Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 600
Prüm - abgelegene Pracht

Die Fürstabtei Prüm - Teil (1)

Geschichte (1): Prüm - eine Etappe der Wiedermissionierung
Zweimalige Gründung: Ein erstes Kloster wird 721 in Prüm gegründet. Sie fand statt durch Bertrada (eine fränkische Edle) und Charibert von Mürlenbach (ihr Sohn), die ersten Mönche kamen aus der Abtei Echternach und lebten nach der Regel des Hl. Kolumban aus Irland. Prüm war dabei nicht die erste Klostergründung in diesem Raum, sondern ein Markstein der Wiedermissionierung des Eifel-Ardennenraumes, die ihren Ausgang in Irland nahm und im 7. Jh. bedeutende Klostergründungen sah: 648 Malmedy, 651 Stablo, 687 St. Hubert, 698 Echternach. Das erste Kloster konnte sich aber nicht lange halten, denn 752 erfolgte die zweite Gründung der Abtei durch König Pippin III (d. Jüngeren, 714–768, König 751-768), diesmal mit Benediktinermönchen aus St. Faron in Meaux. Die neuen Mönche lebten auch nach einer anderen Regel, nämlich der des Hl. Benedikt, und so blieb es bis zur Säkularisation.

Geschichte (2): Prüm - Familienkloster der Karolinger
Besagter König Pippin hatte übrigens eine Enkelin der Gründerin Bertrada, ebenfalls Bertrada mit Namen, geheiratet, Bertrada die Jüngere wurde die Mutter von Karl dem Großen. 799 erfolgte die Einweihung der Klosterkirche St. Salvator unter der Herrschaft Karls des Großen (reg. 768-814), angeblich in seiner Anwesenheit. Das Kloster hatte im Laufe der Zeit prominente Mitbrüder: Kaiser Lothar I dankt 855 ab, teilt in der sog. Teilung von Prüm (eigentlich in Schüller bei Prüm) sein Reich (das Mittelreich nach der ersten Teilung des Frankenreiches 843 im Vertrag von Verdun) unter seinen Söhnen Ludwig II, Lothar II und Karl auf, zieht sich ins Kloster zurück und stirbt wenig später. Sein Grab befindet sich im Chorraum der Klosterkirche. Die Abtei war sehr eng mit den Karolingern verbunden, quasi deren Haus-Kloster. Auch andere Karolinger verweilten einige Zeit in der Abtei zu Prüm: Pippin der Bucklige (Sohn Karls des Großen), Karl der Kahle, Hugo (Sohn Lothars II). Karl der Große und seine Nachfolger hatten immer eine enge Bindung an diese Abtei aufrechterhalten, die sich besonders auch in reichen Zuwendungen und Schenkungen niederschlug: Prüm wurde reich, der Besitz der Abtei reichte von der Rhône bis in die Bretagne, von Speyer bis Holland.

Abb.: Blick auf die Nordfassade des kurfürstlichen Schlosses, das im Norden an die Abteigebäude angebaut ist. Die Ausrichtung ist nicht exakt nach Norden, sondern etwas nach Osten versetzt, so daß das Morgenlicht die Fassade erstrahlen lassen kann.

Geschichte (3): Stürmische Zeiten und reiche Abtei:
Auch nach dem Ende der Karolinger blieben die deutschen Könige und Kaiser der Abtei wohlgesonnen und bedachten sie mit reichen Gebietsschenkungen. Prüm wurde nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch geistiger Mittelpunkt der Eifel. Doch dann kam der Tiefschlag: Zweimal, 882 und 892 überrennen die Normannen die Abtei und verwüsten die Klostergebäude. Diesen sicherlich grauenvollen Umständen verdanken wir aber ein einzigartiges Zeitdokument: Abt Regino aus Altrip bei Speyer, der danach die Abtei zu neuer Blüte führte, stellte alle Urkunden über den Prümer Grundbesitz zusammen (Liber aureus) und ließ 893 ein exaktes Güterverzeichnis der Abtei erstellen, das sog. Prümer Urbar. Es ist uns in einer Abschrift aus dem Jahre 1222 erhalten und verzeichnet reichen, ja reichsten Grundbesitz, viele Orte in der Eifel, an der Ahr, rings um Münstereifel, im Taunus, bei St. Goar, in Frankreich, Holland etc. Allein sechs Filialklöster gehörten zur Prümer Abtei, um diesen weit gestreuten Besitz effektiv verwalten zu können: Revin in Frankreich, Güsten in Holland, Münstereifel, St. Goar, Kesseling an der Ahr sowie Altrip bei Speyer, das Kloster, aus dem der Abt Regino gekommen war. Regino selbst ist berühmt geworden durch seine Weltchronik. Er führte das Kloster zu neuer Blüte, es lebten wieder bis zu 180 Mönche in Prüm. Weitere von Prüm abhängige Klöster waren das Chorherrenstift in Prüm (gegründet 1016) und die Benediktinerinnen-Abtei Niederprüm (gegründet 1190).

