Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 887
Offenbach (Main): Eine Perle der Renaissance

Das Isenburger Schloß in Offenbach
Obere Galerie, Teil 3 (4 Wappen)

Nr. 26 - Wappen des Thomas III. Graf v. Rieneck (vor 1386 - 8.2.1431)

Das Wappen der Grafen von Rieneck ist 7-9x von Gold und Rot geteilt. Helmzier ist auf gekröntem Helm ein wachsender, silberner Schwan. Die Helmdecken sind rot-golden.

Nr. 30 - Wappen der Katharina v. Hanau (21.1.1408 - 1460)

Der Wappenschild der Grafen von Hanau zeigt in Gold drei rote Sparren. Helmzier ist ein auffliegender, silberner Schwan. Die Helmdecken sind rot-silbern (Scheiblersches Wappenbuch), vielfach auch ganz silbern überliefert, später auch in Übereinstimmung mit den Schildfarben rot-golden.

Nr. 28 - Wappen des Georg I. Graf v. Wertheim (ca. 1390 - ca. 1453/1454)

Das Wappen der Grafen von Wertheim ist geviert:

Die Helmzier ist eine Kombinationshelmzier: Die Helmzier der Grafen von Wertheim ist ein golden gekrönter Adler. Die Breuberg zugehörige Helmzier besteht aus zwei wie der Schild bez. Büffelhörnern. Helmdecken rot-silbern. Die Helmzier ist im vorliegenden Fall der Adler der Grafen von Wertheim, bereichert um zwei Fähnchen. Die Büffelhörner der Herrschaft Breuberg sind unter den Tisch gefallen, denn zu dem Adler mit seinen ausgebreiteten Flügeln hätten sie einfach mehr als unglücklich ausgesehen, dafür sind die Fähnchen silbern mit zwei roten Balken tingiert und fungieren so als Hilfskleinod.

Nr. 32 - Wappen der Anna v. Oettingen (- 3.12.1461)

Das Oettinger Wappen zeigt golden-roten Eisenhutfeh in vier Reihen, darin ein blauer Herzschild, alles belegt mit einem silbernen Schragen. Die Feinstruktur des Fehs ist hier bei der Renovierung fälschlicherweise nicht wiederhergestellt worden. Die Helmzier ist ein wachsender goldener Brackenrumpf mit roten Ohren, die mit einem silbernen Schragen belegt sind. Die Helmdecken sind rot-golden.

Die Galerie der Tugenden

Ganz analog zur ersten Galerie, in der die Pfeilersockel mit einer Planetengalerie geschmückt sind, hat auch die zweite Galerie ein eigenes ikonographisches Programm: Insgesamt 8 Darstellungen der Tugenden sind als Relief dargestellt. Von West nach Ost sind dies 1. Patiencia, 2. Prudencia, 3. Charitas, 4. Justicia, 5. Fides, 6. Spes, Fortitudo, 8. Temperancia. Die Darstellungen entsprechen z. T. Vorlagen von Virgil Solis. Jede Figur ist mit einem Schriftzug zugeordnet.

Von links nach rechts: Temperantia - Mäßigung (gießt Wasser aus einem Behälter in eine flache Schale), Fortitudo - Stärke (eine zerbrochene Säule, der Stumpf neben ihr, das abgebrochene Stück unter dem Arm tragend), Spes - Hoffnung (gefaltete Hände), Patientia - Geduld (mit einem Lamm, das erst noch heranwachsen muß).

Von links nach rechts: Justitia - Gerechtigkeit (Waage, Schwert), Caritas - Barmherzigkeit (mit einem Kind auf dem Arm), Fides - Treue (Kreuz und Kelch als Glaubenssymbole), Prudentia - Klugheit (mit dem Spiegel der Erkenntnis).

Blick auf einen beispielhaften ikonographischen Zusammenhang: Zwischen Fides und Spes Büdingen und Rieneck, getrennt durch einen Delphin, unter dem sich ein Wasserspeier befindet.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Landesfürsten
http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/111_Offenbach_Schloss.xml Cave - die getroffenen Zuordnungen der Wappen sind nicht alle korrekt.
Perle der Renaissance - das Isenburger Schloß in Offenbach am Main, herausgegeben von Praeludium Förderkreis Musik im Zentrum Offenbachs e.V., 1. Auflage 2006, Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg, ISBN 3-7954-1808-9. Achtung - die getroffenen Zuordnungen der Wappen sind nicht alle korrekt.
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Christa Hirschler und Ulrich Hahnemann: Das Fürstliche Haus Schwarzburg-Sondershausen, Deutsche Fürstenhäuser Heft 10, Börde-Verlag Werl 2004, ISBN 3-980 9107-0-9
Hessische Kulturdenkmäler:
http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=78315&session=913&event=Query.Details

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Die Wappen der Grafen und Fürsten von Oettingen

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