Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 884
Offenbach (Main): Eine Perle der Renaissance

Das Isenburger Schloß in Offenbach
Untere Galerie, Teil 3 (4 Wappen)

Nr. 10 - Wappen des Volrad II. v. Mansfeld (ca. 1380 - nach dem 16.8.1450)

Der Schild der Grafen von Mansfeld ist geviert:

Auf dem gekrönten Helm 8 fünfmal von Silber und Rot geteilte Fähnchen an goldenen Stangen. Helmdecken rot-silbern.

Nr. 14 - Wappen der Margaretha v. Schlesien-Priebus

Das Wappen der Herzöge von Schlesien zeigt in Gold einen schwarzen Adler, auf der Brust belegt mit einem silbernen Mond, der in der Mitte oben zu einem Kreuzchen ausgezogen ist. Auf gekröntem Helm ein wachsender, schwarzer Adler, auf der Brust belegt mit einem silbernen Mond, der auf der konkaven Seite zu einem Kreuzchen ausgezogen ist, auf dem Kopf eine Krone, aus der ein Pfauenstoß hervorragt - eine der vielen Varianten schlesischen Helmschmucks. Helmdecken schwarz-golden.

Nr. 12 - Wappen des Johann II. Graf v. Honstein-Vierraden (- ca. 1495/1498)

Das Stammwappen der Grafen von Hohnstein (Honstein, Hohenstein) ist silbern-rot geschacht. Auf golden gekröntem Helm führen die Grafen eine silberne und eine rote Hirschstange mit je 6 Enden. Helmdecken rot-silbern. In der oberen Galerie findet sich zum Vergleich ein vermehrtes Wappen der Grafen von Hohnstein. Später wurde es in das Schwarzburgische Wappen aufgenommen (siehe dort).

Nr. 16 - Wappen der Grafen von Oldenburg

Hier erwarten wir eigentlich das Wappen für Anna (Agnes) v. Anhalt-Zerbst (1445 - 8.4.1492), der Ehefrau von Johann II. Graf v. Honstein-Vierraden (- ca. 1495/1498). Abgebildet ist aber ein Oldenburger Wappen. War es eine Verwechslung mit Ernst III. v. Honstein-Lohra (- 1454), der Adelheid v. Oldenburg (1425 - nach 1545) geheiratet hatte? Wir wissen es nicht.

Das Oldenburger Wappen ist geviert:

Helmzier auf gekröntem Helm ein Ankersteckkreuz (Herrschaft Delmenhorst) zwischen zwei goldenen, mit zwei roten Binden versehenen Büffelhörnern. Helmdecken rot-golden.

Dieses Wappen hat eine farbliche Entwicklung durchgemacht. Als die Grafen von Oldenburg Delmenhorst erbten, hätten sie ihr eigenes Wappen mit dem Delmenhorster quadrieren können. Nur - die führten die gleichen zwei roten Balken in Gold wie sie selber, denn sie waren eine jüngere Linie der Oldenburger, heraldisch ungünstig. Also mußte ein neues Wappenbild für Delmenhorst gefunden werden. In Anlehnung an das Verdener Stiftswappen wurde in Gold ein rotes Nagelspitzkreuz gewählt. Die Assoziation Ankersteckkreuz-Delmenhorst ist also eine relativ neue und künstliche. So wurde es in der zweiten Hälfte des 15. Jh. geführt, und auch 1576 ist es so belegt. Auf dem Helm wurde das Kreuz 1504 zwischen die Oldenburger Büffelhörner (Büffelhörner seit 1348, vorher Fähnchen. Rund ein Jahrhundert später die Balken auf den Büffelhörnern) positioniert. Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. vollzog sich ein Farbwechsel, seitdem steht ein goldenes Ankersteckkreuz in Blau für Delmenhorst, und so ist es auch im alten Siebmacher Teil 2 von 1609 abgebildet. Und auch das Kreuz im Helmkleinod wechselt auf Gold.

Die Planetengalerie

Die Pfeiler der mittleren Loggia sitzen genau über denen der unteren Loggia, und die vertikale Gliederung der Fassade im Bereich der Brüstung wird durch plastisch reliefierte Pfeilersockel gegeben, die die Fassade um ein weiteres ikonographisches Programm bereichern, denn in der mittleren Galerie werden all diese Zwischenstücke von Planetendarstellungen in Form ihrer antiken Götter verziert. Die Pfeilerkonsolen zeigen von links nach rechts: 1. Uranus 2. Saturn, 3. Jupiter, 4. Mars, 5. Sol, 6. Venus, 7. Merkur, 8. Luna.

Von links nach rechts Merkur (Merkurstab mit zwei diesen umwindenden, sich anblickenden Schlangen, geflügelter Helm), Uranus (nur mit einem Lendentuch bekleidet), Saturn (Steinbock; die Sichel, mit der er seinen eigenen Vater Uranus entmannt hatte; seine Kinder, die er auffraß, um zu verhindern, von ihnen entmachtet zu werden; hinkend), Jupiter (Schwert, hinter ihm kauert ein Schütze).

Von links nach rechts Venus (Pfeil, flammendes Herz), Sol (Strahlenkrone, Sonne, zwei Stäbe in den Händen), Mars (Hellebarde, Krieger-Rüstung, Widder), Luna (Mondsichel, Füllhorn).

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Landesfürsten
http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/111_Offenbach_Schloss.xml Cave - die getroffenen Zuordnungen der Wappen sind nicht alle korrekt.
Perle der Renaissance - das Isenburger Schloß in Offenbach am Main, herausgegeben von Praeludium Förderkreis Musik im Zentrum Offenbachs e.V., 1. Auflage 2006, Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg, ISBN 3-7954-1808-9. Achtung - die getroffenen Zuordnungen der Wappen sind nicht alle korrekt.
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Christa Hirschler und Ulrich Hahnemann: Das Fürstliche Haus Schwarzburg-Sondershausen, Deutsche Fürstenhäuser Heft 10, Börde-Verlag Werl 2004, ISBN 3-980 9107-0-9
Hessische Kulturdenkmäler:
http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=78315&session=913&event=Query.Details

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