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Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 759
Lich
(Oberhessen)
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Lich:
Evangelische Marienstiftskirche (2)
Johannes von Solms und Elisabeth von Cronberg
Dieses Grabdenkmal ist Zeitzeuge der Verbindung zwischen den Häusern Cronberg und Solms, zwischen Territorialherren und Finanzgenie, eine Verbindung, die den Grundstein legte für eine blühende Grafschaft Solms-Assenheim-Rödelheim. Der andere Grundstock für den Wohlstand der Grafen von Solms war das Falkensteiner Erbe, durch das sie in der Wetterau weiteren Besitz erhalten hatten (Ämter Lich, Laubach und Hungen). Man beachte auf der Grabplatte die sorgfältig gearbeiteten Details wie z. B. die modischen spitz auslaufenden Schuhe, den Helm mit hochgeschobenem Visier, die Achsel- und Ellembogen-Kacheln der Rüstung etc., Details, die nicht nur den Fortschritt der Bildhauerkunst und des Zeitgeschmacks, sondern auch der Mode und In-Szene-Setzung im Vergleich zu den benachbarten älteren Grabmälern dokumentieren.

Der Wappenschild von Johannes (V) Graf zu Solms-Lich (- 1457) befindet sich in der optisch linken oberen Ecke des Grabdenkmals und zeigt in Gold einen blauen Löwen, hier aus Courtoisie gewendet, das Solmser Stammwappen. In sehr alten Wappen des 13. und 14. Jh. wird der Löwe noch von Schindeln begleitet, die fielen später ab dem ausgehenden 14. Jh. weg.
Der Helm ist nicht über dem Wappenschild dargestellt, sondern der Ritter präsentiert ihn mit der linken Hand zwischen den Köpfen beider Ehepartner, während seine Rechte auf dem Schwertgriff an seiner rechten Seite ruht. Das Kleinod: Sitzend ein blauer Löwe zwischen einem goldenen Flug. Anmerkung: Das Kleinod Solms hat eine lange Entwicklung hinter sich. Es sind frühe Darstellungen bekannt, da wurden von Reinbold Graf von Solms-Königsberg zwei mit je drei "Kleestengeln" besteckte Büffelhörner geführt (13. Jh.). Im 14. Jh. findet man einen wachsenden Löwen bei Johann Graf zu Solms, einen wachsenden Löwen mit Fisch im Maul und erstmalig 1398 den sitzenden blauen Löwen zwischen einem goldenem Flug, der sich dann als spätere Familienhelmzier durchsetzte. Helmdecken blau-golden.

Der Wappenschild von Elisabeth v. Cronberg-Rödelheim (-15.7.1438) ist geviert: Feld 1 und 4 Rot, Feld 2 und 3 in Silber 4 (2:2) blaue Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh). Eine Helmzier ist nicht abgebildet, dieses Privileg kommt nur ihrem Ehemann zu. Helmzier auf dem gekrönten Helm wären zwei silberne Eselsohren, denn sie ist die letzte Nachfahrin des Ohrenstammes (Johannesstammes). Die Helmdecken wären rot-silbern.

Genealogie:
Das abgebildete Paar ist:
Eltern von Johannes (V) Graf zu Solms-Lich (- 1457):
Eltern von Elisabeth v. Cronberg-Rödelheim (-15.7.1438):
Großeltern von Johannes (V) Graf zu Solms-Lich (- 1457):
Großeltern von Elisabeth v. Cronberg-Rödelheim (-15.7.1438):
Literatur,
Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher
Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage
2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897,
Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die
deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H.
Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Evangelische
Marienstiftsgemeinde Lich www.marienstiftsgemeinde-lich.de
Ausführliche Beschreibung der Kirche: http://www.marienstiftsgemeinde-lich.de/images/dokumente/MARIENSTIFTSKIRCHE%20ZU%20LICH%20Oberhessen.pdf - Text identisch mit dem Kirchenführer im Schnell
& Steiner Verlag, aber ohne die dortigen Abbildungen
Herbert Kammer, Evangelische Marienstiftskirche Lich/Oberhessen,
Schnell Kunstführer Nr. 666, 1957, 2. Auflage 1982, Verlag
Schnell & Steiner, München/Zürich.
H. Roth, Die plastischen Bildwerke in der Marienstiftskirche, in:
Licher Heimatbuch, Lich 1950
W. Küther: Das Marienstift Lich im Mittelalter, Lich 1977
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Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis der Evangelischen Marienstiftsgemeinde Lich (www.marienstiftsgemeinde-lich.de) und Herrn Pfarrer Lutz Neumeier vom 10.12.2007, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
Impressum
Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
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