kreuz,
die beiden Arme oben und unten mit langen Zacken
besetzt.
- Rechts vom Hauptwappen: "Rutzler
Stain". In Silber eine grüne
Pflanze mit 5 (1:2:2) roten Blüten an
ebensovielen Seitenästen, evtl. ein Rosenstock.
(sic, ohne Beleg)
- Ganz rechts: "Angst".
In Rot eine silberne aufrecht gestellte
Bärentatze. (sic, ohne Beleg)
Gewölbefeld 10:

- Hauptwappen: von Eyb: In
Silber drei (2:1) rote Jakobsmuscheln (Pilgermuscheln).
Die Helmzier ist ein wachsender Pfau. Der Pfau kann
farblich variieren, meistens ist aber der Rumpf grün
oder blau bzw. "natürlich", die Flügel aber
silbern, als wären sie Schwanenflügel. Helmdecken
rot-silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von Eyb
(wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: von
Seckendorff. In Silber zwei zu einer
Acht verschlungene rote Lindenzweige mit nach
außen gekehrten Blättern.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Stiebar. In einem silbern-schwarz
geteilten Schild oben eine aus der Teilung
hervorkommende rote Saufeder mit Querstange.
- Ganz rechts: von
Seinsheim. Hier 5x blau-silbern
gespalten, aber auch als 6x, 7x, 8x, 9x
silbern-blau gespalten beschrieben, man hat wohl
von einer erheblichen Toleranzbreite auszugehen
Gewölbefeld 11:

- Hauptwappen: von Leonrod.
In Silber ein roter Balken. Helmzier zwei silberne
Büffelhörner, mit einem roten Balken belegt. Helmdecken
rot-silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Leonrod (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: Burggraf,
von Silber auf Rot geteilt, oben ein aus der
Teilung hervorkommender schwarzer Adler.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Seckendorff. In Silber zwei zu einer
Acht verschlungene rote Lindenzweige mit nach
außen gekehrten Blättern.
- Ganz rechts: von
Freyberg. Von Silber und Blau geteilt,
unten 3 (2:1) goldene Kugeln. Eisenberger
Hauptlinie.
Literatur
und Links:
Siebmachers Wappenbücher,
bes. Band Bistümer
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch
Herrn Karl Lippe aus Weiden ein herzliches Dankeschön für
wertvolle Hinweise
Otto Gruber: Wappen des
mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl.
Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen
Jahrgängen der "landeskundlichen
Vierteljahresblätter".
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und
Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag -
Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher
Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Dr. Claudia Grund, Der Dom zu Eichstätt, Hrsg. Domkapitel
Eichstätt, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, 2007, ISBN
978-3-89870-293-5
http://www.bistum-eichstaett.de
http://www.bistum-eichstaett.de/dom/domfuehrung/mortuarium.htm
Wenn eine Wappenbeschreibung
als "ohne Beleg" bezeichnet ist, ließ sich bis zum
gegebenen Zeitpunkt kein Literaturbeleg in den mir zur Verfügung
stehenden Quellen finden. Wer hierzu eine Quelle oder einen
anderen Nachweis oder sonstige Hinweise hat, schreibe mir bitte.

Eichstätt: Mortuarium
(1): Decke 1-5 - (2):
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Veröffentlichung
der Innenaufnahmen aus dem Mortuarium mit freundlicher Erlaubnis
des Herrn Domkapitular Manfred Winter, Summus Custos, als
Vertreter des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt, vom
07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
©
Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
