
Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 526
Bischofsstadt
Eichstätt

Eichstätt:
Das Mortuarium - Teil (5): Deckenfelder 24-28
Gewölbefeld
24:

- Hauptwappen: von Weitingen,
von Wittingen. Von Rot und Silber geteilt, oben
ein silberner (hier natürlich tingierter) Arm mit
ausgestreckter Hand. Helmzier: auf einem roten Kissen
(mit silbernen Quasten beschrieben) ein schwarzes Lamm.
Helmdecken rot-silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Weitingen, von Wittingen (wie das
Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: von
Lammersheim, geteilt, oben
fünfmal von Gold und Rot gespalten, unten blau.
Das Wappen findet sich zwar nicht im neuen
Siebmacher, aber es ist im Aschaffenburger
Wappenbuch abgebildet (oben in Gold drei rote
Pfähle) sowie im alten Siebmacher I/126 (oben
fünfmal von Gold und Rot gespalten).
- Rechts vom Hauptwappen: von
Landenberg. In Rot drei (2:1) silberne
Ringe.
- Ganz rechts: von
Rüdesheim. Geteilt von Silber und Blau,
oben ein schreitender roter Löwe, unten sechs
(3:2:1) goldene Lilien. (sic, ohne Beleg, der
schreitende Löwen wurde früher von den von
Rüdesheim de foro als Beizeichen geführt,
Verwendung hier unklar, Schildhaupt müßte aber
golden sein, wenn Linie Kind von Rüdesheim).
Gewölbefeld 25:

- Hauptwappen: von Werdenstein.
3x von Rot auf silber sparrenweise geteilt. Im Schöler
auch als in Rot zwei silberne Sparren beschrieben.
Helmzier auf einem roten Kissen sitzend ein silberner
Hase. Helmdecken rot-silbern.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Werdenstein (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: von
Grünenstein (Grienenstein) Geteilt,
oben silbern, unten in Blau zwei silberne Balken
(vgl. Siebmacher II/102 Rheinland).
- Rechts vom Hauptwappen: von
Argaw (Argau).
In Schwarz drei goldene Pfähle (vgl. Siebmacher
II/82 Schwaben)
- Ganz rechts: von
Freyberg. Von Silber und Blau geteilt,
unten 3 (2:1) goldene Sterne. Bayrische Linie zu
Aschau.
Das Wappen paßt zu Johann Georg von
Werdenstein (1542-1608), der erst in Augsburg 1563 und dann 1567
in Eichstätt Kanoniker wurde und der berühmt ist wegen seiner
großen, mehrere Tausend Bände umfassenden Bibliothek, die
später an die Herzöge von Bayern verkauft wurde und jetzt Teil
der Bayerischen Staatsbibliothek ist.
Gewölbefeld 26:

- Hauptwappen: Freiherren von Gemmingen.
In Blau zwei goldene Balken. Helmzier zwei wie der Schild
bez. Büffelhörner, Helmdecken blau-golden.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Gemmingen (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen:
"Solenberg". Geviert. Feld 1
und 4: dreimal von schwarz und gold geteilt. Feld
2 und 3: In Silber Kopf und Hals eines roten
Löwen o.ä. (sic, ohne Beleg). Es könnte sich
um das Wappen von Schellenberg handeln, welches
aber lt. Rietstap und neuem Siebmacher in 2 und 3
in Gold ein schwarzes Pantier mit Ochsenhörnern
hat. In der Tat entspricht das Wappen hier der
Darstellung "Schellenberg" im alten
Siebmacher, die im neuen Siebmacher als falsch
bezeichnet wird.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Neuhausen, Hohenberg. In Silber ein
roter (hier doppelschwänziger) Löwe, einen
grünen gekrümmten Ast haltend bzw. auf ihm
reitend. Der Ast kann in anderen Darstellungen
auch schwarz sein.
- Ganz rechts: "Sandeck".
In Silber Kopf und Hals eines roten Löwen. (sic,
ohne Beleg)
Gewölbefeld 27:

