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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 584
Burg Hülshoff
(bei Havixbeck, Westfalen)
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Burg Hülshoff im Münsterland
Burg Hülshoff ist ein malerisches und stimmungsvolles Wasserschloß zwischen Münster und Havixbeck. Vom Grundriß her ist es ein typisches Zwei-Insel-Schloß: Eine kleinere Insel für die Hauptburg und eine größere, breit-rechteckige in Südsüdwest für die Wirtschaftsgebäude. Das Hauptschloß ist eine Anlage aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Flügeln unterschiedlicher Länge, nach Osten ist eine Kapelle angebaut. Die Vorburg besteht ebenfalls aus zwei L-förmig angeordneten Flügeln und besitzt an der SW- und an der SO-Ecke jeweils einen viereckigen Turm. Die Gräfte ist relativ groß und hat noch Platz für eine Garten-Insel zusätzlich. Ringsum ist die Anlage von exquisiten und gepflegten Parkanlagen umgeben.

Die Burg Hülshoff ist eine typische Ministerialenburg, entstanden als Sitz für Beamte im Dienst des Hochstiftes Münster. Hier ist bereits 1349 ein erstes festes Haus bezeugt, damals noch im Besitz der Herren von Schonebeck. 1417 erwarb es Johann IV von Droste (gest. ca. 1446), und sein Sohn Johann V (ca. 1403-1462) ließ sich endgültig auf diesem Herrensitz nieder. Die erste Burg war unter dem Namen Tor Kulen bekannt. Heinrich I von Droste (1500-1570) ließ die Burg für 15000 Taler im Stile der Renaissance umbauen. Dabei wurden alte Mauern pragmatischerweise weiterverwendet, wo es ging, was die wehrburgartige Dicke der Außenmauern des Hauptflügels erklärt. Der Formenkanon ist obwohl stilistisch schon der Renaissance zugehörig ein relativ früher, der noch stark der Gotik verhaftet ist, sozusagen am Übergang. Die Proportionen sind noch gotisch, nur einzelne Teile unterliegen der neuen Art der Gestaltung, wie die Giebel.

Man beachte das Material: Die gesamte Westseite und damit die Wetterseite ist aus Baumberger Sandstein gemauert, während alle anderen Außenmauern aus Ziegeln bestehen, nur die Gliederung mit Fenstergewänden, Türgewänden, Eckquader und die Fassaden horizontal gliedernden Wasserschlagsimsen ist aus Werkstein.
Insgesamt hat der Bau drei Giebel, alle über Kragsteinen ansetzend und mit einer Seitenstaffel, das ist die kleine seitliche Stufe. Um einen typischen Münsteraner Dreistaffelgiebel zu haben, fehlt die Mittelstaffel bzw. Firststaffel, statt derer haben wir einen Firstschornstein.
Der Wappenstein über dem Haupteingang in den größeren der beiden Flügel der Hauptburg zeigt das Ehewappen Droste / Stevening. Es befindet sich nicht am ursprünglichen Platz. Früher befand er sich an einem Erker aus dem Jahre 1549 am Erdgeschoß des Ostgiebels, den es leider nur bis 1789 gab.

Das Stammwappen der von Droste zu Hülshoff ist in Schwarz eine silberner, geflügelter Barsch (hier aus Courtoisie gewendet), als Helmzier eine silberne Fischreuse, Helmdecken schwarz-silbern. Im Siebmacher werden je nach Band unterschiedliche Farben angegeben, z. B. in Schwarz ein geflügelter silberner Fisch mit rotem Halsring, Maul und Schwanzflosse, Fischkorb braun; in Schwarz ein rot-geflügelter silberner Fisch, Helmzier eine von von Schwarz und Silber gespaltene Fischreuse (vgl. auch Adelsrenovation 1704 in Preußen).
Der Name Droste ist nicht der ursprüngliche Familienname. Eigentlich hieß das Geschlecht von Deckenbrock. Sie stammten vom gleichnamigen Hof in der Gemeinde Everswinkel bei Warendorf. Sie gehören zum westfälischen Uradel, die Rittermäßigkeit ist seit 1264 urkundlich belegt, auch die Zugehörigkeit zu den Ministerialengeschlechtern. Engelbert I von Deckenbrock hatte seit 1266 nachweislich das Amt des Drosten (dapifer, Seneschall) inne, schließlich wurde das erbliche Amt zum Familiennamen, ergänzt durch das bewohnte Anwesen Hülshoff, ab Johann VI (1430-1499) ist der Namenswandel vollzogen. Der komplette Titel hieß dapifer venerabilium canonicorum ecclesiae Monasteriensis Truchseß des ehrbaren Münsteraner Domkapitels. Truchseß und Droste haben die gleiche sprachliche Wurzel, verbunden durch das mittelniederdeutsche truzzate und drossat. Man muß aufpassen, daß man die verschiedenen Familien, die sich alle Droste nennen, nicht durcheinanderbringt, deswegen ist der Zusatz unabdingbar, Droste von Hülshoff, Droste von Vischering etc. Weiterhin gehören die Droste von Hülshoff seit 1284 zum Stadtpatriziat von Münster, damals natürlich noch unter dem alten Namen von Deckenbrock. Vielfach stellte die Familie Bürgermeister von Münster.

Jeder kennt ihren Namen, kaum einer hat ihre Werke je gelesen hier wuchs die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff auf. Im Innern der Burg ist reichlich Material ihrem Angedenken gewidmet.
Die Vorburg wird flankiert von zwei viereckigen Türmen, dem alten Hundeturm von 1580 und dem Gärtnersturm von 1628.

Literatur,
Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher
Dr. Anneliese Raub, Burg Hülshoff, Schnell Kunstführer Nr.
1688, 5. Auflage 2003, Verlag Schnell & Steiner GmbH
Regensburg, ISBN 3-7954-4049-1.
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