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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 698
Liebliches
Mittelrheintal: Wappen in Lorch
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Lorch am Rhein: St. Martin, Grabplatte von Johann II Hilchen von Lorch 1512
Die Pfarrkirche St. Martin in Lorch birgt eine ganze Reihe vorzüglicher Grabdenkmäler. Die meisten sind im Chor des nördlichen Schiffes zu sehen; dieses hier ist in die nördliche Wand des südlichen Schiffes in die Wand eingelassen, direkt neben dem Durchgang zwischen beiden Chorräumen. Dieses Grabdenkmal zeigt Johann II Hilchen von Lorch und seine Frau Elisabeth von Walderdorff, beide im Jahre 1512 im Abstand von nur wenigen Tagen verstorben. Die Abbildung ist typisch für die Zeit, der Ehemann trägt Rüstung, aber ohne Helm, so daß man seine Züge erkennen kann, einen Streitkolben in der Rechten hat er auf die Schulter gelegt, während die gepanzerte Linke einen Rosenkranz hält. Am Brustpanzer ist deutlich der Ansatz für einen Rüsthaken zu sehen, der zum Einlegen der Lanze beim Stechen diente. Seine Frau ist ebenso klassisch abgebildet mit zum Gebet zusammengelegten Händen, ebenfalls einen Rosenkranz haltend.

Über den Köpfen sind zwei prächtige Vollwappen, heraldisch rechts das Wappen des Adelsgeschlechtes Hilchen von Lorch. Es zeigt in Schwarz einen silbernen Balken, beiderseits von goldenen Lilien begleitet. Hier ist die Anzahl der Lilien 7 (4:3). Die Helmzier ist ein schwarzer, silbern gestülpter Hut, oben mit einer hahnenfederbesteckten silbernen Kugel besetzt. Helmdecken schwarz-silbern. Der Stulp des Hutes ist hier noch einmal mit einer Lilie belegt.
Das Wappen der Elisabeth von Walderdorff zeigt in Schwarz einen golden gekrönten und bewehrten, rot-silbern geteilten, doppelschwänzigen Löwen (auch als silberner Löwe mit roter Mähne und rotem Kopf dargestellt). Als Helmzier zwischen einem Flug zwei kleine Löwen nebeneinander. Dies ist sehr ungewöhnlich, denn die normalerweise vorkommenden Varianten der Walderdorff-Helmzier zeigen einen schwarzen offenen Flug, beiderseits belegt mit einem golden gekrönten und bewehrten rot-silbern geteilten Löwen (silberner Löwe mit roter Mähne und rotem Kopf), und nach Gruber ist die Helmzier ein Löwe wachsend zwischen einem wie der Schild bez. Flug. Im gesamten Siebmacher findet sich eine solche Helmzier nicht beschrieben. Insbesondere die Verdoppelung macht stutzig und berechtigt zu der Annahme, der Bildhauer habe die beiden Löwen vom Flug aus darstellerischen Gründen zwischen denselben verlegt. Die Helmdecken sind schwarz-silbern tingiert. Es handelt sich hierbei noch um das Stammwappen der Walderdorff, später wurde es im gräflichen Wappen mit Niederisenburg (in Silber zwei rote Balken) geviert.

Bemerkenswert ist ferner bei beiden Darstellungen die Größe des Helmes, was Proportionen von Schild : Helm : Helmzier von ca. 6:5:6 erzeugt, sehr groß für die Zeit. Beide Wappenschilde sind als Allianzwappen einander zugeneigt, die Helme jedoch blicken frontal, dafür demonstrieren die ineinander verhakten Windungen der Helmdecken die Verbundenheit. Am unteren Rand der Platte sind zwei weitere Wappenschilde angebracht, die jeweils nach auswärts geneigt sind, optisch links der Löwe und optisch rechts das Hilchen-Wappen.
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Weitere kunstgeschichtlich interessante und heraldisch sehenswerte Grabdenkmäler in St. Martin sind:
Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des
mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl.
Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen
Jahrgängen der "landeskundlichen
Vierteljahresblätter".
Jürgen Kaiser, St. Martin, Lorch am Rhein, Verlag Schnell &
Steiner GmbH Regensburg, 1. Auflage 2000, ISBN 3-7954-6303-3
Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Genehmigung von Herrn Pfarrer H. Daniel, Kath. Pfarramt St. Martin, vom 10.11.07, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
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