Die Reichsabtei Prüm wird kirchliches Fürstentum: 1222 wird die Abtei Prüm von Kaiser Friedrich II. zur Fürstabtei erhoben. Besitzstand und Ansehen waren in der Zwischenzeit hinreichend gewachsen, um dies zu rechtfertigen. Die Fürstabtei Prüm war damit auch im Reichstag mit eigener Stimme vertreten.

Geschichte (4): Trier macht reiche Beute:
Eigentlich wollte Prüm nie zu Trier. Trier wollte aber schon immer Prüm haben. Denn eine reiche Abtei mit riesigem Streubesitz weckt Begehrlichkeiten. Schon 1235 hatte man versucht, Prüm in ein Bistum zu verwandeln und Trier zu unterstellen. Bereits im Jahre 1554 hatte der Erzbischof von Trier beim Papst eine Union mit der Fürstabtei Prüm beantragt - Vorwand waren reformatorische Bestrebungen. Als der letzte Fürstabt, Christoph von Manderscheid-Kayl, im Jahre 1576 verstarb, schaffte der Erzbischof von Trier, Jakob III. von Eltz (1567-1581), Tatsachen: Er erschien in Prüm und ließ sich als Nachfolger einführen - gegen den Widerstand der Mönche, aber mit Zustimmung von Papst und Kaiser. Im Grunde war diese „Inkorporierung“ ein Akt von oben gebilligter Besetzung. Somit war's 1576 aus mit der Selbständigkeit, und Prüm wurde ab da in Personalunion vom Trierer Kurfürsten regiert, der Administrator war und in Prüm einen Prior einsetzte, der ihn vertrat.

Abb.: Im Giebelfeld der Nordfront des kurfürstlichen Schlosses befindet sich ein gewaltiges Allianzwappen beider Bauherren. Jeder einzelne Wappenschild ist in eine opulente Rocaille-Kartusche gelegt, beide asymmetrisch sich in der Mitte wie Positiv und Negativ ergänzend. Beide Schilde werden gemeinsam von den nur einmal vorkommenden Amtsinsignien überhöht: Das Schwert für die weltliche Macht des Fürstbischofs, der Krummstab für die geistliche Macht, und über allem kennzeichnet der Fürstenhut den Rang des Fürstbischofs als selbständiger Herrscher, nur dem Kaiser untertan, mit Sitz und Stimme im Reichstag. Zwei Schildhalter füllen den verbleibenden Raum im Giebelfeld aus, beides wild dargestellte und sehr plastische Löwen, optisch links ganz golden und rot gezungt wie die Schönborn-Löwen, optisch rechts rot-silbern geteilt und doppelschwänzig wie die Walderdorff-Löwen.

Geschichte (5): Ausbau unter den Trierer Fürstbischöfen
Die Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten, nun auch für die Gebäude zuständig, bauten die Abtei Prüm prachtvoll aus. 1721 ließen sie die Klosterkirche von Johann Georg Judas (Hofbaumeister in Trier) neu errichten, nach dessen Tod 1726 wurde die Kirche von seinem Nachfolger Paul Kurz weitergebaut. Für den Neubau verantwortlich war Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1716–1729), es folgten unter seinen Nachfolgern Franz Georg von Schönborn (1729–1756) und Johann Philipp von Walderdorff (1756–1768) ab 1748 der Neubau der Abteigebäude durch berühmte Barock-Architekten, die auch in Trier wirkten: Andreas Seitz und Balthasar Neumann, später Johannes Seitz, der talentierteste Schüler des fränkischen Architekturgenies. Mit diesen kam auch der heiter-prunkliebende Geist des mainfränkischen Barocks nach Prüm. Grundsteinlegung für die neuen Abteigebäude mit angrenzendem kurfürstlichen Schloß war 1749. Es wurde eine prächtige Anlage, deren letzte Ecke, die den zweiten Innenhof schloß, aber erst 1912 vollendet worden ist.

