Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 648
Wappen der Weser-Renaissance

Lemgo: Mittelstraße 114

In Lemgo steht in der Mittelstraße ein barockes Haus mit einem Allianzwappen Blomberg/Schott auf dem Türsturz unter einem Segmentbogengiebel. Heute befindet sich in diesem Haus das italienische Spezialitäten-Restaurant "Cafe Riviera". Im Türsturz sind auch die Namen eingraviert, was die Zuordnung leicht macht: "L.W.A. v. BLOMBERG" und "C.S.F. v. SCHOTT."

Das Wappen der Freiherren von Blomberg, die zum lippischen Uradel gehören (tauchen schon 1090 urkundlich auf) und aus dem gleichnamigen Ort im Südosten von Lemgo stammen, ist wie folgt aufgebaut:

Den Freiherrenstand erhielt die Familie am 15.5.1670, und anläßlich der Erhebung kam es zu der hier gezeigten Wappenvermehrung. Weitere Zweige der Familie sind in Kurland ansässig, wohin sie sich schon 1306 wandten.

Zu diesem Wappen gehören zwei, hier nicht gezeigte Helme:

Die Qualität der Darstellung läßt etwas zu wünschen übrig, so sind aus dem Mühleisen rechteckige Rahmen geworden, der Balken hat einen Innenbord, der da nicht hingehört, und die Vögel ähneln eher halben Hühnern als halben Adlern.

Das Wappen der Familie Schott von Schottenstein ist von Silber und Rot geviert. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken ein silbern-rot übereck geteiltes Paar Büffelhörner. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Erg Seite: 39 Tafel: 18, Band: Frkft Seite: 6 Tafel: 4, Band: Na Seite: 9 Tafel: 10, Band: OstN Seite: 191 Tafel: 128, Band: Pr Seite: 365 Tafel: 415, Band: ThüA Seite: 83 Tafel: 65. Weiterhin wird es abgebildet im Scheiblerschen Wappenbuch (Bayerische Staatsbibliothek Cod. icon. 312 c), Folio 153 und bei Otto Hupp im Münchener Kalender 1917.

"L.W.A. v. BLOMBERG" steht für Ludwig Wolfgang A. Freiherr v. Blomberg auf Iggenhausen u. Vortlage, gest. 1807, fürstlich Lippischer Hofrichter, ritterschaftlicher Deputierter und Landrat, und "C.S.F. v. SCHOTT" steht für Catharina Sophia Friederike Schott v. Schottenstein, geb. 28.8.1753 in Hohenaltheim bei Nördlingen, Schriftstellerin, gest. 19.12.1819 zu Lemgo, Tochter des Johann Georg Adam Schott v. Schottenstein. Der Sturz ist auf 1791 datiert.

Literatur und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Ein ganz herzliches Dankeschön an H
errn Rolf v. Loeffelholz für wertvolle Hinweise.
Carl Schott v. Schottenstein, Schott S. 118
Hamberger/Meuesel: Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller / Hamberger, Georg Christoph; Meusel, Johann Georg; 5. Aufl.  Lemgo 1796-1834, 23 Bde., 17, Bd., S. 185
Carl Wilhelm Otto August v. Schindel, Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts, Erster Theil A – L, Leipzig 1823, S. 46 f.

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