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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 616
Neckarsteinach
am Neckar
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Die
ev. Pfarrkirche in Neckarsteinach:
Epitaph für Hans Ulrich I Landschad von Steinach (gest. 1619)
und seine Gemahlin Walburga von Ratzenberg (gest. 1585)
Hans Ulrich I (erwähnt 1566-1619), Sohn des Hans IV (1500-1571), Enkel des Hans III, Urenkel des Blicker XIV Landschad von Steinach, führte nach dem Tod des Vaters die Familienlinie auf der Vorderburg fort. Er war zwar dreimal verheiratet und hatte insgesamt neun Kinder, davon sechs Söhne, die aber alle jung und/oder kinderlos starben. Hans Ulrich I war Oberamtmann von Germersheim und Oberforstmeister in pfälzischen Diensten. Diesem Hans Ulrich I verdanken wir mehrere schöne Epitaphien der Spätrenaissance, er gab nicht nur das für sich selbst zu Lebzeiten in Auftrag, sondern auch das für seine Eltern und das für seine Großeltern.

Vollwappen der Landschad von Steinach: In Gold eine schwarze Harfe. Die Helmzier ist ein gekröntes Männerhaupt mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar, auch als Davidshaupt bezeichnet, das Haar die Helmdecke ersetzend.
Vollwappen der von Ratzenberg (Ratzenburg): Diese führen nach dem neuen Siebmacher in Silber eine schwarze Tischwange altmodischer Form, oben zweimal eingeschnitten zur Aufnahme der Tischbretter, in der Mitte durchbrochen zur Aufnahme des Verstrebungsbalkens, unten schräg auseinandergehend. Helmzier Rumpf einer silbernen Bracke, bedeckt mit einem Spitzhut, dessen Spitze mit drei Federn besteckt ist. Helmdecken schwarz-silbern. Im alten Siebmacher (137 hessische) ist das Feld golden angegeben. Eine Abbildung des Wappens findet sich im Bayhart'schen Wappenbuch, vgl. auch Wernigeroder Wappenbuch mit abweichender Darstellung. Das uradelige fränkische Geschlecht gehörte zu den Bamberger Ministerialen, Ratzenberg hat nichts mit dem Ratzeburg bei Lübeck zu tun! Schon 1216 findet ein Leopold von Ratzenberg Erwähnung, 1289 ein Friedrich von Ratzenberg. 1593 erloschen.

Auf der optisch rechten Seite die acht Wappenschilde der Ehefrau (Ahnenprobe):
von Ratzenburg (Ratzenberg): In Silber (oder Gold je nach Quelle) eine schwarze Tischwange altmodischer Form, oben zweimal eingeschnitten zur Aufnahme der Tischbretter, in der Mitte durchbrochen zur Aufnahme des Verstrebungsbalkens, unten schräg auseinandergehend. Helmzier wäre der Rumpf einer silbernen Bracke, bedeckt mit einem Spitzhut, dessen Spitze mit drei Federn besteckt ist. Helmdecken wären schwarz-silbern (schwarz golden je nach Quelle).
von Bühel: In Gold ein roter Löwe. Nach dem Wappenbuch der Sünffzens-Gesellschaft handelt es sich um einen hersehenden Löwen. Helmzier wäre auf gekröntem Helm ein Adlerflug, rechts golden, links rot. Helmdecken wären rot-golden. Geschlecht der Stadt Lindau.
von Twiste: Von Rot und Silber geteilt, belegt mit drei (2:1) vierachsigen Rädern in verwechselten Farben, Kleinod zwei Büffelhörner, rechts rot-silbern, links silber-rot geteilt, Helmdecken rot-silbern (vgl. auch Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 2, Tafel 321). Die von Twiste waren Besitzer der Burg und des Burggutes Twiste. Sie standen in Diensten der Waldecker Regenten, kämpften unter anderem zusammen mit diesen gegen Götz von Berlichingen.
von Fronhofen, Fronhofer von Fronhofen: In hier schwarz-silbern gespaltenem Schild ein Schach-Roch in verwechselten Tinkturen. Im Siebmacher wird der Schild als silbern-schwarz gespalten beschrieben. Das Helmkleinod wäre der Schach-Roch wie im Schild gespalten, oben mit drei schwarzen Straußenfedern besteckt. Helmdecken wären schwarz-silbern. Rein fränkisches Geschlecht.
von Wolfstrigel: Der Schild wird der Familie von Wolfstrigel zugeordnet, ein Geschlecht dieses Namens kam in Schauenberg im Frankenwald vor. Weitere Quellen gesucht.
Roth von Schreckenstein: Gespalten, eigentlich vorn in Schwarz ein steigendes silbernes Einhorn, rot bewehrt, hinten dreimal eigentlich silbern-schwarz-silbern-schwarz geteilt. Auf dem gekrönten Helm ein wachsendes Einhorn, silbern-schwarz geteilt. Hier seitenverkehrt und andere Reihenfolge der Teilungsfarben. Helmdecken schwarz-silbern. Altes Ulmer Patriziergeschlecht, teilte sich im 14. Jh. in die Linien von Hüttisheim, Schreckenstein und Zell (in der Folge Reuth und Holzschwang). Wurden im 17. Jh. reichsritterschaftlich.
von Westfalen, von Westphalen: In Silber ein roter Balken, darüber schwebend ein schwarzer fünflätziger Turnierkragen. Das Kleinod wären auf gekröntem Helm zwei silberne mit dem Turnierkragen insgesamt belegte Straußenfedern, die Helmdecken wären rot-silbern. Es gibt auch eine Variante der Helmzier mit einem niederen Hut, aus dessen Stulp die Federn kommen; der Turnierkragen der Zier kann auch zwischen die Federn positioniert sein. Es handelt sich um ein uraltes rheinländisches und westfälisches Geschlecht. Sie hatten verschiedene Erbämter inne, so das Erbschenkenamt im Fürstentum Hildesheim, das Erboberjägermeisteramt im Fürstentum Osnabrück und das Erbküchenmeisteramt im Hochstift Paderborn. 1792 Erhebung in den Reichsgrafenstand. Des weiteren existiert ein böhmischer Zweig dieser Familie.
Das letzte Schildchen ist verlorengegangen.