Das Wappen von Franz Georg von Schönborn:
Zum einen ist dieses komplexe Wappen ein Musterbeispiel für die Staffelung von mehreren Ebenen, um die vielen Ansprüche unterzubringen und zu ordnen. Einem Hauptschild (1. Ebene) liegt ein Mittelschild (2. Ebene), diesem ein Herzschild (3. Ebene) auf. Zum anderen ist dieses Wappen ebenfalls ein Musterbeispiel dafür, daß die Schönheit klassischer Heraldik bei übertriebenem Repräsentationsbedürfnis empfindlich leiden kann.

Wappenbestandteile des Schönborn-Wappens:
Der Herzschild (3. Ebene) enthält das Stammwappen der Familie von Schönborn:

Grafen von Schönborn: In Rot auf drei aufsteigenden silbernen Spitzen schreitend ein goldener, gekrönter und rotgezungter Löwe.

Der Mittelschild (2. Ebene) enthält sämtliche Ämter des Kurfürsten:

Feld 1: Kurtrier: In Silber ein rotes, durchgehendes Kreuz. Amtswappen des regierenden Bischofs/Erzbischofs/Kurfürsten von Trier.
Feld 2: Fürstbistum Worms, hier: Im schwarzen, mit 8 (2x 4) silbernen Schindeln belegten Feld ein schräg aufwärts gerichteter goldener Schlüssel. Die Farben werden auch genau andersherum verwendet: Silberner Schlüssel und goldene Schindeln. Das Bistum Worms ist 1805 erloschen.
Feld 3: Fürstpropstei Ellwangen: In Silber eine goldene Prälatenmütze. 1460-1802 (Säkularisation) eigenständiges Fürstentum mit der reichsunmittelbaren Abtei in Ellwangen im Zentrum und mit zugleich geistlicher und weltlicher Macht der Fürstpröpste.
Feld 4: Fürstabtei Prüm: In Rot auf grünem Grund ein silbernes, golden nimbiertes Lamm, das ein silbernes Fähnchen mit rotem Kreuz trägt (sog. Prümer Lamm).

Und der Hauptschild (1. Ebene) schließlich enthält alle sonstigen Komponenten des Familienwappens und hat nichts mehr mit Ämtern zu tun. Viele der Besitztümer, Ansprüche und Titel in den übrigen Feldern kamen erst im späten 17. und frühen 18. Jh. zur Familie. Im einzelnen sind das:

Feld 1: Reichsständische Herrschaft Reichelsberg. Diese wurde 1671 vom Hochstift Würzburg erworben. Damit waren Sitz und Stimme im Fränkischen Grafenkollegium verbunden. In Rot drei (2:1) silberne Schildchen.
Feld 2: Kaiserlicher Doppeladler. In Gold ein schwarzer Doppeladler. Wurde mit der Verleihung der Reichsgrafenwürde als Gnadenzeichen angenommen. In den Fängen Szepter und Reichsapfel.
Feld 3: Herrschaft Heppenheim, von Heppenheim genannt von Saal. Selbige Familie erlosch in direkter Linie im Jahre 1684 und fiel an die Verwandtschaft namens Grafen von Schönborn. In Blau ein silberner Balken, begleitet von 3 (2:1) silbernen Rauten.
Feld 4: Erbtruchsessen-Amt in den österreichischen Landen ob und unter der Enns, Anspruch ab 1712. In Hermelin auf einem roten und mit goldenen Troddeln verzierten Kissen ein meist goldener, hier blauer und golden beschlagener Reichsapfel mit goldenem Kreuz.
Feld 6: von Buchheim. Die Güter derer von Buchheim kamen im Jahre 1711 zur Familie der Grafen von Schönborn, sie befinden sich in Österreich. In Schwarz 3 (2:1) goldene aufrechte Getreidegarben.
Feld 7: Grafen von Wolfsthal. Die Familie erlosch, und im Jahre 1717 erbten die Schönborns Besitzungen und Titel und vermehrten ihr Wappen um den Wolf. In Gold ein schwarzer Wolf (hier gewendet).
Feld 8: Dieses Feld enthält das Wappen des Erzherzogtums Österreich auf einem kleinen Schild: In Rot ein silberner Balken. Die Darstellung variiert, hier ist es von einem außen roten, innen mit Hermelin gefütterten Wappenmantel umgeben und zusätzlich von einem Fürstenhut überhöht. Es handelt sich hierbei um ein besonderes Gnadenzeichen, das zusammen mit dem Titel der von Buchheim von den Schönborns übernommen wurde.
Feld 9: Wappen der Truchsess von Pommersfelden (nicht zu verwechseln mit dem Truchsessen-Amt in Feld 4). Im Jahre 1710 fielen die Besitztümer und Titel der Truchsess von Pommersfelden an die Grafen von Schönborn. In Silber ein blauer Löwe, belegt mit zwei roten Balken.

