Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 714
Paderborn (Westfalen)

Paderborn: Schloß Neuhaus - Wache

Die Schloßwache steht rechterhand des Hauptzuganges zu Schloß Neuhaus. Sie wurde 1733 im Auftrag des Fürstbischofs Clemens August von Bayern (1719-1761) durch den Baumeister Franz Christoph Nagel (1699-1764) erbaut.

Der Zufahrt zugewandt hat das Gebäude eine offene Vorhalle mit drei Bögen. Über dem mittleren Bogen befindet sich ein kleiner dreieckiger Giebel mit dem kurfürstlichen Wappen:

Aufbau des Wappens (das einzige, was noch im Wappen fehlt, ist das Deutsch- und Hochmeistertum des Deutschen Ordens, das erhielt er erst wenige Jahre später):

Die Ordenskette ist die des bayerischen Ordens des Hl. Michael. Er wurde von Herzog Joseph Clemens von Bayern, Fürsterzbischof von Köln, im Jahre 1693 gestiftet. Üblicherweise ist ein Prinz einer Nebenlinie Ordens-Großmeister des Ordens. Die Mitgliedschaft im Orden war ausschließlich Adeligen vorbehalten. Die Zahl der Mitglieder ist auf 18 Kommandeure oder Großkreuze sowie 36 Ritter festgelegt. Eigentlich lautet der vollständige Titel des Ordens "Ritterorden der Beschützer der göttlichen Ehre unter dem Schutze des heiligen Erzengels Michaels". Das Ordenszeichen ist ein goldenes, blau emailliertes Kreuz, auf dessen vier gleichlangen Enden üblicherweise in goldener Schrift die Buchstaben: P. F. P. F. stehen, für die Tugenden Pietas, Fidelitas, Fortitudo und Perseverantia (fehlt hier). Zwischen den Kreuzarmen sind strahlenartig goldene Donnerkeile und/oder Flammen angebracht. Auf der goldenen Medaillonfläche des Avers befindet sich üblicherweise eine bildnerische Darstellung des Hl. Michaels (fehlt hier), den Drachen mit Füßen tretend, und in der linken Hand einen Schild mit der Inschrift: Quis ut Deus, haltend. Auf dem Revers steht mit goldenen Lettern: Dominus potens in proelio. Die Kette ist eine heraldische, die Glieder sind einerseits Waffentrophäen (üblicherweise ein Ensemble aus Helm, Harnisch und Fahnen, hier nur eine Rüstung) und andererseits ovale Medaillons mit den bayrischen Rauten, von denen zu beiden Seiten je drei Donnerkeile (Blitze) strahlen. Ordenssitz war in Bonn das 1751-57 eigens von Kurfürst Clemens August hierfür errichtete Koblenzer Tor. Mit der Säkularisation des Kölner Fürsterzbistums ging der Orden im Rheinland unter. In Bayern wurde er 1837 von König Ludwig I. in einen Verdienstorden umgewandelt, der bis zum Untergang der Monarchie 1918 verliehen wurde.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Dina van Faassen, Manfred Köllner, Roland Linde: Paderborn von A bis Z, Bonifatius GmbH Druck Paderborn 2006, ISBN 978-3-89710-332-0
Walter Becker: Schloß Neuhaus. Das ehemalige Wohngebäude der Paderborner Bischöfe. Paderborn 1982

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