- Hauptwappen: von Biberbach.
In Rot ein silberner Biber mit geschupptem Schwanz.
Helmzier der silberne Biber sitzend. Helmdecken
rot-silbern. (sic, ohne Beleg). Der entsprechende Domherr
war mit dieser Wappenkonstellation wohl ein Sohn von
Markus Hübschmann von Biberbach und Christine
Pfaffenlapp, während die Mutter von Markus Hübschmann
von Biberbach eine von Wallbach war und die Mutter von
Christine Pfaffenlapp eine von Landsberg.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Biberbach (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen:
von Pfaffenlapp: In Silber 3 (2:1) rote
Steinbockshörner.
- Rechts vom Hauptwappen: "Walwach
(Wallbach)". In Silber zwei rote
Schildchen nebeneinander über einem goldenen
Stern. (sic, ohne Beleg)
- Ganz rechts: von
Landsberg. Von grün auf Silber geteilt,
oben ein goldener Sechsberg.
Gewölbefeld 28:

- Hauptwappen: von Ratzenried
(aus Ravensburg, ursprgl. Humpiss, Hundbiss, Hundpiss von
Ravensburg). Geviert. Feld 1 und 4: In Schwarz drei
silberne laufende Windhunde mit rotem Halsbande
übereinander. Feld 2 und 3: Unter im Wolkenschnitt
abgetrennten blauen Schildhaupt in Silber eine gesichtete
Sonne, genauer: ein rotes Gesicht, von einer Wolke mit
sieben Ausbuchtungen umrahmt. Auf dem gekrönten Helm
drei Straußenfedern in den Farben Rot, Blau und Silber.
Helmdecken blau-silbern. Im Siebmacher (Württemberg,
Tafel 20) findet sich das Wappen mit ausgetauschten
Positionen. Dort sind die Decken mit blau-silber /
schwarz-silbern angegeben.
- Vier Begleitwappen:
- Ganz links: von
Razzenried (wie das Hauptwappen)
- Links vom Hauptwappen: von
Weiler. In Silber ein roter
Schrägbalken. Es handelt sich normalerweise um
einen Schrägrechtsbalken.
- Rechts vom Hauptwappen: von
Neuhausen, Hohenberg. In Silber ein
roter (hier doppelschwänziger) Löwe, einen
grünen gekrümmten Ast haltend bzw. auf ihm
reitend. Der Ast kann in anderen Darstellungen
auch schwarz sein.
- Ganz rechts: von
Nothafft. Hier ist ein Mischmasch aus
der bayrischen und der schwäbischen Linie
entstanden. Die Bayrische Linie führt in Gold
einen blauen Balken. Die schwäbischen Nothafft
führen in Rot einen silbernen Flug. Dieser ist
hier abgebildet, aber zusätzlich noch mit dem
blauen Balken unterlegt, was weder richtig noch
regelgerecht ist.

Linke Abb: Detail der
"Schönen Säule", rechte Abb.: Innenhof des Kreuzgangs
von Südosten
Literatur,
Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher,
bes. Band Bistümer
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch
Otto Gruber: Wappen des
mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl.
Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen
Jahrgängen der "landeskundlichen
Vierteljahresblätter".
persönliche Mitteilung von Herrn Ph. Frhr. v. Hutten, ein
herzliches Dankeschön
persönliche Mitteilung von Herrn Thomas Kaltenbach, ein
herzliches Dankeschön
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und
Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag -
Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher
Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Dr. Claudia Grund, Der Dom zu Eichstätt, Hrsg. Domkapitel
Eichstätt, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, 2007, ISBN
978-3-89870-293-5
http://www.bistum-eichstaett.de
http://www.bistum-eichstaett.de/dom/domfuehrung/mortuarium.htm
Wenn eine Wappenbeschreibung
als "ohne Beleg" bezeichnet ist, ließ sich bis zum
gegebenen Zeitpunkt kein Literaturbeleg in den mir zur Verfügung
stehenden Quellen finden. Wer hierzu eine Quelle oder einen
anderen Nachweis oder sonstige Hinweise hat, schreibe mir bitte.

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Veröffentlichung
der Innenaufnahmen aus dem Mortuarium mit freundlicher Erlaubnis
des Herrn Domkapitular Manfred Winter, Summus Custos, als
Vertreter des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt, vom
07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
©
Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