Das Wappen von Johann Philipp von Walderdorff:
Erheblich einfacher und übersichtlicher ist dieses Wappen seines Nachfolgers im Amt, vor allem, weil es nur zwei Ebenen (Hauptschild (1. Ebene) und Herzschild (2. Ebene) hat, und weil alle Elemente in gegenüberliegenden Feldern wiederholt werden, das Wappen also inversionssymmetrisch ist. Im Grunde hätte man für die vier Motive einen einfachen gevierten Schild nehmen können, aber das widersprach wohl zum einen barockem Repräsentationsbedürfnis, außerdem war es zu der Zeit üblich, Familienwappen und Amtswappen voneinander lagenweise zu trennen.

Wappenbestandteile des Walderdorff-Wappens:
Der Herzschild (2. Ebene) enthält das Stammwappen der Familie von Walderdorff:

Feld 1 und Feld 4: In Schwarz ein rot-silbern geteilter doppelschwänziger Löwe, golden gekrönt (Stammwappen von Walderdorff).
Feld 2 und Feld 3: In Silber zwei rote Balken (Niederisenburg).

Hier in der Rokoko-Darstellung fehlen dem Stile entsprechend die Helmzieren. Die der Freiherren und späteren Reichsgrafen von Walderdorff wären:

Der Hauptschild (1. Ebene) enthält sämtliche Ämter des Kurfürsten:

Feld 1 und Feld 4: Kurtrier: In Silber ein rotes, durchgehendes Kreuz. Amtswappen des regierenden Bischofs/Erzbischofs/Kurfürsten von Trier.
Feld 2 und Feld 3: Fürstabtei Prüm: In Rot auf grünem Grund ein silbernes, golden nimbiertes Lamm, das ein silbernes Fähnchen mit rotem Kreuz trägt (sog. Prümer Lamm).

Franz Georg von Schönborn - Erzbischof und Kurfürst von Trier
geboren 15.6.1682 in Mainz, als Sohn von Graf von Schönborn, Staatsminister in Kurmainz. Er und seine nächsten Verwandten zählten zu den bedeutendsten barocken Kirchenfürsten in Süddeutschland und sorgten für ein beispielloses künstlerisches Schaffen unter ihrer repräsentationsbedürftigen Herrschaft. Sein Onkel ist der Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (Mainz, Bamberg), seine Brüder sind die Fürstbischöfe Johann Philipp Franz von Schönborn (Würzburg), Friedrich Carl von Schönborn (Würzburg, Bamberg) und Hugo Damian von Schönborn (Speyer, Bruchsal, Konstanz), alles klingende Namen als große Auftragggeber barocker Kunst, hinter denen Franz Georg nicht zurückstand, es muß sogar gesagt werden, daß er sich während der späteren Jahre seiner Regierung im wesentlichen um seine Bauprojekte kümmerte (Ellwangen, Koblenz, Dirmstein etc.).
2.5.1729 Wahl zum Erzbischof und Kurfürsten von Trier
7.9.1729 Bestätigung als Erzbischof von Trier
18.10.1729 Priesterweihe (immerhin erst nach der Wahl zum Erzbischof)
30.10.1729 Bischofsweihe
2.2.1730 Amtseinführung
17.6.1732 Wahl zum Fürstbischof von Worms
11.8.1732 Bestätigung als Fürstbischof von Worms
1732 Fürstprobst von Ellwangen
gest. 18.1.1756 in Schloß Philippsburg in Koblenz-Ehrenbreitstein, beigesetzt im Trierer Dom.