Auf der optisch linken Seite die acht Wappenschilde des Ehemannes (Ahnenprobe):
Landschad von Steinach: In Gold eine schwarze Harfe. Die Helmzier wäre ein gekröntes Männerhaupt mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar, auch als Davidshaupt bezeichnet, das Haar die Helmdecke ersetzend.
von Erligheim: In Grün ein silberner Löwe, hier rot gekrönt. Auf dem Helm wäre auf einem schwarzen oder roten Kissen mit goldenen Quasten an grünen der goldenen Knöpfen ein mit schwarzen Hahnenfedern gefüllter Krug. Die Farbe der Decken wird äußerst verschieden angegeben, sinnvoll ist grün-silber. Stammsitz bei Besigheim. Kurpfälzische Vasallen, hatten u. a. das Lehen Stolzeneck am Neckar. Ausgestorben 1544.
von Nippenburg: Stammwappen: In Blau zwei silberne Flügel. Auf dem Helm wäre ein blau gewandeter Frauenrumpf, an Stelle der Arme zwei silberne Flügel. Helmdecken wären blau-silbern. Schwäbisches Geschlecht mit Besitz in Backnang, Illingen und Ensingen sowie bei Vaihingen. 1515 erhält Philipp von Nippenburg das Erbschenkenamt von Herzog Ulrich von Württemberg. Mit diesem Aufstieg ging eine Veränderung des Wappens einher, das neue Wappen ist geviert aus dem Stammwappen in Feld 1 und 4 (oder 2 und 3), in den Feldern 2 und 3 (oder 1 und 4) in Schwarz ein goldener Schenkenbecher, manchmal auf einem goldenen Dreiberg. Helm 1 trüge einen blau gewandeten Frauenrumpf, an Stelle der Arme zwei silberne Flügel. Helmdecken wären blau-silbern. Helm 2 trüge den goldenen Schenkenbecher, Helmdecken wären schwarz-golden. Die Familie ist 1646 erloschen.
von Helmstatt: In Silber ein schwarzer auffliegender Rabe. Kleinod wäre ein schwarzes und ein silbernes Büffelhorn. Helmdecken wären schwarz-silbern.
von Helmstatt: In Silber ein schwarzer auffliegender Rabe. Kleinod wäre ein schwarzes und ein silbernes Büffelhorn. Helmdecken wären schwarz-silbern.
von Neipperg: In Rot 3 (2:1) silberne Ringe. Die Helmzier wäre ein beiderseits mit dem Schildbild belegter Adlerflug. Helmdecken wären rot-silbern.
von Hornstein: In Blau über einem goldenen Dreiberg eine halbkreisförmig nach links gebogene silberne Hirschstange, Zinken auswärts. Kleinod ware eine wie im Schild nach links gebogene silberne Hirschstange auf einem schwarzen Dreiberg. Helmdecken wären blau-silbern. Schwäbischer Uradel, Stammburg bei Sigmaringen.
von Sturmfeder: Schildchen leider verlorengegangen

Ein seltenes Wappenbild ist der Tischfuß (Synonyme: Tischwange, Tischgestell). Früher waren die Tische keine fest im Raum installierten Möbel, sondern man baute Tische auf, wenn man sie brauchte. Die älteste Konstruktion waren einfache Böcke, auf die man die Tischplatten legte. Und wenn man mit Essen fertig war, hob man buchstäblich die Tafel auf und lehnte sie an die Wand. Man kann die tragende Konstruktion auch wie folgt machen: Zwei einander gegenüberstehende Tischfüße, etwa schragenförmig geschreinert, wurden in deren Mitte mit einem Verstrebungsbalken verbunden, der in viereckige Aussparungen beider Füße bzw. Wangen gesteckt wurde. Und damit die Bretter obendrauf, die den eigentlichen Tisch bilden, nicht verrutschen können und unpraktische Spalten in der Tischfläche bilden, wurden oben in den Tischfüßen Nuten ausgespart, in die entsprechende Leisten zu liegen kamen. Außer den hier vorgestellten Herren von Ratzenberg haben die Marschalk von Ostheim einen Tischfuß im Wappen, ebenfalls ein fränkisches Geschlecht.

Literatur
und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Anneliese Seeliger-Zeiss, Evangelische Pfarrkirche
Neckarsteinach, Schnell Kunstführer Nr. 1401, 1. Auflage 1983,
Verlag Schnell & Steiner GmbH, München, Zürich, Regensburg.
Stammbaumtafel und auf vorbildliche Weise erläuternde
Hinweisschilder im Innern der evangelischen Pfarrkirche
http://www.neckarsteinach.com/barrierefrei/html_bf/stadt_einrichtungen_evkirche.html
http://www.ekhn.de/
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Neckarsteinach: Hinterburg - Besitzstein - Kirchenportal - Ev. Kirche: Epitaph für A. E. v. Helmstatt - Hennel L.v.S. - A. Bock v. Gerstheim - Ulrich V L.v.S - Hans IV L.v.S. - Hans Ulrich I L.v.S. - Hans III L.v.S. - Eberhard II L.v.S. - Hans Philipp L.v.S. - Hans Bleikhard L.v.S - Blicker XIV L.v.S.
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Genehmigung von Frau Pfarrerin Marion Rink, Neckarsteinach, vom 18.7.2007
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