Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 59
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Alte Universität in Würzburg

Wappen des Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) über dem Seiteneingang: Das Wappen ist geviert:

Zum Wappen gehören drei Helme:

Wappen des Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) über der Tordurchfahrt: Zusammengestelltes Wappen aus drei Einzelwappen:

Dank der regen Bautätigkeit und der langen Regierungszeit (44 Jahre) gehört das Echter-Wappen zu den häufigsten in Mainfranken. In der Tat verdankt das Hochstift Würzburg ihm und seiner Regierung sehr viel (Bauwerke, Universität zu Würzburg, Spitäler etc.). Die Familie stammt ursprünglich aus dem Odenwald, wo sie in Diensten der Schenken von Erbach stand. Der Zweig im Spessart ist seit 1334 urkundlich erwähnt. Die dortigen Echter standen als "Wald- und Bachförster" im Dienste von Mainz. Sie hatten im Spessart Besitz an umfangreichen Waldgebieten. Mit dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn schaffte die Familie den Sprung nach Würzburg, und in der Folgezeit erwarb die Familie Besitzungen im Steigerwald (Gaibach, Oettershausen, Gochsheim, Schallfeld, Traustadt, Weisbrunn). Weiterhin hatte die Familie Besitzungen im Württembergischen: Neckarsulm, Crailsheim, Künzelsau. Beide Linien starben aber schon bald aus. Der letzte Echter war Johann Philipp Freiherr Echter von Mespelbrunn, der 1665 mit 19 Jahren verstarb. Das Erbe ging über Ottilia Echterin von Mespelbrunn, die 1648 Philipp Ludwig von Ingelheim geheiratet hatte, Oberstleutnant und Amtmann zu Miltenberg im Dienste von Mainz, an die von Ingelheim. 1698 vereinigte die Familie mit Genehmigung des Kaisers beide Wappen zu "von Ingelheim genannt Echter von Mespelbrunn" und vierte ihr Wappen aus Ingelheim und Echter von Mespelbrunn. Die Familie lebt heute auf Schloß Mespelbrunn.

Literatur:
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.

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