Das unvollendete Schloß der Kurfürsten
Blick auf den Mittelrisalit des kurfürstlichen Schlosses. Man erkennt die kunstgeschichtliche Verwandtschaft mit dem Dikasterialgebäude in Koblenz, was beim selben Bauherrn und den selben Baumeistern nicht wirklich überraschend ist - beide sind von Balthasar Neumann entworfen worden. Was die einheitliche Fassade nicht verrät, ist, daß die Partien rechts und links dieses Mittelrisalites zu ganz unterschiedlichen Zeiten entstanden sind. Lange stand nur der linke (östliche) Teil, erst 1911/12 wurde der rechte (westliche) Teil vom preußischen Staat durch den Regierungsbaumeister Egeling vollendet und der Hof geschlossen. Natürlich richtete man sich dabei exakt nach den Plänen von Balthasar Neumann. Doch warum war diese eine Ecke unvollendet geblieben? 1768 gab es einen Aufstand der Prümer Mönche gegen die Trierer Occupatoren, den sog. Prümer Krieg, danach ließ man das Schloß an dieser Stelle unvollendet, denn in Trier hatte man einfach keine Lust mehr auf das renitente Prüm. Erst 1785 dachte man daran, weiterzubauen, doch dann kam die französische Revolution, und die Abtei hatte ganz andere Sorgen. Die Gestaltung des nur wenig vorgezogenen, aber nach allen Regeln der Kunst betonten Mittelrisalits wurde richtungsweisend für die Gestaltung der Gartenfront des Trierer Schlosses, ist aber eigentlich nicht von dieser übertroffen worden. Hinter diesem Mittelrisalit liegt der zweigeschossige Fürstensaal, heute Aula des Gymnasiums. Man beachte die reich gestalteten Schlußsteinkartuschen und die Kompositkapitelle, die auf die Wucht der Wappendarstellung im vor das gebrochene Dach gesetzten Kurvengiebel vorbereiten.

Johann Philipp Freiherr / Reichsgraf von Walderdorff - Erzbischof und Kurfürst von Trier
geb. 24.5.1701 auf Schloss Molsberg bei Montabaur
1739-1742 Generalvikar für das Obererzstift Trier
7.10.1742 als Statthalter von Trier erhielt er die Priesterweihe
11.7.1754 Wahl zum Koadjutor seines Vorgängers Franz Georg von Schönborn
16.9.1754 Bestätigung als solcher
15.6.1755 Bischofsweihe
18.1.1756 Nachfolge als Erzbischof von Trier und Kurfürst
Auch er ein großer Bauherr: Seine Bautätigkeit erstreckt sich auf den Weiterbau der Prümer Abtei, das Schloß zu Trier, Schloß Engers bei Koblenz, und das Schloß Molsberg im Westerwald, das aber nie vollendet wurde.
20.7.1763 Wahl zum Fürstbischof von Worms. Hier trat er nicht direkt die Nachfolge seines Trierer Amtsvorgängers an, dazwischen gab es in Worms noch den Fürstbischof Johann Friedrich Karl Graf von Ostein (reg. 1756-1763)
26.9.1763 Bestätigung als solcher
gest. 12.1.1768 im Alter von 66 Jahren

Wie wir an dem Lebenslauf sehen, muß obiges Wappen in der Zeit von 1756-1763 entstanden sein - denn Worms ist noch nicht im Wappen vertreten. Bezüglich Ellwangen folgte er seinem Vorgänger im Gegensatz zu Worms nicht nach, der Nachfolger der Schönborn-Fürstpropstes wurde erst Anton Ignaz von Fugger-Glött (reg. 1756-1787), erst danach wurde mit Clemens Wenzeslaus von Sachsen (reg. 1787-1803) wieder ein Trierer Fürstbischof auch gleichzeitig Fürstpropst von Ellwangen.

Literatur und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
http://www.basilika-pruem.de/mainframe.asp
http://www.regino-gym.de/
Franz Josef Faas: Prüm in der Eifel. Hrsg.: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Rheinische Kunststätten: Heft 1/1966.
Franz Josef Faas: Prüm / Eifel, Kath. Pfarrkirche St. Salvator, Schnell Kunstführer Nr. 981, Verlag Schnell & Steiner GmbH Regensburg, 9. Auflage 2005, ISBN 3-7954-4717-8

Abtei Prüm - Nordfassade - Westfassade - St. Salvator

Die Entwicklung des Wappens der von Schönborn
Die Wappen der Herren, Freiherren und Grafen von Walderdorff

Die Wappen der Fürstbischöfe und Bischöfe von Trier - Teil (1) - Teil (2)
Die Wappen der Fürstbischöfe von Worms - Teil (1) - Teil (2)

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