Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 63
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Palais in Würzburg: Marmelsteiner Hof

Der Marmelsteiner Hof wude 1747 von Balthasar Neumann für den Dompropst Graf von Stadion erbaut. Die Grafen von Stadion sind ein altes graubündnerisches Rittergeschlecht, die später in Schwaben seßhaft geworden sind. Schon 1270 wird ein Walther de Stadegun erwähnt. 1686 wurden sie Freiherren, 1705 Reichsgrafen. Im Herzschild das alte Stammwappen der Grafen von Stadion, in Schwarz drei goldene Wolfsangeln (Wolfsanker) gestürzt (mit dem Ring nach unten) und pfahlweise. Dieser Herzschild liegt einem gevierten Schild auf, der in den Feldern 1 und 4 in Schwarz 3 (2:1) goldene Tannenzapfen (Thannhausen, 1708) und in den Feldern 2 und 3 in Silber ein rotes Kreuz hat. Zu diesem Wappen gehören drei Helme mit folgenden Helmzieren: goldener Tannenzapfen (von Thannhausen), ein schwarzes, golden gestreiftes Kissen, darauf eine goldene Wolfsangel (ein goldener Wolfsanker), mit dem Ring aufwärts, in dem ein Pfauenstoß steckt (von Stadion), ein schwarzer Flug. Decken schwarz-gold, schwarz-gold, rot-silber. Der Ort Oberstadion in Württemberg (Alb-Donau-Kreis) benutzt heute das alte Stadionsche Stammwappen.

Das Kaufhaus am Würzburger Markt

Das Kaufhaus am Markt wurde 1739-1741 erbaut von Balthasar Neumann im Auftrag von Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn (1729-1746). Sein Wappen ziert daher die Nordseite (links, zum Markt hin) und die Südseite (rechts, zur engen rückwärtigen Gasse hin). Feld 2: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Der Fürstbischof war auch Bischof von Bamberg. Feld 1 und 4: In Gold ein rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe, überdeckt von einer silbernen Schrägleiste, Hochstift Bamberg. Der Herzschild zeigt das Stammwappen der Grafen von Schönborn: In Rot auf drei silbernen Spitzen schreitend ein goldener Löwe. Eigentlich ist der Löwe blau bekrönt, frühe Schönborn-Wappen zeigen ihn auch meistens so, spätere meist golden gekrönt, hier haben wir links die eine Variante, rechts die andere.

Palais in Würzburg: Hotel Rebstock

Im Schlußstein des Portales des heutigen Hotels "Rebstock" findet sich das Wappen der Späth von Zwiefalten, es stammt aus dem frühen 19. Jh. Das heutige Haus wurde ca. 1578 errichtet und 1663 durch den Ratsherrn und Amtmann Anton Johann Wilhelm Balbus umgebaut. In der Zeit des Rokoko wurde das Anwesen durch den Besitzer Hofkammerrat Anton Rosat umdekoriert. 1792 wurde das Haus verkauft, der neue Besitzer hieß Graf von Sickingen-Hohenburg und war fürstbischöflicher Kammerherr. Seine Frau war eine geborene Freiin Spath von Zwiefalt, sokam es in den Besitz dieser Familie, deren Wappen den Schlußstein ziert. Die Speth von Zwiefalten (Zwiefalten ist Stammsitz) sind oberschwäbischer, turnierfähiger und stiftsmäßger Uradel im Freiherrenstand. Sie zerfallen in mehrere Linien.

Wappen Speth/Späth: In Rot schräg übereinandergelegt drei silberne Schlüssel mit gezähntem Bart. Die zugehörige Helmzier wäre ein rotgewandeter Männerrumpf mit Spitzbart, mit einer roten, silbern gestulpter, hinten abhängenden Mütze und den drei silbernen Schlüsseln auf der Brust. Helmdecken rot-silbern.

Palais in Würzburg: Ebrachergasse 2

Das Wappen ist das der Faust von Stromberg. Gold-rot geschacht, im rechten Obereck (im ersten goldenen Schachfeld) ein schwarzer Stern, Helmzier ein roter Turnierhut, in dessen Hermelinaufschlag zwei gold-rot geteilte Fähnchen stecken, und der oben mit einem Stern besetzt ist. Helmdecke gold/rot.

Literatur:
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Siebmachers Wappenbücher

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Die Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Die Wappen der Fürstbischöfe von Bamberg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein - Der Bamberger Löwe
Die Entwicklung des Wappens der von Schönborn

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