Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 597
Landshut - Stifts- und Pfarrkirche St. Martin

Die Grabdenkmäler rings um St. Martin in Landshut - Teil 1

Frau Maria Josepha von Rauscher auf Weeg, geb. Frankl, gest. 26.4.1796. Das Wappen von Rauscher (geadelt 1808) zeigt in Gold einen grünen Schrägbalken, belegt mit drei schräggelegten silbernen Lilien, begleitet oben und unten von je einem roten Löwen. Helmzier ein Paar Büffelhörner, rechts gold-grün, links grün-golden geteilt, in den Mundlöchern eine silberne Lilie, dazwischen ein wachsender roter Löwe, in den Pranken eine silberne Lilie präsentierend. Helmdecken grün-golden. Beide Wappen sind typische Darstellungen aus der heraldischen Verfallszeit mit unzähligen Verstößen gegen GHP (gute heraldische Praxis): Die Hörner setzen nicht auf dem Helm, sondern am Helmhals an, die Helmdecke fehlt oben komplett und ist auf zwei Fetzen an den Schildecken reduziert, der wachsende Löwe erhebt sich unvermittelt aus dem metallischen Helm, Helm-Corpus viel zu klein in Relation zur Halspartie, keine Courtoisie, der Löwe der Zier blickt in eine andere Richtung als der Helm, die Proportionen aller Einzelbestandteile zueinander stimmen nicht, die Raumausnutzung im Schild ist schlecht, die Form des Schildes ebenfalls typisch für die Zeit und ihren ignoranten Umgang mit der heraldischen Tradition.

Elisabetha Silbernagel, gest. 3. Mai 1750. Georg Silbernagel, Landshuter Bürger und Bierbrauer, erhielt den Wappenbrief am 22.4.1633. Das Wappen zeigt in Schwarz auf goldenem Dreiberg einen doppelschwänzigen goldenen Löwen, der in den Vorderpranken einen pfahlweise gestellten silbernen Nagel hält. Helmzier auf schwarz-goldem bewulsteten Helm: Auf goldenem Dreiberg der silberne Nagel aufrecht zwischen zwei mehrfach schwarz-gold geteilten Büffelhörnern, in deren Mundlöchern jeweils ein grüner Eichenbruch steckt (Eichel + Blätter). Helmdecken schwarz-golden. Die Darstellung mit gedrehten Hörnern entspricht nicht ganz der Blasonierung, die eine mehrfache Teilung beschreibt. Cave: Diese Familie darf nicht mit der Familie Silbernagl, ebenfalls aus Landshut, verwechselt werden.

Clamor Hermanus Christophorus de Glandorff, aus Bielefeld in Westfalen, gest. 21.4.1733, 52 Jahre alt. Das Stammwappen der Freiherren von Glandorff ist in Silber ein quergelegter nat. (brauner) Ast, oben besetzt mit drei zweiblättigen Eichenzweigen mit je einer Eichel. Helmzier: Schildfigur. Helmdecken rot-silbern. 1704 wurde das Wappen geviert: Feld 1 und 4 das Stammwappen, Feld 2 in Blau eine offene Krone, aus welcher nach rechts ein nat. (brauner) Marder zwischen einer roten und einer silbernen Straußenfeder hervorspringt, Feld 3: In Blau ein einwärts schreitender goldener Löwe. Zwei gekrönte Helme: Helm 1: Der Löwe wachsend, Decken schwarz-golden, Helm 2: Drei Straußenfedern in den Farben rot-silbern-blau, Decken rot-silbern. 1725 kam es zu einer weiteren Variante: Feld 3 wurde geteilt, oben in Schwarz ein doppelschwänziger, gekrönter, goldener Löwe einwärtsschreitend, unten blau und ledig. In dieser Variante wurden drei Helme verwendet: Helm 1: Der Löwe wachsend, Decken schwarz-golden, Helm 2: Stammkleinod, Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern, Helm 3: Die drei Straußenfedern in den Farben silbern-blau-silbern, Decken rot-silbern. Das Wappen ist hier in der dritten Fassung abgebildet, also mit geteiltem Feld 3, aber es wurden nur zwei Helme unter Auslassung des Stammhelmes verwendet. Ritterstand 21.9.1704 für Rudolf Itel von Glandorff, königl. preußischer Kammerrat, Freiherrenstand mit dem Prädikat "Edler" am 31.8.1725 und Wappenbesserung für Ernst Franz Ritter von Glandorff, kaiserlicher Hofrat und Reichsreferendar

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher

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